Ich weiß noch, wie ich sie das erste Mal getroffen habe. Auch wenn das nun schon mehr als 14 Jahre zurück liegt, kann ich mich an jede Einzelheit erinnern, als wäre es erst gestern gewesen...
,,Mommy, lass mich nicht alleine", weinte ich, die Hand meiner Mutter fest umklammert, als könnten meine kleinen Finger sie festhalten, zerrte ich an ihr, den Blick auf das bunt bemalte Gebäude gerichtet, auf dem in hübscher Schrift St. Stephan Kindergarten geschrieben stand. Meine Mutter blieb vor dem Eingang stehen. Einige andere Mütter und Väter, jewals mit einem oder mehreren Kindern an der Hand, drängten sich an uns vorbei. Hier und da huschte ein Mitleidvoller Blick zu mir hinüber, als würden sie denken: Oh wie süß, der Kleine kommt nicht von seiner Mami los. Und das stimmte auch. Ich war drei Jahre Alt. Ich wollte nicht alleine in dieses unbekannte Gebäude, umringt von fremden Menschen von denen ich nicht einen Einzigen kannte. Was, wenn sie gemein waren? Was, wenn ich keine Freunde fand?
,,Dave..", sagte meine Mutter liebevoll, kniete sich zu mir hinunter, legte eine Hand auf meine Schulter und wischte mit der anderen eine Träne von meiner Wange. ,,Du bist doch ein großer Junge. Du schaffst das."
Ich wollte kein großer Junge sein. Ich wollte bei meiner Mutter in unserer drei Zimmer Wohnung bleiben. Ich wollte auf ihrem Schoß sitzen, während sie mir durch die Haare streichelte und Geschichten aus ihrem Leben erzählte. Wie sie Künstlerin werden wollte und jeden Tag mit bemalten Klamotten zur Schule gehen musste weil sie alles mit Farbe bekleckert hatte und ihre Eltern sich keine neue Kleidung leisten konnten. Wie sie einmal einem kleinen Vogel das Leben gerettet hatte, als er aus seinem Nest gefallen war...
Ich wollte träumen, nicht aufwachen.
,,Mamy ich kenne niemanden", schluchzte ich leise und wischte mit dem Ärmel meines Pullis über mein Gesicht. ,, Vielleicht mögen sie mich nicht..."
Ein trauriges Lächeln erschien auf dem Gesicht meiner Mutter, als sie die Arme um mich schlang und mich fest an sich drückte. Ich schloss die Augen und wünschte, ich könnte für immer mit ihr dort stehen bleiben.
,,Sie werden dich lieben, David", flüsterte sie in mein Ohr und ihre Stimme brach ein wenig, als kämpfte sie mit den Tränen. ,,Versprochen."
Ich glaubte ihr. Das war der einzige Grund, weshalb ich ihre Hand endlich loslassen und mich dem Unbekannten stellen konnte. Weil meine Mutter mich nicht anlügen würde. Niemals. Und als ich den Raum betrat, in dessen Mitte ein Kreis aus bunt zusammen gewürfelten Stühlen stand, musste ich zugeben, dass mich die Anzahl aus verschiedensten Spielsachen sofort faszinierte.
Ich war zwar noch ein kleines Kind, aber ich wusste schon damals was Vermögen bedeutete und nie im Leben hätten wir uns diese ganzen Sachen leisten können. Es war wie im Paradies.
,,Guten Morgen ihr Großen", sagte eine Frau mit blondem Pferdeschwanz und einer eckigen Brille, die auf einem der Stühle saß und uns freundlich anlächelte. Außer mir waren noch ungefähr fünf andere Kinder da, die bereits die Spielsachen in Augenschein genommen hatten, jedoch interessiert aufsahen, als die Frau zu sprechen begann. ,,Setzt euch doch zu mir, damit wir uns ein wenig kennen lernen können."
Wir taten was sie sagte und nahmen auf den Stühlen um sie herum Platz.
,,Ich heiße Agnes und bin für die nächsten drei Jahre eure Betreuung. Wir werden heute eine kleine Vorstellrunde machen, danach könnt ihr miteinander spielen und morgen basteln wir dann etwas für die Fenster damit es hier fröhlicher aussieht", sie lächelte in die Runde, dann klatschte sie in die Hände und sah zu dem Jungen rechts von ihr hinüber. ,,Ok, möchtest du anfangen?", fragte sie ihn freundlich. Der Junge nickte mit zusammen gepressten Lippen. ,,Schön. Sag uns doch einmal wie du heißt und was du gerne magst."
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Angel - and how everything changes
RomanceDavid und Angel sind seit sie denken können die besten Freunde. Sie teilen alles: Ihren Humor, ihre Freunde, selbst ihre tiefsten Geheimnisse. Doch eines Tages muss David feststellen, das Angels Anwesenheit ein Gefühl in ihm auslöst, dass weit über...
