Prolog: Der Traum

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Es begann wie immer.

Ich sah dieses Puppengesicht vor mir. Sie streckte die Arme nach mir aus und sagte: "Umarm mich". Ich schreckte zurück und wachte auf.

Ich realisierte, dass ich neben meiner kleinen Schwester im Bett lag. Wir waren in einer Ferienwohnung im Urlaub und wir beide mussten uns ein Zimmer teilen. Es war dunkel und ich versuchte dem Atem meiner Schwester zu lauschen um zu mich zu beruhigen, dass es ihr gut ging und ich nur geträumt hatte.

Ich mochte nie gerne Horrorfilme mit sprechenden Puppen. Nach einiger Zeit merkte ich, dass ich niemanden Atmen hören konnte. Ich geriet in Panik und schaltete das Licht an. Im Bett neben mir lag niemand, die Decke sah nur hastig zurückgeschlagen aus, aber das Bett fühlte sich noch warm an. "Das heißt, sie ist noch nicht lange weg" , überlegte ich, "vielleicht ist sie nur kurz zur Toilette gegangen." Ich wartete eine halbe Stunde, dass sie zurück kam.

Als sie immer noch nicht da war, stand ich auf und ging runter. Es war überall stockduster. Ich traute mich auch kein Licht anzumachen, um meine Eltern nicht aufzuwecken. Sie würden mich nur fragen, was ich hier mache und wenn sich rausstellen würde, dass es ihr gut ginge, würden sie sagen, dass ich nur wieder übertrieb mit meiner Paranoia.

Endlich war ich am Badezimmer angekommen und drückte vorsichtig die Klinke runter. Es war dort ebenfalls dunkel. Ich schaltete das Licht an und was mich erwartete war gähnende Leere. Niemand war dort. "Mist.. Wo kann sie nur sein" , dachte ich. Unschlüssig stand ich nun im Flur. Dann fasste ich den Entschluss und ging zum Schlafzimmer meiner Eltern. "Jetzt gehe ich einfach aufs Ganze. Ich wecke einfach meine Eltern und frage sie. Sie müssen wohl wissen wo meine Schwester ist."

Abermals drückte ich vorsichtig die Klinke runter. Die Tür schwang auf und ich ging ins dunkle Schlafzimmer. Ich konnte nichts sehen also tastete ich mich bis zum Bett vor. Ich roch einen Geruch, den ich nicht einordnen konnte. Ich streckte die Hände nach meiner Mutter aus, um sie an der Schulter zu rütteln. Ich fand sie im Dunkeln nicht und fasste stattdessen in etwas, Glitschiges, Nasses. Verwirrt hielt ich inne und zog die Nase kraus. "Was ist das?"

Ab diesen Punkt war es mir egal, ob ich Ärger bekam oder nicht, ich hatte Angst. Eine Gänsehaut zog sich über meinen ganzen Körper. Ich tastete zurück zum Lichtschalter und schaltete das Licht an. Was sich hier mir bot, war grauenvoll. Ich fing an, am ganzen Körper zu zittern. Meine Eltern und meine Schwester lagen dort auf dem Bett. Überall lag Blut, die Wände waren voll, die Decke, alles. Die Gedärme lagen verteilt auf dem Boden. Sie waren alle drei komplett ausgeweidet.

Mir wurde schlecht und der Raum kippte zur Seite. Ich landete auf Knien und Händen und kotzte mir die Seele aus dem Leib. Als nichts mehr herauskam, zog ich mich schwach am Türrahmen hoch und schleppte mich zum Telefon. Meine Gedanken kreisten nur um das gerade gesehene Bild.

Ich nahm den Hörer und wählte die Nummer der Polizei. Sie nahmen nach dem ersten Klingeln ab. "Hallo, sie sind hier bei der nächsten Polizeizentrale des Ortes. Was ist passiert?", ratterte eine männliche Stimme runter. Langsam bahnten sich Tränen in meine Augen. "H..Hallo. Meine Eltern.., meine Schwester sie liegen hier tot... Jemand hat sie umgebracht", schluchzte ich in den Hörer. "Beruhige dich erstmal und versuche mir deine Adresse zu nennen" , antwortete die Stimme. Ich dachte :" Beruhigen? Wie stellt er sich das denn vor? " Aber ich versuchte mich zu sammeln. "Wir wohnen hier auf der Birkenkamp Straße 15", sagte ich jetzt verständlicher. "Okay, wir sind in fünf Minuten bei dir. Versuch ruhig zu bleiben und falls der Mörder wiederkommt, geh an einen Ort, wo viele Menschen sind", gab er mir zu Wissen.

Ich legte auf und sank verzweifelt zu Boden. "Was jetzt?", fragte ich mich. Plötzlich hörte ich ein leises Kichern vom Ende des Flurs. Ich drehte mich zum Geräusch hin. Da stand SIE. Die Puppe aus meinem Traum. Sie war klein, hatte blondes Haar, blaue Augen und ein perfektes Puppengesicht. Sie wäre der Traum jedes kleines Mädchens, wäre sie nicht so blutverschmiert. Der Ausdruck in ihrem Gesicht war grauenvoll.

Sie lachte noch einmal und unterbrach somit meine Musterung. Sie zeigte mit einem Messer voller Blut auf mich und lachte: "Ich habe deine Familie umgebracht. Ich habe dein Leben zerstört. Da ihr meine ersten Opfer seid, lasse ich dich am Leben. Ist das nicht gnädig von mir? Aber ich glaube, es ist schlimmer für dich, am Leben zu bleiben, als zu sterben. Du wirst die Folgen meines Handeln erleben und mit der Gewissheit leben müssen, die einzige zu sein, die von deiner kleinen Familie überlebt hat."

Ich hörte ihr grausames Lachen, während der Raum schon das zweite Mal in dieser Nacht zur Seite kippte und mein Bild langsam schwarz wurde.

His Smile shines through his Darkness || Jeff The KillerStories to obsess over. Discover now