Prolog - Nagas Prophezeiung

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Tiki saß am Altar des Mila-Baumes und lauschte mit geschlossenen Augen Nagas Worten. Die Wyrmgöttin prophezeite immer mehr Kämpfe und weiteres Unglück über Valm. Die Augen öffnend blickte Tiki, durch die Äste des Baumes, in die Ferne. Sie erwartete die Ankunft von Chon'sins König oder der Königin. Sie hatte ihre Tochter Ryu als Botin in die Stadt gesannt und fragte sich besorgt, ob ihr vielleicht etwas passiert sein könnte.

Einige Zeit darauf näherten sich drei Gestalten dem Zuhause der Manakete. Sofort griff sie nach ihrem Drachenstein und hob die Hand, ließ diese aber wieder sinken, als sie Say'ri, Yen'fay und ihre Tochter erkannte. Erleichtert ging sie zu den Stufen, die den Mila-Baum hinauf führten und wartete dort, auf ihre bald eintreffenden Gäste.

Ryu kam ihr als Erste entgegen, „Auftrag ausgeführt!" grinste sie ihre Mutter an, ehe sie einige Schritte zur Seite ging um für die Prinzessin und den Prinzen Platz zu machen. Tiki lächelte die Adligen, vor ihr an. „Schön, dass ihr wohlbehalten hier angekommen seid."

Yen'fay verneigte sich leicht vor ihr. „Seid gegrüßt, Edle Tiki." sprach er ruhig, „Durch die gegenwärtige Kriegslage war es unseren Eltern nicht möglich zu kommen, daher sind Say'ri und ich statt ihrer hier." erklärte der Kronprinz zusätzlich. Die Stimme nickte, „Wie steht es um eurer Königreich?"

Ernst blickte Yen'fay bei ihrer Frage auf, „Sehr schlecht, fürchte ich. Viele unserer Krieger sind auf Grund der Übergriffe, stark verwundet, daher wird es immer schwieriger die Grenzen zu bewachen. Dies führt dazu, dass nicht nur Assassinen des Imperiums, sondern auch Banditen in unser Königreich eindringen und unserem Volk schaden." „Eigentlich hätten Yen'fay und ich uns nicht entfernen dürfen, aber Nagas Worte bedeuten ganz Chon'sin sehr viel. Das die Wyrmgöttin immer noch zu euch spricht, gibt jenen Hoffnung, die noch glauben, dass die Götter uns nicht komplett aufgegeben haben." ergänzte Say'ri.

Ryu verschränkte die Arme vor ihrer Brust, ehe auch sie sich zu Wort meldete. „Ich habe auf dem Weg nach Chon'sin erfahren, dass sich immer mehr Menschen, überwiegend aus Angst, dem Eroberer anschließen." Ungläubig blickte die Grünhaarige zwischen iher Tochter und den Geschwistern hin und her. „Unsere Taktiker vermuten bereits, dass er uns erneut angreifen wird, wenn er erst genug Anhänger um sich gescharrt hat." antwortete Yen'fay.

Tiki schwieg und blickte in den Himmel. Wie können sich bloß so viele Menschen, einem Mann, wie Walhart anschließen? Fragte sich die ältere Manakete. Ihr Blick wanderte daraufhin zu Ryu, welche sich Say'ri zugewandt hatte. Eigentlich wünschte sie sich, dass ihre Tochter sich aus dem Krieg raushielt, doch wusste sie, dass ihr Sinn für Gerechtigkeit, den sie wohl von ihrem Vater hatte, das niemals zulassen würde.

Nagas Stimme räusperte sich kurz, ehe sie zu sprechen begann und die Worte der Wyrmgöttin wiederholte: „Höret, Menschen aus Valm. Die Kavallerie des Eroberers zieht wie ein Sturm über das Land und treibt den Kontinent an den Rande der Verzweiflung. Fürchtet nicht, denn aus Osten wird Hilfe kommen. Geleitet von meinem Licht, befreien sie euch aus der Tyrannei des Eroberers. Doch seid gewarnt: wenn ihr nicht schon vor ihrer Ankunft handelt, wird es zu spät sein, da mehr und mehr Königreiche ihm zum Opfer fallen und weitere geheime Intrigen gesponnen werden."

Yen'fay ließ sich die Worte Nagas noch einmal durch den Kopf gehen, dann verneigte er sich wieder vor ihr. „Vielen Dank, Milady. Für Meine Schwester und mich wird es Zeit, nach Chon'sin zurückzukehren, um die Kunde Nagas mit dem Volk und den anderen Dynasten zu teilen. Bitte seit vorsichtig und hütet euch vor den Truppen des Eroberers." Tiki lächelte dankend, bei seinen Worten. „Natürlich. Bitte richtet euren Eltern liebe Grüße von mir aus." Der Prinz nickte.

Nachdem Yen'fays und Tikis Unterhaltung endete, tippte Ryu dem Silberhaarigen leicht auf die Schulter. „Könnte ich euch begleiten? Ich will helfen!" Entschlossenheit spiegelte sich in den türkisen Augen der jüngeren Manakete. Tiki schätzte die Einstellung ihrer Tochter, doch wollte sie nicht, dass sie sich noch mehr Gefahr aussetzte. Wer wusste schon, wann ein Krieger des Imperiums mit einem Wyrmtöter oder gar einem Buch Nagas auf dem Schlachtfeld erscheinen könnte. Obwohl sie Ryu von ihrer Entscheidung abbringen wollte, brachte sie kein Wort aus ihrem Mund heraus.

Prinz und Prinzessin blickten sich einen Moment lang an, ehe sie nickten. „Wie könnten wir je auf deine Fähigkeiten verzichten." lachte Say'ri ihre Freundin an, welche sofort anfing zu grinsen, die Hände der Schwertmeisterin ergriff und dann mit ihr glücklich zu hüpfen begann. Yen'fay lächelte, ehe er zu Tiki schaute und sie um Erlaubnis bat. Denn diese war immer noch der Vormund des jungen Drachen. Ryus Mutter nickte nur abwesend und gab damit ihr ungewolltes Einverständnis. „Gut dann sollten wir aufbrechen" sprach Say'ri, während sie Ryu dabei beobachtete, wie sie sich hastig für die Reise fertig machte. Der Prinz verbeugte sich noch einmal vor der Manakete, ehe er sich seiner Schwester und der inzwischen vorbereiteten Ryu zuwandte.

Als Tiki die Blauhaarige betrachte, wie sie lachend Say'ri und ihrem Bruder etwas erzählte, sah sie das Abbild ihres Geliebten, in ihrer Tochter. Die Tränen die sich in ihren Augen sammelten, wischte sie weg und legte Yen'fay dann eine Hand auf die Schulter und zog ihn etwas von den beiden Damen weg. Verwirrt drehte er sich zur Stimme um. „Milady?", „Ryu begibt sich nicht selten in Gefahr..." wieder rannen Tränen über die Wangen der jungen Mutter. Sie nahm Yen'fays Hand in ihre. „Yen'fay, ich bitte euch, nein, ich flehe euch an, bitte passt gut auf sie auf. Ryu ist alles was ich noch habe..." Der Prinz legte seine andere Hand auf die der Manakete und nickte, „Selbstverständlich! Ihr habt mein Wort, Lady Tiki, ich beschütze Ryu mit meinem Leben!" Sie beruhigte sich. „Geht es wieder?" fragte der Prinz besorgt. Die Stimme lächelte, war aber noch etwas unsicher. „J-ja, habt eine gute Reise." Etwas zögerlich ließ sie dann seine Hand los, ging zu Ryu und umarmte sie. „Sei vorsichtig Kleines, hörst du? Weich Say'ri und Yen'fay bitte nicht von der Seite!" Ihre Tochter erwiderte ihre Geste und lachte. „Natürlich Mutter." Kurz darauf lösten sie sich voneinander. Ryu winkte ihrer Mutter ein letztes Mal zu, ehe sich die drei auf den Weg machten und die Stufen hinunterstiegen.

Während Tiki den drei Kriegern nachsah, wie sie den Mila-Baum verließen, kam es ihr so vor, als würde neben ihrer Tochter, ein blauhaariger Söldner herlaufen. Er war von einer weißen Aura umgeben und schien eher durchsichtig und nicht wirklich da zu sein, doch blickte er Ryu liebevoll von der Seite an. Etwas beruhigt lehnte sie sich an die Steinwand des Altars.

Noch bevor sie ihre Augen komplett schloss, bemerkte sie zwei braune Stiefel und eine Gestalt in blauen Gewändern, vor ihr stoppen. Sie war von der selben milchigen Aura umgeben, wie der Söldner zuvor. Jene Gestalt vor Tiki kniete sich leicht zu ihr. Obwohl sie sein Gesicht nicht sehen konnte, erkannte sie die Stimme wieder, die durch ihre Ohren klang, bevor Erschöpfung sie übermannte.

„...Fürchte nicht, Ich werde über sie wachen..."

„...über unsere Tochter..."

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⏰ آخر تحديث: Oct 07, 2016 ⏰

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