Etwas beginnt...

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Es war eine dumme Idee gewesen den Auftrag in den Frosthängen anzunehmen. Das wurde mir spätestens klar, als ich in einer eisigen Höhle saß und dem heftigen Treiben des Schneesturms zusah. Es war kalt. Verflucht kalt. Der Wind heulte und wehte immer wieder vereinzelte Schneeflocken in meinen ungemütlichen Unterschlupf. Und ich fror. Ich fror, wie ich noch nie im Leben zuvor gefroren hatte. Dabei hatte ich schon einiges erlebt. Ich hatte an den steilen Hängen des Grausteins mit einem Greif um mein Leben gekämpft, den Eulenhügel vor Banditenhorden verteidigt und die Belagerung der Dreitalburg überlebt. Aber nie hatte ich mich so elend gefühlt wie jetzt. Und das lag nicht nur an der Kälte und der Tatsache, dass ich seit zwei Tagen bei arktischen Temperaturen in dieser eisigen Höhle hockte und darauf wartete, dass der Sturm endlich nachließ. Nein, ich hatte ein ungutes Gefühl, ein unterschwelliges beunruhigendes Gefühl. Wie die bedrohliche Ruhe vor einem riesigen Sturm. Tja, nur das ich bereits in einem riesigen Sturm drin hockte.

Fröstelnd rieb ich mir die Hände und startete einen erneuten Versuch ein Feuer zu entzünden. Wieder vergeblich, es wollte einfach kein Funke springen. Ich seufzte resigniert, dann überprüfte ich zum gefühlt hundertsten Mal meine Ausrüstung. Mein Hände waren steif und ungelenk von der unerbitterlichen Kälte als ich schaute, ob die Messerklingen scharf und geölt waren, die gefiederten Pfeile zählte und die Bogensehne prüfend spannte. Schließlich wickelte ich mich in meinen grauen Mantel, schloss die Augen und versuchte zu schlafen, in der Hoffnung, dass wenn ich aufwachen würde der Sturm nachgelassen haben würde.

Eine Woche war es jetzt her, dass ich von dem kleinen Dorf am Rande der Frosthänge aufgebrochen war. Dort hatte man sich Geschichten über ein Monster, das in den Bergen sein Unwesen trieb, erzählt. Großzügig hatte ich meine Hilfe angeboten, natürlich gegen eine angemessen Bezahlung. Die Dörfler nahmen die Hilfe dankend an, warnten mich aber vor dem Zorn der Götter, da sie glaubten, sie hätten das Monster als Strafe geschickt. Da ich Göttern mit einer gesunden Skepsis gegenüberstand und nicht an göttliche Strafen glaubte, hatte ich mich unverzüglich auf den Weg gemacht und das hatte ich nun davon. Hätte ich das Geld nicht so dringend benötigt, wäre ich wahrscheinlich niemals das Risiko eingegangen mich im Winter so tief in die Frosthänge hinein zu begeben, aber man konnte sich seine Umstände nicht immer aussuchen. Ich spürte meinen Magen knurren und versuchte nicht daran zu denken, wie knapp meine Vorräte waren. Schließlich gelang es mir doch, zitternd und fröstelnd, einzuschlafen.

Als ich aufwachte, hatte der Schneesturm tatsächlich ein wenig nachgelassen. Stattdessen lagen jetzt ein dichter Nebel und eine beunruhigende Stille in der Luft. Ich aß ein Stück Pökelfleisch und packte meine Sachen zusammen. Dann kroch ich aus der Höhle heraus und klopfte meinen Mantel zu Recht. Es war immer noch verflucht kalt und man konnte kaum die Hand vor Augen sehen, aber ich beschloss es dennoch zu wagen weiter zu gehen. Ich schulterte meinen Beutel und wagte den ersten Schritt, worauf ich prompt bis zur Hüfte im eisigen Schnee versank. Ein lauter und ziemlich hässlicher Fluch kam mir über die Lippen und ich begann mich durch den Schnee zu wühlen. Schon nach einigen Minuten spürte ich meine Arme und Beine nicht mehr, doch ich biss die Zähne aufeinander und kämpfte mich weiter voran.

Mein Ziel war ein alter Signalturm auf der Spitze des Bärenhügels. Der Dorfälteste hatte mir berichtet, dass das Monster dort hauste und seinen Winterschlaf hielt. Im Frühjahr würde es hinabsteigen und Schafe, Ziegen und manchmal sogar Kühe rauben. Für mich klang das nach einem besonders dreisten Bären. Wenn ich Pech hatte vielleicht sogar ein Winterwolf, aber nichts wirklich Bedrohliches. Ich konnte ja nicht ahnen wie sehr ich mich irrte.

Nachdem ich mich Stunde um Stunde durch den Schnee gequält hatte, hatte ich langsam genug von dieser arktischen Expedition und sehnte mich nach dem warmen Kaminfeuer einer Wirtsstube und einem heißen Krug Met. Der Wind pfiff eisig und zu allem Überfluss, hatte es mittlerweile wieder angefangen leicht zu schneien, sodass ich daran zu zweifeln begann, ob ich es jemals schaffen würde diesen vermaledeiten Turm zu finden, geschweige denn das Monster, sofern es denn existierte. Der Dorfälteste hatte keine genauen Angaben zum Aussehen gemacht. Im Allgemeinen waren die Informationen sehr dürftig. Es hatte noch nicht mal jemand das Monster jemals gesehen. Alles was man vorzuweisen hatte, waren blutige Fellfetzen und Krallenspuren an den Bäumen. Götter, war ich verzweifelt.

Plötzlich entdeckte ich vor mir eine Baumgruppe die sich aus dem Nebel hervorhob. Ich schöpfte neue Kraft und nahm Kurs auf das kleine Fichtenwäldchen. Die grünen Nadeln und der nur spärlich vom Schnee bedeckte Boden waren mir eine willkommene Abwechslung zu der grauen Eiswüste, die ich in den letzten Tagen durchquerte hatte.

Ich ließ mich auf den gefrorenen Boden fallen und sog die kalte Luft in meine Lungen ein. Es herrschte undurchdringliche Stille, der Nebel schluckte jegliche Geräusche. Das Einzige was ich vernahm, war mein lautes, keuchendes Atmen. So konnte das nicht weitergehen. Ich brauchte einen konkreten Plan. Auf den Karten hatte es so einfach ausgesehen. Einfach durch das vereiste Tal und über den frostigen Pass. Aber es konnte ja keiner ahnen, dass ich in einen Schneesturm geraten würde. Inzwischen war ich mir nicht mal mehr sicher ob ich überhaupt auf dem richtigen Weg war. Aber andererseits blieb mir sowieso nichts anderes übrig als weiter zu gehen. Entschlossen erhob ich mich. „Du schaffst das schon, du schaffst das.", murmelte ich vor mich hin und stapfte los, weiter durch die erbarmungslose Kälte der Frosthänge.

Tja, das war mein erstes Kapitel. Ehrlich gesagt bin ich ein bisschen aufgeregt, ob es überhaupt jemand lesen wird. :)

Falls ja, lasst auf jedenfall mal einen Kommentar mit Kritik oder sowas da! :D

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