Das schrille Klingeln des Weckers riss mich aus meinen Träumen. Seufzend stellte ich ihn aus. Nun war das Wochenende wohl offiziell beendet. Montag- wie ich diesen Tag hasste. Obwohl mein Vater jeden Sonntag in der Messe predigt, dass man für jede von Gott geschenkte Minute dankbar sein soll. Vielleicht soll man das wirklich. Ich selbst kannte aber niemanden, der das tat. Wirklich niemanden.
Verschlafen streckte ich mich und schob die Bettdecke beiseite. Abraham, unser Golden Retriever, kam in mein Zimmer getrottet und setzte sich erwartungsvoll vor mein Bett.
"6 Uhr ist eine ziemlich brutale Uhrzeit zum Aufstehen, findest du nicht auch?"
Er wedelte zustimmend mit seinem Schwanz und sah mich aus seinen treuen Kulleraugen mitleidig an. Dann folgte er mir auf dem Weg ins Bad, blieb aber vor der Tür stehen, während ich in die Dusche stieg. Dad hatte es ihm schon als Welpe so eingetrichtert. Und wer möchte schon, dass die süßen Augen seines Hundes einen beim Ausziehen beobachten? Ich jedenfalls nicht. Etwas wacher ging ich nach dem Anziehen runter in die Küche, wo Dad, Abraham und mein Frühstück schon auf mich warteten. Mein Vater gab mir einen Kuss auf die Stirn.
"Guten Morgen, mein Engel. Hat Gott dir schöne Träume beschert ?"
Ich nickte nur. Er weiß, dass ich generell nicht so viel rede. Vor allem nicht so viel wie meine beste Freundin Skyla. Wir sind sowieso total verschieden. Sie ist die hübschere und beliebtere von uns beiden, doch mir macht es nichts aus im Hintergrund zu bleiben. Ich kenne sie schon so lange und wir sind schon seit dem Kindergarten befreundet. Wie meine Mutter immer sagte: Gegensätze ziehen sich an. Dad mag es nicht gerne, wenn ich über Mum rede. Er hat ihren Tod immer noch nicht verkraftet, obwohl er versucht es vor mir zu verstecken.
"Cornflakes mit Milch?"
Dad riss mich aus meinen Gedanken. Ich nickte und streichelte abwesend Abrahams Kopf. Er gab mir die Müsli Schüssel und setzte sich zu mir. Das tat er sonst nie. Was für mich auch direkt das Zeichen war, dass er etwas von mir wollte.
Dad räusperte sich.
"Schmeckts?", fragte er sichtlich nervös. Ich warf ihm einen Blick zu der ihm sagte, dass er zur Sache kommen sollte. Er verstand es sofort und seufzte.
"Erinnerst du dich noch an Schwester Anne-Marie?"
Schwester Anne-Marie? Und wie ich mich an diese Frau erinnerte. Dad hatte mich vor zwei Monaten mit ins Kloster geschleppt, um mir die ach so schöne Lebensweise der Nonnen zu zeigen. Genau diese Schwester Anne-Marie hatte mich durch ihre Brille mit ihren kleinen bösen Augen angestarrt, als Dad mich vorgestellt hatte. Sympathische Frau. Wirklich.
"Ja, warum?", antwortete ich schließlich und verdrehte die Augen.
"Sie hat mich gestern angerufen." Dad spielte mit dem Ehering an seinem Finger.
"Schön. Und was wollte sie?"
"Es ging um dich." Er stockte kurz und sah mich dann an. "Es ist ein Platz im Kloster frei geworden. Ich möchte, dass du diesen Platz einnimmst, Bärbel. Und zwar schon bald. Ab deinem siebzehnten Geburtstag."
Der Löffel fiel mir aus der Hand und landete in meiner Müsli Schüssel. Die Milch spritzte auf die Tischdecke.
"Ich soll was?!"
"Ich möchte, dass du dein Leben an Gott gibst. Versteh doch, ich will nur dein Bestes."
Ich starrte ihn entsetzt an. Er konnte doch nicht einfach hinter meinem Rücken über mein Leben bestimmen! Erst gibt er mir so einen schlimmen Namen, dann lässt er zu, dass Mum stirbt und nun will er mich auch noch ins Kloster abschieben. Das ist nicht fair! Ohne ihn nochmal anzusehen schob ich die Müsli Schüssel von mir weg und stand auf.
"Woher willst du wissen, was das Beste für mich ist?"
Er rief mir zwar noch etwas zu, doch ich reagierte nicht. Mit meiner Schultasche und Tränen in den Augen verließ ich das Haus.
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The Badboy, my best friend & I
RomanceSie: Die brave Pfarrerstochter Er: Der Badboy der Schule Die 16-jährige Bärbel ist eigentlich ein ganz normales Mädchen. Okay, vielleicht doch nicht ganz normal - abgesehen von ihrem höchst ungewöhnlichem Namen und der Tatsache, dass ihr Vater Pfa...
