Kapitel 1

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Es war stockfinster als ich aufwachte.
Tock tock tock
Verschlafen drehte ich mich nach rechts.
,,03:47 ''  Grell leuchteten mir die Zahlen auf dem Wecker entgegen.
Tock tock tock
Erschöpft schmiss ich mich in mein Kissen zurück.

Seit drei scheiß Wochen renovierten unsere Nachbarn ihr Haus. Das kann ja alles schön und gut sein, aber warum, warum mussten sie das auch Nachts tun?! Meine Mutter kam mit meiner kleinen, kreischenden Schwester in mein Zimmer gestürmt. ,,Ich halt das nicht mehr aus, Sue, bist du so lieb und nimmst mal deine Schwester?'' ohne eine Antwort abzuwarten drückte sie mir das kreischende Bündel in den Arm. ,,Ich geh jetzt rüber und beschwere mich.'' Sie rannte mit wehendem Bademantel die Treppe hinunter. Ich schaukelte die kleine Poppy in meinen Armen. Ich war 16 und sie war gerade mal 4 Monate alt.
Tock tock tock
Anscheinend hatte Mum wenig Erfolg gehabt. Jetzt war auch Dad auf den Beinen. Er war außer sich vor Zorn. Es gibt ja immer diese typische Nachbar-Rivalität, im Sinne von: wer den besseren Rasenmäher fährt, den grüneren Rasen hat oder den tollsten Grill besitzt. Aber das hier war um einiges schlimmer. Dad und Norman, von nebenan, zanken sich öfter mal über den mahagoni-braunen Zaun hinweg. ,,Ich hasse diesen Kerl! Das wir von Poppy wach gehalten werden ist schon schlimm genug. Und dann kommt der blöde Norman daher und braucht 'ne neue Wohnzimmer Tapete und weißes Parkett!'' Er spuckte den Namen aus wie eine ansteckende Krankheit. Auch ich war genervt, blieb aber im Bett. Einerseits, weil ich immer noch Poppy hielt, die mittlerweile Anstalten machte endlich einzuschlafen, andererseits, weil ich mir einfach nicht wegen Norman die Mühe machen wollte. Aber wenigstens hatte das Klopfen jetzt aufgehört. Mum war zurück und nahm mir Poppy wieder ab. Den Rest der Nacht verbrachte ich damit krampfhaft zu versuchen einzuschlafen. Ohne Erfolg.

Am nächsten Morgen, obwohl, es war ja schon Morgen gewesen, stapfte ich missmutig die Treppe runter. Aber meine Laune hob sich sichtlich als ich bemerkte, dass Mum Pancakes gemacht hatte. Ich stopfte ungefähr 4000 in mich rein, bis ich einfach nicht mehr konnte. Niemand von uns sprach auch nur ein Wort, wir waren alle einfach zu müde. Die Stille wurde erst unterbrochen, als das Telefon klingelte.

Zwischen Kängurus und KoalasOpowiadania do pokochania. Odkryj je teraz