Lautlos schoss mein Wurfstern durch die Luft und traf. Der Hase gab noch einen schmerzverzerrten Schrei von sich und blieb leblos liegen. Pakko hob kurz den Kopf und ließ ihn dann sofort wieder zum heißbegehrten Gras sinken. Ich musste kurz schmunzeln. Ich wusste ja das mein Pferd sehr verfressen war, trotzdem war er mein ein und alles. Ich hängte den Hasen an die Decke auf Pakkos Rücken die mir als Sattel diente und klopfte ihm den Hals. Sofort schnellte sein Kopf in die Höhe und kurz nachdem ich mich auf seinen Rücken geschwungen hatte und mich an seiner Mähne festhielt, bretterte er auch schon los. Seine schwarz weiße Mähne flatterte im Wind und ich schmiegte mich dicht an sein geschecktes Tinkerfell. Nach kurzer Zeit kam ein prachtvolles Anwesen in mein Sichtfeld. Es ähnelte einem Schloss und ich wusste gut genug das es auch bald als eines dienen sollte. Als Pakko vor dem Tor in einen gemütlichen Schritt verfiel und die Soldaten mir freudig zunickten sprang ich auf den Boden und lächelte. "Hallo du warst wohl wie erwartet mal wieder erfolgreich bei der Jagt!", meinte Max, der rechte mit dem rabenschwarzen Wuschelkopf und den blauen Augen. Moritz der Zwillingsbruder von Max nickte nur anerkennend. Er sah genauso aus wie Max hatte jedoch grüne Augen. Ich betrat den Innenhof und steuerte dicht gefolgt von Pakko den Stall an.
Nach einiger Zeit stand Pakko, gestriegelt und gefüttert, genüsslich kauend in seiner Box. Verträumt sah ich ihm beim Essen zu und bemerkte jetzt erst wie viel Hunger ich hatte. "Wie spät ist es eigendlich?", fragte ich mich laut denkend und sah hinaus. Aus meinem Blickwinkel konnte man genau auf die große Turmuhr sehen. Beim Anblick des Ziffernblattes und der Zeiger bekam ich einen Schreck. "Oh nein! Ich komme schon wieder zu spät!", rief ich und verließ überstürzt den Stall.
Nun stand ich zögernd vor der Tür des Speisesaals und hörte von drinnen Geschirr klappern. Anscheinend waren sie schon beim Essen. 'Vielleicht bemerken sie mich gar nicht'. Wollte ich mir selbst Mut machen. Also nahm ich all meinen Mut zusammen und öffnete langsam die Tür. Wie erwartet waren alle dabei zu essen oder sich über den Tag zu unterhalten. Erleichtert wollte ich die Tür leise hinter mir schließen, doch ein Windstoß entriss sie mir und sie fiel krachend ins Schloss. Die Geräusche im Saal verstummten und es wurde still. Ich stand zwar mit dem Rücken zu den Bänken doch wusste ganz genau das alle mich anstarrten. 'Es wäre ja auch zu schön gewesen!' Dachte ich mir und drehte mich mit einem schuldbewussten Blick um. Der Oberaufseher stand auf und brüllte mich förmlich an:" Annastasia Nistia du bist mal wieder zu spät! Wie oft muss ich dich noch ermahnen? Wir sind hier nicht aus Spaß! Nimm deinen Platz hier Ernst! Nur weil du ein Mädchen bist heißt das noch lange nicht das du tun und lassen kannst was du willst!!!" Ich blickte bedrückt auf meine Füße, wie ich es doch hasste wenn man mich so nannte, doch als der Oberaufseher sich räusperte und mich erwartungsvoll anstarrte stellte ich mich ganz gerade hin und erwiderte:" Jawohl Sir so etwas wird nicht noch einmal vorkommen!" Er nickte mir zu ich solle mich setzen und mit einem Brummen das sich wie ein NA HOFFENTLICH anhörte setzte er sich ebenfalls. Somit begannen alle wieder zu essen und keiner beachtete mich mehr. Erleichtert setzte ich mich ganz außen an meinen Platz und machte mich gierig über mein Essen her.
Ich sah mich im Speisesaal um. Dieser Anblick war neu für mich, da ich erst vor ein paar Tagen hierher verfrachtet wurde. Vorher war ich in einer speziellen Schule in der man verschiedene Kampfarten trainieren konnte. Dort bin ich als einziges Mädchen und als Stufenbeste für diesen Bereich ausgewählt worden.
Auch in diesem Saal saßen außer mir überhaupt keine Mädchen. Ich kannte hier noch niemanden, hatte noch keine Freunde und war somit froh das ich Pakko mit hierher nehmen durfte. Ich konnte von Glück reden da mein Vater ein Graf des Landes war und den Oberaufseher kannte, sonst wäre ich schon oft hochkant hinaus geworfen worden.
Nun fragt man sich ja ob eine Tochter eines Grafen nicht so was ähnliches wie eine Prinzessin sei, oder?
Früher wurde ich auch wie eine behandelt, bis meine Mutter starb. Mein Vater verlor schnell das Interesse an mir da ich die Jüngste von fünf Kindern war und somit nicht so wichtig wie meine drei größeren Schwestern und meinem Bruder, zu dem ich dennoch viel Kontakt hatte, zu sein schien. Also machte ich mich auf eigenem Fuß auf den Weg. Ich hatte mich nach vielen Tests für die Kampfart der Ninjas entschieden und war mit dieser Entscheidung wohl die einzige. Naja, vielleicht hatte ich manchmal ein wenig Hilfe von meinem Vater beansprucht. Aber größtenteils war es mein Verdienst nun endlich in einem adeligen Wohnsitz zu arbeiten.
Ganz in Gedanken versunken bemerkte ich gar nicht das es still um mich geworden war und der Oberaufseher sich erhoben hatte. Nun ließ er seinen Blick über die Leute schweifen die ihn erwartungsvoll ansahen. Es schien jedoch das sein Blick kurz an mir hängen blieb. Ich schüttelte meinen Kopf, das hatte ich mir wahrscheinlich nur eingebildet. Meine Aufmerksamkeit ging zurück zum Oberaufseher der sich kurz räusperte und dann anfing zu reden:" Ihr Lieben die ihr geholfen habt dieses schöne Schloss zu errichten.
Ich muss ein paar Ankündigungen machen, zuerst einmal ist nun auch die Ausenmauer fertig gestellt und das Schloss von Sarila erstrahlt nun in voller Pracht. Dann ist der außenwall um den Schlosspark, zu dem auch ein großzügiges Stück des nahegelegenen Waldes gehört,"
Hier machte er eine kurze Pause und zeigte aus den Fenstern die zur Westseite den Blick auf einen Wald zuließen," auch fertig gestellt.
Und nun kommen wir auch schon zum letzten und entscheidentsden Punkt! Es hat sich nämlich für Morgen der zweite Prinz von Sarila angekündigt und dafür muss natürlich alles bereit und perfekt sein!" Das Wort
-perfekt- betonte er besonders. Ein aufgeregtes Raunen erhob sich im Saal und schwoll immer weiter an, bis der Oberaufseher mit der flachen Hand auf den Tisch schlug. Erschrocken verstummte sogleich das Gemurmel und es war wieder still. "Was ich noch erwähnen sollte.", begann er erneut und räusperte sich nochmal, "Alle Kämpfer, also Schwertkämpfer, Speerkämpfer, Bogenschützen und was es sonst noch gibt, sollten sich für morgen, wenn sie wollen, extra viel Zeit zum aufwärmen lassen, da der Prinz im Moment einen leibwächter sucht."
Und somit war das Essen beendet.
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Ninja Leben
FantasyVor langer Zeit herrschte schon einmal Krieg mit dem Teufel und seinen Ungeheuern. Damals war es nur schwer gelungen, diesen zu beenden und den Teufel in die Knie zu zwingen. Nun rappelt er sich erneut auf um das Königshaus zu stürzen und Anna muss...
