Die Nässe des Regens ließ die pechschwarze Straße merkwürdig im Licht der Straßenlaternen glänzen. Es war eine Nacht wie jede andere. Der Mond stand hoch über den Dächern Londons und vereinzelnd konnte man Sterne am Himmel erkennen. Es waren kaum Leute auf der Straße. Nur vereinzelnd Betrunkene die am Wegrand herum torkelten und hin und wieder ein dunklere Gestalten die in den Gassen lauerten und ihren schmutzigen Geschäften nachgingen. Selten traf man ,,Normale Leute" wie mich zu dieser Zeit auf der Straße an. Trotzdem war ich hier. Hier und nicht in meinen warmen kuscheligen Bett, in das ich um diese Uhrzeit normalerweise gehörte. Aber was redete ich denn da? Es war schon lange nicht mehr normal für mich, eine ganze Nacht durch zu schlafen. Zögernd blieb ich stehen. Ich schaute angestrengt auf den Zettel in meiner Hand dann auf das etwas sehr heruntergekommene Haus vor meinen Augen. Die Fenster hatten Risse, der Putz bröckelte von den Wänden, die Tür steckte nicht mehr in den Angeln und das Gebäude war über und über mit Efeu bewachsen. Das Schild mit der Hausnummer war schief und verblasst, so das man nur unschwer die Zahl erkennen konnte. Noch einmal blickte ich auf das Blatt um die Zahl, die dort stand mit der Zahl an dem Haus zu vergleichen.
,,Na worauf wartest du noch! Geh schon endlich rein!", drang die durchaus nervige Stimme an mein Ohr. Und diese Stimme gehörte niemand anderen außer dem Grund weswegen ich hier stand. Um drei Morgens vor einem halb verfallen Haus.
,,Jaja das kannst du auch höflicher sagen! Ich kann auch wieder gehen!", gab ich zurück.
Der Junge klammerte sich an mein Arm, soweit das eben möglich war.
Mit weinerliche Stimme meinte er: ,,Nein! Bitte!Bitte! Du hast es versprochen!"
Ich versuchte ihn abzuschütteln, da die Berührung mehr als nur unangenehm war. Ich hasste es wenn sie es taten. Die Berührung strahlte keine Wärme aus, wie es normalerweise der Fall, war sondern Kälte. Kalt.... Eiskalt wie der Tod. Und dort wo sie dich berührten blieb immer ein komisches Gefühl zurück. Ein Gefühl des Todes, ein Gefühl, dass ich nicht fühlen sollte. Dadurch dass ich ihn weggestoßen hatte, fing er gleich an zu weinen. Alles bloß das nicht!
,,Ist schon gut! Ich geh ja!", nachdem die Worte gesprochen waren, erhellte sich sein Gesicht.
,,Wirklich?! Danke du bist die Beste!", rief er und warf die Hände in die Luft.
Ich ignorierte seinen Stimmungsumschwung und meinte: ,,Bist du dir auch sicher , dass es das richtige Haus ist? Es sieht....nun ja", ich betrachtete es ein weiteres Mal: ,,Sehr alt und verlassen aus"
,,Kein Zweifel!", stieß der Junge aus: ,,Es ist das Haus! Mutter wohnt hier!"
Ich blickte nach unten zu ihm. Er schien nicht mehr loszulassen. Naja was solls? Ich bin sowieso schon den ganzen Weg hierher gekommen. Ich stieß einen müden Seufzer aus und setzte mich in Bewegung, wie es der Junge die ganze Zeit sehnsüchtig erwartet hatte. Ein wenig zögernd betrat ich das heruntergekommene Haus. Innen, war es noch dunkler als draußen und der Boden quietschte fürchterlich, als ich auf ihm lief. Es roch modrig und muffig. Das Mobiliar wirkte auch ziemlich kaputt und unbrauchbar. Zu mindestens das was ich von ihm erkennen konnte.
,,Miss Davies?", fragte ich zögernd in den Raum.
Keine Antwort.
Langsam wurde mir das ganze ein wenig Unheimlich. Ich kam mir vor wie in einen von diesen Geister Romanen, die zur Zeit wirklich angesagt waren. Was wirklich eine Ironie des Schicksals war, da mein Leben doch praktisch einer war.
,,Miss Davies, s-sind sie hier?", fragte ich erneut. Unbewusst hatte meine Stimme angefangen zu zittern.
Schon wieder erhielt ich keine Antwort.
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Ghost
FanfictionLondon im 19.Jahrhundert. Luca arbeitet in der Schneiderei ihrer Tante. Sie wirkt ein wenig sonderbar mit ihren Dunkelroten Haaren und den ständigen Ringen unter ihren Augen. Was sie auch durchaus ist, mit ihrer ,,Gabe" längst verstorbene Menschen...
