Geteilte Kinder

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Kapitel 1

Es war schon Nachmittag. Die Vorbereitungen für das große Geburtstagsfest waren fertig. Alle waren im Hof der Burg von Königin Guinevere, der ersten weiblichen Thronerbin des Ostfränkischen Reiches, und warteten auf sie und ihre Tochter Minea. Nur einer war noch bei sich zuhause, ein Junge namens Minos. Er war 15 Jahre alt. Er hatte seine besten Klamotten angezogen, extra für das Fest. Außerdem wollte er vor Minea nicht dreckig erscheinen. Er war obwohl er der Sohn eines Bauern war, ein guter Freund der Prinzessin. Er saß am Esstisch fragte sich: Soll ich sie fragen oder nicht? Er war nähmlich ein bisschen in die Prinzessin verliebt. Da kam plötzlich sein Vater, er hieß Arthur. Er trug immer einen schmutzigen Mantel aus Schafwolle und eine Hose, auch aus Schafwolle, dazu hatte er einen Wanderstock, aber keine Schuhe. Mit seinen wolligen Bart und seinen blonden verwuschelten Haaren sah er aus wie ein Hirte, was er auch teilweise war. Heute aber trug er einen Pullover und seine Hose war gewaschen, genau wie seine Füße, denn er trug immer noch keine Schuhe. Er sagte immer: ,,Wer Schuhe trägt, ist ein Weichei." Aus Angst als einer genannt zu werden, hatte Minos auch fast nie Schuhe an. Minos Vater stand da und beobachtete seinenSohn eine Weile, während er sich an der Türlehne stützte. Minos bemerkte ihn nicht, er war damit beschäftigt sich zu entscheiden, ob er Minea zum Tanzen auffordern sollte oder nicht. ,,Frag sie" ,sagte der Vater endlich. Minos zuckte zusammen. Er hatte vergessen, wie gut sich sein Vater an jemanden anschleichen konnte. Dann wurde er etwas verlegen. ,,Bist du   sicher?" , fragte er. ,,Ja. Aber sei gewarnt. Die Wachen könnten das falsch verstehen. Nun komm. Das Fest wartet nicht auf uns." Sie liefen zum Hof und drängelten sich ganz nach vorne. Ein Mann trat hervor. ,,Königin Guinevere.", rief er. Trompeten spielten eine ansagende Melodie. Die Königin stieg auf die Tribüne, gefolgt von zwei Wachen. Sie trug ein weißen Seidenkleid und einen gold-roten Königsumhang, dazu hatte sie einen Hermelinschal. Ihre braunen Haare waren zu einen Dutt zusammen gebunden und mit goldenen Fäden geflochten. Sie trug wie es sich gehörte ihre Krone und ihre braunen Augen glitzerten voller Stolz. ,,Prinzessin Minea.", rief der Mann. Wieder spielten Trompeten. Auch sie wurde von zwei Wachen beschützt. Ihre langen blonden Haare vielen ihr auf die Schultern. Sie hatte ein himmelblaues ärmelloses Kleid an. Sie trug ihr Diadem. Sie war umwerfend. Aber in ihren blauen Augen sah man ihre Langeweile. Sie suchte die Menge ab. Als sie Minos sah, lächelte sie. Minos winkte ihr heimlich zu.
,,Ich hoffe, ihr habt viel Freude beim
Fest!", sagte Königin Guinevere. ,,Ihr habt alles gut vorbereitet! Möge Gott uns segnen!"Pauken schlugen und es wurde Musik gespielt. Alle nahmen etwas zu essen und warfen es in das große Feuer, was sie bei den Vorbereitungen angezündet hatten. Danach gingen alle zu ihren Tanzpartnern, sangen und lachten. Die Königin saß zufrieden auf ihren Thron, Prinzessin Minea saß auch auf ihren etwas kleineren Thron, war aber ziemlich gelangweilt. Minos ging auf die Tribüne zu und noch bevor er Minea fragen konnte, ob sie mit ihm tanzen wolle sagte sie: ,,Ach, das ist doch blöd. Immer der gleiche Satz von dir, Mutter. Immer die gleiche Musik und der gleiche Tanz. Das ist doch langweilig!" Die Königin wurde etwas sauer. ,,Rede doch nicht so. Das ist so Tradition." ,,Na und? Das ist doch öde!" Minea ging weg. Die Wachen wollten ihr folgen, doch die Königin winkte ab, seufzte und hielt sich den Kopf. Da lief Minos in die gleiche Richtung die Minea eingeschlagen hatte. Er fand sie auf einer Wiese sitzend. Sie hatte die Arme verschränkt und sah sauer aus. Dann sah sie Minos ein Paar Meter vor ihr stehen und sie wurde weich. ,,Mutter versteht mich einfach nicht." , sagte sie schluchzend. ,,Egal, was ich tue, sie weiß nie wirklich, was ich fühle." Minos setzte sich zu ihr und nahm sie in den Arm. ,,Hey, das wird schon. Aber du hast auch überreagiert." Minea löste sich von ihm. ,,Bist du jetzt auf ihrer Seite?" ,,Nein. Ich meine, du kannst nicht einfach so die Traditionen ändern. Das ist so wie, das mein Vater mit deiner Mutter rumhängt. Einfach... dumm." ,,Ja, aber bald werde ich auf dem Sessel sitzen." ,,Ich dachte, das willst du garnicht." ,,Ist ja auch so." ,,Okaay. Na, egal. Guck mal. Ich hab was gefunden." Minos zog einen glänzend roten Stein hervor. Minea traute ihren Augen nicht. ,,Der lang verschollene Königsdiadem. Aber wo-..." ,,Beim pflügen der Erde hab ich dem gefunden." ,,Der Dieb des Königsdiamanten!", rief eine schrille Stimme. ,,Endlich haben wir ihn!" Auf einem Schlag waren Minos und Minea von hunderten von Wachen umzingelt. Aus den Schatten trat ein magerer Mann hervor. Es war der oberste Fürst, die rechte Hand der Königin. ,,Prinzessin Minea" ,sagte der Fürst, ,,Von euch hätte ich mehr erwartet." ,,Ach, Entschuldigung, Karl.", sagte Minea mit Unschuldsstimme. ,,Ich wusste ja nicht, dass sie so bescheuert sind, meinen besten Freund, als Dieb zu bezeichnen!" Fürst Karl hörte garnicht hin. ,,Nehmt den Jungen fest. Um die Prinzessin kümmere ich mich." Die Wachen stürmten auf Minos zu, und als sie ihm Festnahmen und den Diamanten beschlagnahmten, wehrte er sich garnicht. Im Gegenteil Minea. Der Fürst ging auf sie zu und packte sie am Handgelenk. Sie zappelte und schüttelte sich, aber Fürst Karl ließ nicht locker. ,,Gut, dass Mutter nicht auf dich hört!", schrie sie ihm ins Ohr. Wie gerufen kam die Königin angerannt und schrie ihre Rechte Hand an, er solle sofort ihre Tochter loslassen, was er widerwillig tat. ,,Gut, Ihr seid da, Majestät. Ich habe den Dieb gefasst. Er hatte den Diamanten in der Hand und wollte eure Tochter bedrohen, als ich kam." ,,Das stimmt nicht!", schrie Minea. Aber Minos sagte zu ihr, er wolle nicht beschütz werden und würde seine Strafe schon hinnehmen. Minos Vater kam dazu. Er stellte sich neben die Königin. ,,Was ist hier los?", fragte er die Königin. ,,Warum wird mein Sohn festgenommen?"  ,,Er wird beschuldigt, er habe den Königsdiamanten gestohlen.", antwortete Königin Guinevere. ,,Was?! Nein. Das würde er nicht tun. Niemals!" ,,Vater, ist schon in Ordnung.", widersprach Minos. ,,Wenn es so sein soll, dann soll es so sein." ,,Er ist tapfer.", sagte die Königin mit Bewunderung. ,,Aber diesmal wird das nicht belohnt. Selbst, wenn er es nicht war, ich kann das Risiko nicht eingehen. Wer den Königsdiamanten stiehlt, muss mir der Höchststrafe
rechnen." Minos schluckte. Die Königin fuhr fort. ,,Morgen wird er vor dem ganzen Volt gehängt. Sperrt ihn solange in ein Verließ." ,,Nein!" Minos Vater war außer sich, als sein Sohn abgeführt wurde. ,,Euer Hohheit, das könnt ihr nicht machen! Er ist doch noch ein Junge!" ,,Ich kann das wohl machen.", widersprach Königin Guinevere, aber auch sie war so traurig, ihr lief eine Träne herunter.  Minea viel auf die Knie und weinte. ,,Glaubt ihr ich habe das gern getan?", sagte die Königin voller Trauer. ,,Anscheinend!", schrie Minea. ,,Du willst ihn hängen sehen! Glaubst du wirklich, er hätte diesen blöden Stein geklaut? Er hat im Boden gefunden! Und mir gezeigt! Nach dem Fest hätte er ihm sicher zurückgebracht!"

Die Augen des Königs Stories to obsess over. Discover now