1.Kapitel: blöde Jungs und OH MEIN GOTT!

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Ich tanze. Schwinge meine Arme und Beine durch die Luft. Drehe mich. Ich liebe dieses Gefühl. Einfach frei sein. Einfach in die Luft springen und frei sein. Das wär doch was! Wenn es so was nur gäbe... Aber nein, das muss natürlich Feen und Elfen vorbehalten sein. Ach... Aber jetzt will ich mir nichts mehr vormachen, ich schlafe ja sowieso nicht mehr.
Das hasse ich an mir! Ich schlafe abends langsam ein uns wache morgens langsam auf, bis ich irgendwann realisiere dass ich nicht mehr träume und mir irgendwas schönes zusammendenke.
Meine Träume sind schöner als mein leben. Ich wohne mir meiner Mutter in einer superkleinen Stadtwohnung und arbeite jeden Tag nach der Schule in einem kleinen Kaffee um die Ecke. Es läuft nicht sonderlich gut und daher muss ich schuften und kriege trotzdem wenig Kohle.
Ich könnte mich natürlich auch woanders bewerben, aber da ich in jeder freien minute tanze, habe ich schon zu oft den Nachmittagsunterricht verpasst oder die Hausaufgaben vergessen. Auch beim Arbeiten passiert mir oft so was. Der Chef des kleinen schmuddeligen Kaffees ist ist der einzige bis jetzt, der mich noch nicht wegen Unzuverlässigkeit raus geworfen hat. Ich bin aber sehr froh darüber, weil wir das Geld brauchen. Mama arbeitet 9 Stunden am Tag in einem riesigen Supermarkt in der Stadt und das Geld reicht trotzdem gerade so für die Miete.
Jetzt aber zu den wichtigen Dingen des Lebens. Mein Gedanke : erster Schritt: aufstehen, zweiter Schritt: ins Bad gehen, dritter Schritt: Zähne putzen. Wenn ich so weit bin kann ich weiter denken, aber im Moment ist mein vom Schlafen wabbeliges Hirn einfach noch nicht so weit.
Also los General McLannon, denke ich mir lächelnd.

Als ich im Bad ankomme verfluche ich mich erst mal selber. Wiso kann ich nicht einfach eine Sportart lieben bei der man danach keinen muskelkater hat ? Aber jetzt auch egal. Da muss ich durch. Noch schnell die Augenringe wegtouchieren und fertig! Noch mal schnell alles überprüfen und ab zur schule! Haare gekämmt damit sie nicht mehr wie das Vogelnest eines tollwütigen Spatzen aussehen, Zähne geputzt und Augenringe touchiert. Nein warte, da War doch noch was... ACH JA! Frühstück! Also noch schnell eine Schüssel Müsli runterschlingen und dann ab zum Bus.

Als ich in der Schule ankomme werde ich erstmal von meinem völlig verrückten Haufen von Freundin umgerannt. Sie heißt Marion, hat wunderschöne milchkaffeebraune Haut und genau so tolle dunkelbraune mini-Löckchen. "Da bist du ja endlich Ashie!" Ja ihr habt richtig gehört: ich heiße mit vollem Namen nämlich Ashione Male McLannon. Grässlich oder? Da hat es Marion schon besser. Na ja... Das Leben halt. Aber jetzt weiter. Ich will euch nicht dauernd voll 'denken'. Also, sie hat mir inzwischen wieder hoch geholfen und mich mit ins Schulgebäude geschleift. "Hast du schon gehört Annie? Zoé und Rick sind inzwischen zusammen! Schade eigentlich. Der war schon irgendwie süß. Aber ich habe ja noch Mike! Vorhin hat er mir sogar zugelächelt!" Ach ja... ich wusste doch dass ich irgendwas vergessen hatte. Das wollte ich noch erwähnen: Marion ist einzige Labertasche. Sie kriegt jeden Skandal mit. Echt.Jeden.
"Mar!" Rufe ich genervt, "Jetzt hör doch endlich mit diesem Maik auf ! Der ist erstens voll eingebildet und zweitens voll der Waiberheld!" "Ach Ash... Du verstehst eben nichts von der wahren Liebe." "Das gibt's eben nur in deiner Welt!" Brummle ich.

Nach den ersten drei Doppelstunden haben wir erst mal Mittagspause. Mari und ich gehen an unseren Stammplatz in der Cafeteria, aber als wir ankommen sitzen dort schon die sogenannten 'Badboys' und machen sich auf unseren Plätzen breit! Also wirklich. Das machen die doch nur um uns zu ärgern! Jetzt lacht auch noch einer von ihnen los und Teich mit dem Finger auf uns. Er schreit:" Na, das passt euch wohl nicht!" Jetzt reicht aber! Der weiß doch genau dass jetzt keine Plätze mehr frei sind! Von allen anderen werden Mars und meine Plätze immer frei gelassen. Sie respektieren Marion wegen ihrer Begabung für Kunst und wegen meinen Tanzfähigkeiten und meinem Jähzorn. Aber jetzt reicht es mir echt!
"WAS FÄLLT EUCH EIGENTLICH EIN?! IHR SEHT DOCH GENAU DASS JETZT KEINE PLÄTZE MEHR FREI SIND!" Mar flüstert mir dabei zu dass wir wohl lieber gehen sollten. Doch so leicht mach ich es dehnen nicht!
"GEHT GEFÄLLIGST VON UNSEREN PLÄTZEN WEG!!!" "Ohhh", lacht einer von ihnen, "Hulk erwacht". Jetzt reicht es mir! Also wirklich, für wen halten die sich!?! Ich packe Marion am Ärmel undschleife sie hinter mir her zum Ausgang. Auf halber Strecke stoße ich allerdings mit jemandem zusammen und das ganze essen der Person landet auf meinem shirt. Oh nein! So was kann natürlich nur mir passieren! Und dabei bin ich auch noch umgeknickt und auf dem Boden gelandet. OK... jetzt ganz ruhig bleiben. Langsam sehe ich auf
Und starre in ein paar wunderschöne dunkelgrüne Augen. OH MEIN GOTT!

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