Das sanfte wehen von Wind, Hände die sanft über das frische Gras streichen, warmer Regen nach einem Sonnigen Tag. All das waren dinge die der warme Sommer mit sich brachte, etwas schönes, friedvolles. Es war herrlich und brachte das wunderschöne gefühl von"Sommer" zu uns.
Abends wenn man zu bett ging oder es Dunkler wurde hörte man noch das Liebliche zirpen von Grillen und anderen Insekten.
Aufgewachsen war ich auf dem Land, bis mein Vater auf die Sinnlose idee kam: lass uns in die Stadt ziehen.
Es war dort sehr Kalt, und trostlos -grau und dunkel wie ein Traum aus dem man nicht fliehen konnte.
War es damals eine übertreibung meiner Gefühle so zu denken? War die großstadt so schlimm? War sie so Kalt wie ich es fühlte?
Ungefähr 3 wochen nach dem Tot meiner Mutter zogen wir aus unserem schönen Haus im die Stadt. Zwar gehörte uns dort auch wieder ein schönes Haus im reichen viertel, doch mir fehlte die Natur um uns herum.
Früher lebten wir zwischen Wäldern, komplett verlassen von der Außenwelt. Mein Vater ging oftmals mit mir raus, genossen den kühlen Bach, die Tiefen grünen Wälder und den frischen Wind.
Und was blieb uns heute?
Der triefenden Geruch von Autogas, sirenen von Wägen die versuchten Leben zu Retten, nervige Nachbarn.
All diese sachen waren Dinge auf die ich schon immer scheißen und verzichten konnte doch das interessierte meinen Vater nichtmehr.
Der tot meiner Mutter hatte ihm alles Genommen was ihm lieb war.. zumindest flüsterte er diese Worte oft wenn ich ihn fragte wann wir wieder heimkehren würden.
"Niemals mehr" war oft seine antwort. Mehr bekam ich von ihm nichtmehr, weder ein lächeln, noch eine Umarmung.
Oft sah er mich an als wäre ich etwas was ihn stark ekelte.. als wäre ich die zersetzte Leiche meiner Mutter.
"Du siehst aus wie sie" flüsterte er oft und wendete dann angewidert den Blick ab.
Meine Haare waren Schneeweiß und meine Haut war blass und hell. Wie Porzellan strahlte diese in der sonne, wie schnee funkelte sie.
Meine Eisblauen augen, umrandet von einem dunklem Rand sahen aus wie die eines huskys.
"Seh mich nicht an." Knurrte er mir entgegen wenn ich ihn damit ansah. Was tat ich? Was machte ich falsch? Wieso sagte er solche sachen zu seinem sohn den er immer so sehr Liebte?
Damals war ich 7 Jahre alt, klein und Dumm. Ich verstand weder die Welt, noch den Sinn der sich dahinter verbarg.
Heute bin ich 17 jahre alt und 10 jahre nach diesen Erfahrungen, wurden meine Augen immer Blasser und Kälter. Ich sah die stadt nun Bunter, und die Natur Grauer. War dies normal? Fragte ich mich oft. Sollte ich die grauen Wände so farbig sehen?
Ich kannte die antwort auf diese Fragen nicht. Doch ich wusste das es nichtmehr wichtig war.
Wie jeden Tag betrat ich die Schule und sofort hingen diese Mädchen an mir als wäre ich ihr Gott. Meine Langen weißen Haare hatte ich zu einem hohen Pferdeschwanz gebunden. Selbst jetzt hingen sie wie sanfter Puderschnee fast bis zu der mitte meines Rückens.
Meine Kleidung war meistens schwarz gehalten und genauso wie Heute trug ich einen Eleganten Pullover und eine schwarze Enge Hose. Schwarze Sneakers zierten meine Füße.
So war jeder Schultag, so war er seid 3 jahren als ich in die oberstufe kam.
Meinen feind erkannte ich schon vor weitem. Er sah mich nur kurz an, dann drehte er sich um und lehnte sich an sein Schließfach. Er sah fertig und müde aus, nichtmehr so zerstörerisch wie sonst, sondern eher als hätte ihn etwas zerstört.
Ich spürte wie sich sorgen in mir aufbauten, doch ich unterdrückte diese sofort.
Früher schon hatten meine Eisigen Augen diesen Jungen in beobachtung.. Schon immer gefiel mir der Anblick von diesem arschloch.
Leider hatte ich denoch immer ein Gefühl von Hass wenn ich ihn sah. Genug um sein feind zu werden und ihn hin und wieder zu dissen.
Es war ein ständiges Hin und her zwischen Weiß und Schwarz, zwischen "Gut" und "Böse" .
Mit eleganten schritten ging ich auf ihn zu, schloss neben ihm mein schließfach auf und holte meine sachen heraus. "Du siehst ziemlich scheiße aus" sagte ich ruhig. Meine Stimme erinnerte an den sanften und eisigen Windhauch im Winter, wenn er einem das Gesicht zum schmerzen brachte vor Kälte. "Halt dein Maul" Knurrte er mir entgegen. Dann ging er ohne etwas zu sagen ins Klassenzimmer.
Er.. hatte nichts dazu gesagt? Nur ein"halt dein maul"?
War er Krank? Ich hätte dinge erwartet wie: "Ich bin nur dein spiegel, schneefresse" oder sowas ähnliches.
Etwas verwirrt verabschiedete ich mich von meinem Squad und ging ruhigen schrittes richtung Klassenzimmer.
Ich saß einen Tisch vor ihm..
Ich Strich meine langen Haare ruhig über meine Schulter und legte meinen sanft duftenden Nacken frei.
Vielleicht würde ich ihm Heute den Tag noch irgendwie richtig vermiesen.
Doch plötzlich spürte ich das Brennen und kribbeln als mich jemand anstarrte.
Dieses Gefühl hatte ich nur bei einer person auf dieser Welt.. bei ihm.. nur bei Suzume..
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Schnee Weiß
Fantasy~"Mama?" Flüsterte eine Leise Stimme im flehenden Ton. "Mama??" Ertönte diese erneut. "M-mama wo bist du?" ~ × Es Lag nun Jahre zurück als meine Mutter Starb. Ich erinnerte mich kaum daran, hatte die Erinnerung verdrängt oder vergessen. Dass einzig...
