1. Kapitel

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Regen prasselte gegen das Fenster und das Auto schoss an den grauen, trostlosen Häusern vorbei.
Ich beobachtete einen Tropfen dabei, wie er sich langsam den Weg von ganz oben nach ganz unten bahnte und dabei noch weitere Tropfen mitriss.
Mit meinem Finger fuhr ich die Linie nach, die er hinterließ.
Jetzt war er aus meinem Blickfeld verschwunden und neue Regentropfen prasselten auf die Spur. Schon komisch, dass er einfach so weg war. Einfach verschwunden und niemand würde sich je an ihn erinnern und genauso wenig an die anderen gefühlt Millionen Regentropfen, die an diesem Fenster runterkullerten.
Was für einen Sinn macht das, einmal an einer Scheibe runterzukullern und dann für immer vergessen zu werden?
"Sophie?"
"Hm?", ich riss mich von meinen Gedanken los und schaute meiner Mutter ins Gesicht, die mich besorgt musterte.
"Geht es dir auch wirklich gut? Willst du nicht doch eine Woche vom Unterricht befreit werden? Immerhin kommen wir gerade von der Beerdigung deines Vaters."
"Von dem ich bis vor einem Monat noch nicht einmal wusste, dass er überhaupt noch gelebt hat. Ich komm schon klar, Mum."
Tatsächlich hatte ich meinen Vater nie kennengelernt. Er hatte sich verpisst, nachdem meine Mutter das zweite Mal  schwanger wurde (mit mir) und ich hatte ihn 17 Jahre lang auch nie vermisst geschweige denn gebraucht. Meine Schwester und meine Mutter redeten nicht über ihm und ich glaube meine Schwester kann sich auch nicht so richtig an ihn erinnern. Sie war auch noch so klein gewesen.  Und nun erfuhr ich, dass er vor wenigen Wochen in einer Messerstecherei, ja, richtig eine Messerstecherei ums Leben gekommen war. Und jetzt macht sich alle Welt sorgen, dass es mir nicht gut geht, weil ein Fremder gestorben ist, denn Hey, er war ja schließlich mein Vater.
Und natürlich war es nicht das schönste Gefühl, aber ich kannte ihn nunmal nicht.
Meine Mutter hatte sichtlich mehr Probleme damit, das zu verarbeiten. Sie kämpfte immer mal wieder mit den Tränen so wie jetzt.
Ich nahm sie ohne etwas zu sagen in die Arme und streichelte ihr über den Rücken, worauf sie endgültig anfing zu schluchzen.
"Alles wird gut, Mum. Alles wird gut."

Das Taxi hielt vor unserem kleinen Haus und wir stiegen aus. Das Haus war einfach aber schön.
Ein paar Treppenstufen führten zur Eingangstür, die grün gestrichen war. Sonst hatte es 2 Stockwerke. Unten war das Wohnzimmer, ein Bad und die Küche. Alles nicht besonders groß. Und oben das Schlafzimmer meiner Mum, mein Zimmer, das frühere Zimmer meiner Schwester und ein Bad, das mit Badewanne.

Das Schlafzimmer meiner Mum war mein ganzes Leben lang schon teilweise auch das Schlafzimmer irgendwelcher Typen, die meine Mutter dann spätestens nach drei Wochen wieder abservierte.

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In meinem Zimmer angekommen streifte ich mein enges, schwarzes Kleid ab und zog mir ein weites T-Shirt und und eine Jogginghose an.
Ich warf mich auf mein Bett und seufzte. Endlich. Verdammt hatte ich lange auf diesen Moment gewartet.

Hey ich versuche mich an meiner zweiten Geschichte und ich weiß nicht mal, ob ich die erste noch weiter schreibe, also... An die, die es interessiert: sagt mal wo ihr wollt, was ich weiterschreibe. (Nur zur Info: Das hier wird ehr ne Liebesgeschichte, aber ich hab vor es nicht so kitschig zu gestalten xD.)

Tschö

Sure?Where stories live. Discover now