1. Kapitel

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~Liz~

Mit riesigen Augen schaute ich auf ein kross gebratenes Schnitzel, was größer als die Hand eines großgewachsenen Mannes war. Wie gern würde ich jetzt einfach ins Restaurant gehen, dem Kellner das überdemensionale Schnitzel abnehmen und es in 5 Minuten verschlingen. Doch leider blieben mir nur die Reste aus dem Müll im Hinterhof. Traurig wendete ich mich ab und schleppte mich Richtung Container.
Als ich ein leises Miauen hörte, erblickte ich ein kleines schwarzes Kätzchen, dass mich aus grünen Augen fragend anschaute. Die Katze miaute noch einmal, drehte sich um und verschwand durch einen versteckten Hintereingang im Restaurant. Erst starrte ich erstaunt auf die Tür, die wie ich meine, bei meinem letzten Besuch noch nicht da war, dann durchblickte ich meine Situation und  schlich der Katze leise hinterher.

Schnell fand ich den Weg zur Küche, versteckte mich hinter einem Jackenständer, auf dem mehrere Mäntel hingen und entdeckte eine dicke Köchin, die fertige Gerichte auf einen Tresen stellte, wo sie von Kellner abgeholt wurden. Und was meine Augen da auf den Tellern erblickten, ließ meinen ausgehungerten Bauch einen Luftsprung machen. Als die Köchin wieder einen Teller mit einem Berg von Pfannekuchen abstellte, stürzte ich mich so leise wie möglich zum Teller und huschte wieder hinter den Ständer um genüsslich die Pfannekuchen zu essen.

 Als die Köchin wieder einen Teller mit einem Berg von Pfannekuchen abstellte, stürzte ich mich so leise wie möglich zum Teller und huschte wieder hinter den Ständer um genüsslich die Pfannekuchen zu essen

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Falscher Gedanke, denn genau in dem Moment,als  ich in mein Abendbrot beißen wollte, nahm ein großer, breitschultriger Mann einen Mantel vom Ständer und bemerkte mich.

Wir starrten uns eine kleine gefühlte Ewigkeit einfach nur an, bis ich schließlich meinen ganzen Mut zusammennahm, die Palatschinken vom Teller griff und sie an mich drücke, aufsprang und so schnell wie ich nur konnte wegrannte. Während dem Rennen hörte ich Schritte, die sich hinter mir in Bewegung setzten und immer schneller wurden.

Die Straßen von Berlin waren an diesem Abend besonders leer, sodass ich im Vorbeilaufen nur wenige betrunken​e Jugendliche sah, die mir verwundert hinterher blickten.
Ich rannte so schnell ich konnte und achtete nicht darauf wohin ich lief.
Gehetzt​ schaute ich nach hinten um meinen Verfolger zu entdecken, der grade 20 Meter von mir entfernt um die Ecke kam.
Dann spürte ich plötzlich, wie aus dem Nichts heraus einen enormen Widerstand.
Ich musste gegen Irgendetwas gerannt sein. Doch während ich das feststellte, befand ich mich auch schon im freien Fall.
Ich hörte mich selbst schreien.
Aber halt, da schrie noch jemand.
Bevor ich weiter denken konnte, ertönten zwei laute Klatscher und mir war alles klar.

Ich war, tollpatschig wie ich bin, gegen Jemanden gerannt und mit ihm in einen Havelkanal gefallen.
Prustend tauchte ich wieder an der Wasseroberfläche auf. Wo war bloß fieser 'Jemand' hin?
Schlagartig wurde es mir bewusst.
Ich holte tief Luft und tauchte ab.

Ich fand ihn nach ca. zwei Minuten in denen ich nur einmal an die Oberfläche​ zum Atmen gekommen war. Man, war das anstrengend!

Ich schleppte ihn zum Rand des Kanals, wo ich vorhin schon eine Treppe entdeckt hatte.
Ich zerrte ihn hoch und begann ohne darüber nachzudenken eine Herzrhytmusmasasche.
,Scheiße, scheiße, scheiße' fluchte ich innerlich, als er sich immer noch nicht rührte und setzte zur Mund-zu-mund-beatmung an.

Der Körper vor mir bäumte sich ruckartig auf und hustete sich mindestens einen Liter Wasser aus der Lunge.
Dann schaute er mich an und wir sagten beide nichts.

Erst jetzt hatte ich Zeit ihn zu betrachten. Er war ungefähr 20 Jahre alt trug einen jetzt vollkommen durchnässten Anzug und hatte das hübscheste Gesicht, was ich je gesehen habe.
Und ich habe echt schon viele Gesichter gesehen!
Ich verlor mich für eine Ewigkeit in seinen braunen warmen Augen und ihm schien es genauso zugehen.

Schließlich fing ich mich wieder, stand auf und reichte ihm die Hand.
Dankend ergriff er sie und zog sich an mir hoch,wobei ich beinahe auch noch auf ihn gefallen wäre, hielt sie aber immer noch fest und schaute mir wieder in die Augen.
Die Schmetterlinge in meinem Bauch führten grade ein ganz neu entworfene Choreographie​ auf, während ich ein heiseres "Sorry" mit einem kleinen Lächeln hervorbringen konnte.

"Schon gut", sagte der Fremde mit einer weichen Stimme, lächelte mir noch aufmunternd zu bevor er fortfuhr: "Hasst mich ja schließlich wieder raus geholt. Ich bin übrigens Ben Kaufmann. Nenn mich einfach Ben".
"Ich bin Liz", erwiderte ich und wollte ihm die Hand reichen, als mir auffiel, dass er sie schon hielt.
Ihm musste wohl mein etwas irritierter Blick auf unsere Hände aufgefallen sein, denn er ließ mich wider los und mir wurde plötzlich kalt.
Er bemerkte wie ich zitterte und meinte nur:" Lass uns gehen, du hohlst dir sonst noch was."
Er hatte gut reden, ich meine er wäre gerade beinahe durch meine Aktion draufgegangen!

Schweigend gingen wir zusammen zu seinem Auto, schweigend stieg ich mit ein, schweigend fuhr er los, denn wir brauchten keine Worte.
Plötzlich fiel mir auf wie müde ich war und schloss ohne zu überlegen die Augen.Nur ganz kurz entspannen, aber bloß nicht einschlafen!
Ich schlief natürlich ein und schlief so gut und fest, wie schon lange nicht mehr.

~♡~

Am nächsten Morgen wachte ich durch etwas hartes und zugleich weiches unter mir auf, was sich bewegt hatte.
Noch ganz verschlafen schlug ich die Augen auf und erblicke ihn.
Schnell richtete ich mich.
Was war noch mal passiert?
Ach ja, auf meiner Flucht vor diesem Mann aus dem Restaurant hatte ich uns in den Kanal befördert ihn raus gezogen und war mit Ben anschließend in sein Auto gestiegen.Als ich mich an die Pfannekuchen erinnerte fing mein Bauch laut an zu Knurren.

Erst jetzt fiel mir auf das ich nicht mehr meinen geliebten blauen Kaputzenpulover​ und dazu die zerschlissene Jeans trug, sondern ein mir viel zu großes T-shirt und Boxer Shorts.
Hatte der Typ es etwa gewagt mich auszuziehen?
Ich blickte etwas verängstigt auf ihn herab, aber sah nur einen extrem süßen schlafenden Jungen, was mich zu einem Lächeln zwang.

Hi, ihr da draußen!
Dies ist meine erste Geschichte, die ich auf wattpad schreibe, aber ich hoffe euch gefällt mein Anfang trotzdem.

Kommentare sind erwünscht!( .'

LG Eure Maria

Meine GeschichteWhere stories live. Discover now