Sie schrie nur noch, dass er aufhören soll und sie schubste ihn von sich weg, doch er wollte sich nicht abwimmeln lassen und machte weiter. Sie versuchte sich aus seinem Griff zu befreien, doch das gelang ihr nicht sonderlich gut. Er lachte nur und drängte sie gegen die Wand der Hausversade. Sie schrie die ganze Zeit lautstark um Hilfe, doch es kam keiner. Sie startete einen weiteren Versuch sich von ihm zu lösen, doch jetzt wollte sie es unbedingt und mobilisierte all ihre noch vorhandenen Kräfte. Erst schlug sie ihm ins Gesicht und biss ihm in die Hand, dann rannte sie so schnell es ging zur Straße um die Ecke. Nach wenigen Metern packte er sie am Arm, doch sie schaffte es ihn abzuschütteln und lief weiter. An der Straße angekommen versuchte sie ein Auto anzuhalten, doch alle die sie versuchte zu animieren stehen zu bleiben, hupten und wichen ihr aus. Sie rannte auf der Straße Richtung Kirche um dort Hilfe von den Anwohnern zu erhalten.
An der Kirche angekommen, klopfte sie an mehrere Türen doch es wollte ihr keiner öffnen. Nach wenigen Minuten kreuzte Leon am Ende der Straße auf und sie erschrak sich. Sie lieb kurz, wie angewurzelt, stehen und schaute ihn völlig verängstigt an. Er kam langsam auf sie zu und sie hat sich noch nie so gefürchtet. Ihr Herz raste, ihr Atem so schnell wie es Ihre Lungen aushielten. Der Blick starr auf Leon gerichtet, bewegte sie sich langsam rückwärts um ihren Vorsprung beizubehalten. Es war fast toten Still. Auf einmal fingen die Glocken der Kirche an zu läuten. Sarah drehte sich um und rannte, so schnell es ging, einfach nur weg. Sie wollte zurück zu ihrem Auto. Doch dann bemerkte sie, dass sie ihre Autoschlüssel in ihrer Handtasche verstaut hatte und die lag noch vor dem Haus. Sie überlegte kurz und rannte Richtung Haus. Sie sah Leon nirgendwo und ihr kam sichtlich das Blut ins Gesicht geschossen. Endlich am Haus angekommen, holte sie schnell Ihre Tasche und wollte so schnell wie möglich hier weg. Doch Leon wusste, dass Sie zurück laufen wird und war schon vorher am Haus. Leon versteckte sich hinter einer mannshohen Steinmauer. Er packte sie und zerrte sie Richtung Eingang und sie dachte alles wäre nun vorbei. Bevor Leon Sarah ins Haus ziehen konnte, rief eine fremde Stimme:
„Halt, hier spricht die Polizei, lassen Sie die Frau los."
Leon erschrak und zerrte an Sarahs Klamotten, um sie besser packen zu können. Kurz darauf stürmten gefühlt mehrere hundert Männer um die Ecken des Einfamilienhauses.
„Hände hoch!" schrien Sie fast im Chor und Leon schubste Sarah aus der Tür und schlug die Haustür zu.
Sarah lag fast bewegungslos vor dem Eingang des Einfamilienhauses und die Polizisten holten einen Sanitäter, der sich um Sarah kümmern solle. Zwei Polizisten halfen Sarah aufzustehen und brachten sie in Richtung des Krankenwagens, der vor dem Haus stand. Sarah hatte mehrere Schürfwunden und kleinere Schnittverletzungen. Zwei Sanitäter verarzteten Sarah und dokumentierten die Verletzungen von ihr. Währenddessen standen mehrere hundert Polizisten nun um das ganze Haus, langsam wurde es Abend und die ganze Stierstraße war in blauem Licht gehüllt. Um 20:48 Uhr stürmte die Polizei das Haus mit der Hausnummer 38. Leon verschanzte sich im Schlafzimmer, das sich im 1.Stock befindet. Die Polizisten brachen die Haustür auf und durchsuchten das restliche Haus, bevor sie ins Obergeschoss gingen. Fünf Polizisten aus der Spezialeinheit standen vor dem verriegeltem Schlafzimmer. Ein Polizist schrie er solle mit erhobenen Händen heraus kommen, doch es kam keine Reaktion von Leon. Drei Sekunden später schlugen die Polizisten die Tür ein und hielten Leon davon ab, sich eine Kugel durch den Schädel zu jagen. Der anwesende Kommissar überredete Leon die Waffe wegzulegen und sich Handschellen anlegen zu lassen. Kurz nachdem Leon verhaftet worden war, bemerkte ein Polizist mehrere versteckte Waffen.
Im Keller wurde eine Frau mittleren Alters gefunden. Sie war an Hand- und Fußgelenken gefesselt. Sie sah aus als, hätte sie seit mehreren Wochen nichts mehr gegessen. Sie saß auf dem kalten Boden, nur mit Unterwäsche bekleidet. Sie war völlig verängstigt und sagte nichts. Ein Sanitäter wurde in den Keller gerufen und Leon wurde aus dem Haus Richtung Polizeiwagen gebracht. Er wurde kurz darauf weggefahren. Der Sanitäter untersuchte die Frau und bemerkte, dass sie schwanger war. Ein Polizist notierte sich die Aussage des Sanitäters und ein weiterer machte Fotos vom Keller. Links, am anderen Ende des Raumes fanden die Polizisten etwas, was selbst sie schockierte. Es war ein abgetrennter Raum, er war mit Folie begrenzt und man konnte nur erahnen was dort passiert worden war.
Die Ermittler öffneten den Reißverschluss, dieser zog sich von etwa einer Höhe von drei Metern bis zum Boden. Nun konnte man in diesen Raum schauen. Der Raum war zwar nicht sehr groß, aber dennoch befand sich ein Operationstisch mit Ausstattung, wie Licht, mehrere Apparate und Werkzeuge für eine bevorstehende Operation bereit. Der Sanitäter staunte nicht schlecht über die vorhandene Ausstattung. Währenddessen öffnete ein anwesender Polizist einen der drei Schränke. In dem nun offenen Schrank lagen mehrere Konserven Blut mit der Blutgruppe AB+. Der Sanitäter erläuterte Lautstark, wie selten diese Blutgruppe sei:
„Man bekomme diese nur sehr selten und es ist kostenintensiv diese in seinem Besitz zu haben."
Ein Polizist fotografierte die neuen Funde und lies die Spurensicherung holen. Plötzlich stand ein großer Mann im Raum, er hatte breite Schultern,was der Anzug noch verstärkte. Der Herr trug einen anthrazitfarbenen Anzug mit einem weißem Hemd und dunkelblauer bis schwarzer Krawatte. Zwei Polizisten grüßten den Herrn als Hauptkommissar Schulze. Er machte sich ein Bild vom Stand der Dinge. Er schaute sich erst im Raum um, dann ging er geradewegs auf den Operationsraum zu. Er stand kurz in der halb offenen Folientür und ging dann weiter zum anwesenden Kommissar.
„Kommissar König, wie weit sind Sie?" sprach Hauptkommissar Schulze.
Er antwortete etwas verlegen:
„Die Spusi hat nicht viel gefunden, nur 300 Euro, einen Plan von irgendeinem Gebäude sowie zwei Pistolen, Munition und Blend- und Tränengas."
„Wieso erfahre ich das erst jetzt!" beschwerte sich der Hauptkommissar und sein Gesichtsausdruck zeigte eine Mischung aus Wut, Erkenntnis und Verwirrung. Er regte sich nicht darüber auf, dass er es erst jetzt erfuhr, sondern was gefunden wurde.
„Wissen wir schon von welchem Gebäude der Plan ist?"
Ein Polizist antwortete sofort mit:
„Nein, die Techniker arbeiten noch daran!".
„Warum dauert das so lange?".
Die Frage erfüllte den Raum wie Rauch eines Feuers und dennoch antwortete dem Hauptkommissar niemand. Kurze Stille, dann wurde wieder fotografiert und die Spurensicherung arbeitete weiter. Hauptkommissar Schulze, Kommissar König sowie drei Polizisten verließen den Keller und gingen in den Flur im Erdgeschoss, zwei Polizisten verließen das Haus, die anderen gingen die alte Holztreppe zum Schlafzimmer hinauf.
„Wo wurden die Gegenstände gefunden?" fragte Kommissar König den Polizisten. Der Polizist blätterte in seinem Notizblock und sagte:
„Einen Teil des Geldes fanden wir versteckt im Schreibtisch zwischen Büchern und den Rest in Video- und VRS-Kasetten. Die Waffe lag im Nachttisch neben dem Bett und die Munition dabei. Das Blend- und Tränengas stand zwischen Kartons in der Speisekammer."
„OK, danke für die Informationen, Herr Sturm." sagte Kommissar König am oberen Ende der Treppe.
„Welches Zimmer?" fragte Hauptkommissar Schulze nachdem er sich umgeschaut hatte.
„Zweite Tür, links." sagte Herr Sturm und hob den Arm um die Richtung anzudeuten. Kommissar König ging voraus, Hauptkommissar Schulze und Herr Sturm folgten ihm.
Der Raum war nicht gerade sehr groß, das Bett nahm den größten Teil des Raumes ein. Neben dem Bett stand eine kleine Kiste mit alten Sachen von Leon, an der Wand, links neben dem Bett, ein Kleiderschrank, der Lack blätterte bereits von den Türen ab und das dunkle Eichenholz kam zum Vorschein. Rechts neben dem Bett stand der erwähnte Nachttisch, wo die zweite Waffe sichergestellt worden war. Der Polizist stand in der Tür und lehnte sich leicht dagegen, der Hauptkommissar und Kommissar König standen in verschiedenen Teilen des Raumes. Der Kommissar schaute sich die Kiste und den Kleiderschrank an. Währenddessen schaute der Hauptkommissar sich den Nachttisch an und ließ nun seinen Blick durch den Raum schweifen. Plötzlich kam in der Stille die Frage des Hauptkommissars, wo den das Bad sei. Polizist Sturm antwortete ihm „Schräg gegenüber, warum?".
„Ich möchte nur etwas überprüfen" und ging auf Herrn Sturm zu.
Sturm ging drei Schritte rückwärts, um den Hauptkommissar Schulze vorbei zu lassen. Er ging quer über den Flur und öffnete die Tür. Der Raum war noch etwas lichtdurchflutet von der untergehenden Sonne. Der Hauptkommissar schaltete das Licht an und schaute sich nochmal im Badezimmer um. Im Bad steht eine Badewanne in der linken hinteren Ecke, rechts davon steht eine kleine Kommode, der Hauptkommissar öffnete diese und fand mehrere Handtücher und Putzmittel. Rechts neben dem Eingang ist ein Waschbecken, darüber hängt ein ovaler Spiegel, daran hängt eine kleine Ablage. Auf dieser Ablage stehen zwei Gläser, in einem ist eine Zahnbürste in der anderen nicht. Er schaut sich weiter um und findet einen Indiz dafür, dass Leon bestimmt nicht alleine gehandelt hat. Am Boden neben der Dusche liegt ein Ohrring. Der Herr Hauptkommissar rief aus dem Bad, jemand solle ihm die Spurensicherung noch einmal hoch schicken. Kurz darauf kam Kommissar König um die Ecke und fragte, ob er was gefunden hätte. Er sagte nichts und wartete auf seinen Kollegen. Nach wenigen Sekunden bemerkte auch Kommissar König was Herr Schulze meint.
„Ah, es ist Ihnen aufgefallen."
„Ja, natürlich. Nun passt vieles besser zusammen!"
„Kommen Sie, wir lassen die Spurensicherung ihre Arbeit machen!" befahl Herr Schulze seinem Kollegen und leitete ihn aus dem Bad.
Nun standen beide Kommissare im Flur neben der Treppe. Sie standen sich leicht schräg gegenüber als Alex Dreher, von der Spurensicherung, die Holztreppe hinauf kam. Andreas schaute sich kurz um, als er die oberste Stufe betreten hatte und blickte dann konsequent zu den Kommissaren hinüber. Herr Dreher musste erst um das Holzgeländer, passend zur Treppe, in einem dunklen Holzton, dann am Schlafzimmer vorbei, bevor er schließlich am Bad ankam. Er schaute erst den Hauptkommissar und dann den Kommissar König an. Hauptkommissar Schulze zeigte auf das Bad und meinte, nur aus Spaß, dass die Spusi etwas vergessen hätte. Alex Dreher schaute ihn spöttisch an und zog die Mundwinkel hoch und kniff dabei die Augen zusammen. Er ging in den Raum und manövrierte den Metallkoffer an den Kommissaren vorbei. Herr Schulze und Herr König unterhielten sich unterdessen weiter über den komplizierten Fall. Währenddessen machte Herr Dreher die Tür zu. 10 Minuten später war Herr Dreher fertig mit der Auswertung der neuen Spuren, doch die Kommissare waren keinen Schritt weiter gekommen. Sie hatten die vorliegenden Fakten aufgezählt und Rückschlüsse daraus gezogen, doch nach weiterer Unterhaltung stellte sich heraus, wie verzwickt dieser Fall wirklich ist. Herr Sturm trat aus dem Schlafzimmer hinaus und gab seine Erkenntnisse aus dem untersuchten Schlafzimmer kund.
Kurz darauf kam auch Herr Dreher aus dem Bad und sagte:
„Ich bringe die Beweise ins Labor, wir sollten in kürze die Ergebnisse haben."
„OK, beeilen sie sich trotzdem."
„Jawohl!" sagte Herr Dreher und ging die Treppe hinunter.
„Nun gut. Fotos sind gemacht, Herr Sturm?"
„Ja, von jedem Raum."
„OK, lassen Sie uns zurück zum Revier fahren."sagte Hauptkommissar Schulze und ging Richtung Treppe.
Als alle drei Polizisten vor dem Haus standen, war es schon kurz vor drei Uhr morgens. Herr Sturm streckte sich und hob dabei die Arme. Zur gleichen Zeit fing Hauptkommissar Schulze an zu gähnen und hielt sich die Hand vor den Mund. Danach gab er den Befehl, dass sie erst nach Hause fahren und sich später auf dem Revier treffen, um gemeinsam den Fall zu besprechen. Die Polizisten stimmten ihm zu und gingen in Richtung Straße. Die Kommissare trennten sich und gingen zu ihren Autos.
Nach nur wenigen Stunden Schlaf, kamen die Kommissare und ihr Kollege Sturm im Büro von Hauptkommissar Schulze zusammen. Sie standen grob verteilt in dessen Büro, Herr Schulze saß in seinem Stuhl vor seinem großen Holztisch, Herr König lehnte sich auf einen etwa 1,50 Meter hohen Aktenschrank und Herr Sturm stand etwa zwei Fuß von der Tür entfernt und hielt sein Notizblock in der Hand.
„Die Spuren wurden ausgewertet." sagte Sturm in den Raum hinein.
„Am Ohrring war zwar DNA, aber zu wenig um eine Analyse durchführen lassen zu können. Im Schlafzimmer konnten wir weitere DNA feststellen, einmal die von Leon und einer weiblichen Person."
„Warten Sie, und was ist mit dem Glas und wurden denn keine Haare gefunden?" unterbrach Hauptkommissar Schulze seinen Kollegen.
„Auf dem Glas waren nur Teilabdrücke, die wir nicht zuordnen können."
„OK und weiter?"
„Die Waffen sind alle auf Leon angemeldet. Um auf Ihre Frage zurück zu kommen, ja es wurden Haare im Bad gefunden, doch auch diese konnten wir nicht zuordnen."
„Was ist mit der Frau?" fragte Kommissar König.
„Sie ist uns nicht bekannt, wir suchen sie durch die Vermisstenanzeigen."
„OK, gut, gibt es irgendwelche neuen Erkenntnisse zu diesem Operationsraum?"
„Nein, es ist so, als ob nie jemand dieses Equipment gekauft hätte!" brachte Kommissar König ein.
„Naja, könnte schlimmer laufen ..." sagte Hauptkommissar Schulze und stand auf und fügte hinzu „Wir sollten unserem Tatverdächtigen diese Fragen stellen!" Er öffnete die Tür seines Büros, ging hinaus, sprach einige Worte mit einem Kollegen und kam ins Büro zurück.
„Führen Sie das Verhör?" und schaute Kommissar König an.
„Ja, natürlich." erwiderte er und verließ das Büro mit seinem Kollegen Sturm.
Etwa Zwanzig Minuten später befanden sich Kommissar König und Herr Sturm mit dem verhafteten Leon im Verhörraum. Hinter der Glasscheibe stand der Hauptkommissar Schulze und lauschte dem Verlauf des Verhöres.
„Wir wissen, dass sie nicht alleine agieren! Wer ist es?!" und Kommissar König schlug mit beiden Handflächen auf den Tisch. Leon erschrak und sagte dennoch mit seelenruhiger Stimme:
„Woher wollen sie das wissen, sie haben keinerlei Beweis! Also was wollen sie mir anhängen?" Er lächelte, lehnte sich zurück und verschränkte seine Arme, so gut es mit Handschellen nur ging.
„OK, sie wollen Spielchen spielen, wie sie wollen! Wir wissen sie haben das nicht zum ersten Mal gemacht, die Kollegen aus Österreich haben uns ihre Akte geschickt." Er klappte die vor ihm liegende Akte auf und blätterte etwas darin.
„Was wollten sie mit dem Tränengas?" fragte Herr Sturm nach kurzer Stille.
„Was geht sie das an!?" sagte Leon genervt.
„Es ist eine Straftat!" verdeutlichte Kommissar König die Frage.
„Na und?" sagte er nüchtern.
„OK, wie sie möchten! Mir ist es egal, was mit ihnen geschieht!" sagte Kommissar König. Er tippte seinen Kollegen an, um ihm zu verdeutlichen, dass er nicht mehr am Verhör agiert und ging hinaus. Sturm und Leon saßen sich gegenüber und Leon schaute nie Herrn Sturm an.
„Es wird für Sie nicht leichter ..." sagte Sturm nach kurzer Stille „wenn sie uns nicht sagen, was wir wissen wollen!" Leon schwieg und würdigte ihm keines Blickes.
„Eine Frage hab ich noch." sagte er ihm als er aufstand.
„Wer ist die Frau in ihrem Keller?"
Leon antwortete ihm kurz und knapp „Keine Ahnung!"
Herr Sturm ging aus dem Verhörraum und schickte einen Kollegen hinein, der ihn zu seiner Zelle zurück bringen sollte. Die drei Kollegen trafen sich wieder gemeinsam im Büro von Hauptkommissar Schulze.
„Was meinen sie Herr Sturm, wird er uns mehr als nur das liefern können?"
Herr Sturm schloss die Tür und sagte
„Ich weiß es nicht, es könnte ein psychisches Problem sein. Ich weiß es nicht."
„Na gut, wir lassen ihn fürs erste schmoren und konzentrieren uns auf die Frauen. Hat die Unbekannte schon etwas gesagt?"
„Nein, sie steht aber unter Bewachung."
„OK„ sagte Hauptkommissar Schulze „Herr König und ich fahren zu Frau Braun und stellen ihr ein paar Fragen und sie Herr Sturm machen im Labor Druck und gehen die Vermisstenanzeigen durch, vielleicht hat sie jemand als vermisst gemeldet."
„OK, mach ich." sagte Herr Sturm und verließ das Büro.
„Also, auf geht's!" sagte Hauptkommissar Schulze und stand von seinem Stuhl auf. Herr König ging voraus und Herr Schulze folgte ihm.
„Meiner oder Ihrer?" fragte er seinen Vorgesetzten.
„Lassen sie uns Ihren Wagen nehmen" antwortete Herr Schulze und drückte auf den Knopf für den Fahrstuhl. Kurz darauf ertönte ein dezentes „ping" und die Fahrstuhltüren öffneten sich. Die beiden Herren stiegen ein und fuhren ins Erdgeschoss. Sie gingen auf den Parkplatz und stiegen in den Wagen von Herrn König, ein.
„Wissen Sie die Adresse?"
„Ja, natürlich weiß ich die Adresse von Frau Braun."
Noch während Kommissar König diesen Satz sagte, machte er den Motor an und fuhr los.
Kurze Zeit später, kamen die Kommissare am Haus von Frau Braun an. Es war kein großes Haus, hatte seine beste Zeit schon hinter sich, ist aber mit viel Liebe wunderschön gestaltet worden. Das Haus stand etwas versteckt hinter einer Eiche, diese ist bestimmt fast 100 Jahre alt. Es führte ein kleiner Weg von der Straße zum Haus und führte an weißen und roten Rosen vorbei, außerdem an einem Hibiskusstrauch sowie an Dahlien und kleinen Tannen. Am Haus zierten kleine Satzblumen für ein farbenfrohes Spektakel. Die Herren klingelten und eine brünette, circa 1,65 Meter große, schlanke Frau öffnete die Tür. Sie fragte mit fast trockener Stimme
„Was kann ich für Sie tun?" nachdem sich die Kommissare vorgestellt hatten.
„Wir möchten Sie wirklich nicht drängen, aber wir müssen wissen was gestern passiert ist."
„Nein, ich will mich nicht daran erinnern, es ist einfach zu schrecklich!"
„Wir verstehen Ihre Bedenken, doch nur mit Ihrer Hilfe kann er so etwas nie mehr machen. OK?"
„Na gut, ich versuche es."
„Fangen wir mit einer einfachen Frage an. Wie haben Sie Leon kennengelernt?" fragte Hauptkommissar Schulze.
Sie antwortete „Es ist irgendwie klischeehaft, ich habe ihn in einem Café hier in der Nähe kennengelernt."
„Und wann war das?"
„Vor etwa zwei Monaten."
„Wieso sind Sie bei ihm gewesen?"
„Er hatte mich zu sich eingeladen, weil er mir etwas in seinem Haus zeigen wollte."
„Wie hat er sich gegenüber ihnen Verhalten?" setzte Kommissar König an.
„Ich dachte, er hätte Interesse an mir gezeigt. Er war aufgeschlossen, höflich, zuvorkommend und auf eine komische Art liebevoll."
„Wie meinen Sie das?" fragte Herr Schulze verwirrt nach.
„Es ist schwer das zu erklären. Er war manchmal grob, meist in seiner Wortwahl, dennoch hatte ich das Gefühl ich werde beschützt, wenn ich bei Ihm bin."
„Hat er Ihnen irgendetwas davon gesagt was, naja, in seinem Haus passiert oder ist?" fragte Hauptkommissar Schulze.
„Nein, er sagte mir nur, es ist eine Überraschung, deshalb will und kann er mir nichts sagen."
„Nun gut, Wir danken Ihnen, dass Sie sich Zeit für uns genommen haben." sagte Hauptkommissar Schulze mit einem freundlichen Lächeln, während er sich vom Sofa erhob und Frau Braun die Hand reichte. Auch Herr König erhob sich und reichte Frau Braun seine Hand, nachdem sich sein Kollege verabschiedet hat. Danach reichte Herr König ihr noch seine Karte und sagte:
„Wenn Ihnen noch etwas einfallen sollte, egal wie unwichtig es scheint, rufen Sie mich an." Mit diesem Satz verabschiedete sich Herr König und folgte seinem Kollegen aus dem Haus von Frau Braun.
„Glauben Sie, dass Sie die Wahrheit sagt?"
„Ich kann Ihnen nur eines sagen. Solange wir nicht das Gegenteil beweisen können, müssen wir davon ausgehen, dass sie die Wahrheit sagt."
„Natürlich."
Die Polizisten stiegen ins Auto ein und Herr König fuhr in Begleitung von Hauptkommissar Schulze zurück zum Revier. Dort wartete Herr Sturm schon um den Fortschritt seinen Kollegen mitzuteilen. Herr Sturm stand am Eingang des Polizeireviers, wo er direkten Blick auf den Parkplatz hatte. Es hat wenige Minuten vor dem Ankommen der beiden Kommissare angefangen zu regnen. Deshalb wartete Herr Sturm auch im Gebäude und nicht mehr davor. Leicht durchnässt nahm Hauptkommissar Schulze das Anliegen von Herrn Sturm auf.
„Haben Sie etwas?" fragte Schulze.
„Es gab keinen Treffer in den Vermisstenanzeigen, doch Sie ist schon in unserer Datenbank!" Während er den beiden Kommissaren die Akte zeigte, öffneten sich die Türen des Fahrstuhls.
„Sie war vor acht Jahren in einen Diebstahl verwickelt. Sie bekam zwei Jahre Bewährung und musste Sozialstunden leisten."
„Wieso ist keinem aufgefallen, dass Victoria verschwunden war?" fragte Kommissar König, als sie vor dem Eingang des Büros von Hauptkommissar Schulze standen.
„Sie hatte die Strafe beglichen und Sie hat keine näheren Verwandten mehr. Ihre Eltern sind vor drei Jahren gestorben und Sie ist ein Einzelkind." „Keine Tanten oder Onkel?"
„Naja, eigentlich schon. Die Cousine ihrer Mutter lebt noch. Wenn Sie wollen, rufe ich Sie an."
„Ja tun Sie das, es ist besser, wenn ein Verwandter bei Ihr ist!"
Herr Sturm verließ das Büro und lies die Kommissare zurück. Kurz nachdem Hauptkommissar Schulze sich in seinen Stuhl niedergelassen hatte, kam Dr. Jaqueline Rosse in das Büro.
„Hallo, ich habe die Untersuchungen vom Tatort abgeschlossen."
Sie übergab dem Hauptkommissar den Bericht.
„Und gab es irgendetwas interessantes?" fragte Kommissar König.
„Der Operationsraum war ohne Befund, das Schlafzimmer oder besser gesagt das Laken war mit zwei verschiedenen DNA versetzt. Eine davon ist vom Verdächtigen Leon, die andere DNA war weiblich, mehr kann ich dazu nicht sagen. Genauso war es im Bad, der Ohrring ergab keinen Befund, es gab zwar Fingerabdrücke, nicht nur von Leon, aber diese konnten wir nicht zuordnen, weil es zu wenige Anhaltspunkte für eine Analyse gab."
„Haben Sie noch etwas herausgefunden." fragte Hauptkommissar Schulze.
Nein, eigentlich nicht." nach kurzem zögern sagte sie:
„Doch, wir wissen nun von welchen Gebäude der sichergestellte Plan ist. Der Plan ist von einer Bank. Nach unserer Analyse zeigt dieser Plan die Hauptfiliale für die Geldverteilung der JTS. Das Gebäude steht in Retenburg, wir haben das dortige Sicherheitspersonal alarmiert und sollen Unterstützung hinschicken, auf Anfrage derer.
„Ja, gut. Ich lasse einige dorthin."
„Was ist mit den restlichen Anhaltspunkten?" fragte Kommissar König.
„Darum werde ich mich persönlich kümmern. Sie fahren mit den Männern zu der Zentrale und koordinieren die Sache dort. Ich verlasse mich auf sie, Herr König."
„Jawohl, Herr Schulze. Ich werde mein bestes geben." Mit diesem Satz ging Kommissar König aus dem Büro und fuhr wenig später mit sechs weiteren Polizisten zu der Zentrale. Währenddessen bekam Herr Schulze die Information, dass Victoria, das erste Opfer, aus dem künstlichen Koma aufgeweckt worden ist. Die Ärzte erlauben das ihr einige Fragen bezüglich des Falles gestellt werden dürfen. Die freute den Hauptkommissar, dieser fuhr mit Herr Sturm sogleich zum Krankenhaus um mit dem Opfer zu reden. Am Krankenhaus angekommen gingen die Polizisten in den Nordflügel, wo das Opfer behandelt wird. Der Raum war steril eingerichtet, kein schnickschnack, nur einen kleinen Fernseher, zwei Stühle und einige Apparaturen zur Überwachung des Herzens und zur Dosierung der Schmerzmittel. Victoria wurde gerade untersucht als die Polizisten am Zimmer ankamen. Ein Kollege stand vor dem Eingang des Zimmers um sicherzustellen, dass ihr nichts weiter passiert. Die behandelnde Ärztin kam aus dem Zimmer und sagte, nachdem Hauptkommissar Schulze sie angesprochen hatte, das Victoria noch etwas schwach sei und das sie es schaffen werde. Außerdem meinte sie:
„Stellen sie ihr nicht so viele Fragen, sie muss sich immer noch ausruhen und es kann auch weitere Auswirkungen auf sie haben, also seien sie bitte Rücksichtsvoll."
„Natürlich" sagte Hauptkommissar Schulze.
Hauptkommissar Schulze und Herr Sturm klopften an die Holztür und öffneten diese sogleich. Victoria setzte sich auf als sie die Herren bemerkte und diese begrüßten sie.
„Hallo, Frau Rehtmann. Wir haben einige Fragen wegen dem was in dem Haus passiert ist" Sie schwieg.
„Ich weiß was sie erlebt haben können wir uns nicht vorstellen, aber wir wollen die zur Strecke bringen die das gemacht haben. Sie müssen uns aber dabei helfen." sagte Hauptkommissar Schulze. Sie schaute aus dem Fenster um ihr Desinteresse zu verdeutlichen. Der Hauptkommissar setzte sich auf einen Stuhl und fragte mit liebevoller und ruhiger Stimme:
„Wollen sie uns nicht etwas über sich erzählen?" Victoria schwieg immer noch.
„OK. Wir haben die Cousine ihrer Mutter angerufen und diese wird in Kürze da sein. Wir möchten uns für die Störung Entschuldigen." Der Kommissar stand auf und ging in Richtung Tür. Auf einmal sagte Victoria:
„Warten Sie. Ich werde ihnen einige Fragen beantworten."
Der Hauptkommissar drehte sich um und sein Kollege schloss die offene Tür.
„OK. Wie sind sie in den Keller gekommen?"
„Ich traf mich mit Lukas und ich glaube es war das vierte Treffen wachte ich irgendwann in diesem Keller auf."
,,Sagten sie Lukas?"
,,Ja, er sagte mir sein Name ist Lukas."
„Sie wissen nicht wie lange das her ist, oder?" fragte Herr Sturm der sich die Informationen notierte.
„Nein, er gab mir nur sehr wenig zu essen, meist nur Wasser und Brot. Die meiste Zeit vergewaltigte er mich und er tat das meistens nachdem er sich mit einem Komplizen gestritten hatte."
„Wissen sie ob es ein Mann oder eine Frau war?"
„Ich kann ihnen nur sagen wie sich die Stimme angehört hat, mehr aber auch nicht."
Sie fing an zu weinen und der Monitor zeigte einen erhöhten Herzschlag an. Eine Schwester kam hinein und schaute nach der Patientin und bat die Polizisten zu gehen.
„OK, noch eine Frage. Ist in diesem Operationsraum irgendetwas durchgeführt worden?"
„Jaein, also Lukas meinte das ist nur zur Absicherung falls etwas schief gehen sollte, er machte sich aber keine Sorgen darum das das je geschehen wird. Er benahm sich aber sehr komisch als der Raum fertig war."
„Danke Frau Rethmann, sie haben uns wirklich weitergeholfen."
Herr Sturm schloss sein Notizblock und drehte sich in Richtung Tür. Auch Herr Schulze drehte sich in Richtung der Tür und verließ mit seinem Kollegen das Zimmer von Victoria Rethmann. Die Polizisten gingen zum Auto von Herr Schulze, auf einmal klingelte dessen Telefon.
„Was ist Herr König, ist etwas passiert?"
„Nein nicht bei uns aber der Konvoi wurde überfallen."
„Wissen sie schon mehr?"
„Nein wir sind gerade auf dem Weg dorthin."
„OK, melden sie sich wenn sie etwas herausgefunden haben."
„Natürlich."
Mit diesem Satz legte der Kommissar auf und Herr Sturm und Herr Schulze stiegen ins Auto ein. Sie fuhren zurück zum Revier um dort das weitere vorgehen zu besprechen. Nach einer zwanzig Minütigen Fahrt, wo sich die beiden Polizisten nur anschwiegen, kamen sie endlich am Revier an. Sie gingen getrennt zum Büro des Hauptkommissars. Herr Sturm sagte einigen Kollegen Bescheid wegen der Ablöse von Herr Fillich, der vor dem Zimmer von Frau Rethmann steht. Herr Schulze informierte sich über die Befunde die im Labor untersucht werden.
„Wie weit sind sie, Herr Dreher?"
„Hallo Herr Hauptkommissar. Die einzelnen Proben haben wir weitestgehend abgeglichen, dennoch fehlen uns noch einige. Wir können aber mit Bestimmtheit sagen, dass die Haare aus dem Bad Von einer rothaarigen Frau sein müssen. Die Fingerabdrücke sind die selben, sei es im Bad, auf Türgriffen oder anderen Gegenständen. Wir konnten sie immer noch nicht bestimmen."
„Gibt es weitere Anhaltspunkte wegen dem Operationsraum?"
„Ja, da haben wir welche! Der größte Teil dieses Systems wurde über ein Konto in der Schweiz bezahlt. Doch einige Teile wurden hier in Deutschland bei M.A.T.S. bestellt und gekauft."
„Und was ist M.A.T.S.?"
„Das steht für Medizinische Apparaturen, Technologie und System. Sie haben uns eine Liste mit Kunden geschickt, nachdem ich einen Gerichtsbeschluss besorgen ließ."
„Hat sich daraus etwas ergeben?"
„Ja, durchaus. Wir haben nach nicht ordnungsgemäßen Kunden gesucht. Also haben wir alle Krankenhäuser aus dieser Liste genommen und bekamen einige Namen. Diese haben wir dann mit öffentlichen Einrichtungen verglichen und bekamen drei Namen. Einmal Leon Rehtmann, Victoria Kleit und Johanna Tries, wir haben natürlich die Namen überprüft und nach ähnlichen Namen gesucht und dennoch nichts herausbekommen."
Herr Schulze und Herr Dreher stiegen aus dem Fahrstuhl wieder aus, in den Sie kurz zuvor gestiegen sind, und gingen ins Büro von Hauptkommissar Schulze. Dieser setzte sich sogleich auf seinen Stuhl hinter seinem Schreibtisch. Kurz darauf km auch Herr Sturm ins Büro. Herr Dreher übergab dem Kollegen Sturm die Akte mit den Befunden. Herr Sturm überflog die Akte kurz und sagte:
„Was ist wenn wir eine Fahndung heraus geben."
„Und wie stellen sie sich das vor?" fragte Herr Schulze neugierig.
„Naja wir wissen das die Frau des öfteren in der Gegend vom Tatort gewesen sein muss. Außerdem wissen wir das die Frau die wir suchen rote Haare haben muss und ärztliche Kenntnisse dazu."
„Ja, gut. Fragen sie erst die Nachbarn von Leon wegen dieser Frau, ob sie ein Auto fährt und ob die Leute uns möglicherweise noch mehr Anhaltspunkte geben können." sagte Hauptkommissar Schulze zu Herr Sturm. Dann schaute er zu Herr Dreher und sagte schließlich:
„Außerdem durchsuchen sie die Ärztekartei und die Personaldaten der umliegenden Krankenhäuser, auf eine Frau, auf diese Beschreibung passt."
„Wird gemacht." sagte Herr Dreher und ging aus dem Raum. Auch Herr Sturm wollte gerade aus dem Raum gehen als das Telefon von Hauptkommissar Schulze klingelte. Es war Herr König, Herr Schulz winkte Herr Sturm zurück und stellte das Telefon auf Lautsprecher.
„Am Konvoi wurden keine Spuren gefunden, die Begleiter wurden nicht schwer verletzt. Es fehlen nur 700.000 Euro, weil die Bank das Geld aufgeteilt hatte. Sonst wäre es viermal so viel Geld gewesen." sagte Kommissar König.
„OK, gibt es irgendwelche Anhaltspunkte gegen die Räuber?" fragte Herr Sturm nach kurzer Stille.
„Nein, die Begleiter sagen alle, es waren zwei Leute mit Skimasken. Außerdem hatten sie mehrere Waffen."
„Na gut, lassen sie die Gegend nach weiteren Spuren untersuchen und lassen sie trotzdem nach dem Wagen Fahnden, auch wenn die Räuber diesen bestimmt schon gewechselt haben."
„Ja mach ich."
„Melden sie sich, wenn es neue Erkenntnisse gibt."
Herr Schulze beendete das Gespräch mit Herr König, nachdem er diesen Satz gesagt hatte. Der Hauptkommissar ging etwa zwei Stunden nach diesem Gespräch nach Hause. Er führte in dieser Zeit ein weiteres Verhör, mit einem Verdächtigen von einem anderen Fall, schrieb Berichte und führte einige Telefonate mit, über ihm stehenden Personen, wie dem Landeskriminaldirektor, da es möglicherweise einen Anschlag geben kann. Auch Herr Sturm beendete nach einiger Zeit seine Arbeit und traf sich mit einigen Kollegen, für ein Feierabendbier, den die nächsten Tage werden alles verändern, was man sich nicht vorstellen kann.
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Eine Geschichte
Teen FictionUrteile nicht nach dem Aussehen, denn jeder den du kennenlernst kann dein letzter Bekannter sein. Jeder kann zum Mörder werden auch wenn man das nicht glauben kann und will. Genauso ist es Sarah passiert, aber auch Andreas kann nicht verstehen wieso...
