Kapitel 1

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Ich wusste nicht, dass es so enden würde. Ich hatte gedacht, dass ich noch mehr Zeit hätte. Zeit, um zu leben, um das zu machen, was ich mir gewünscht habe. Aber manchmal passieren nun mal Unglücke. Man liest ja jeden Tag davon in der Zeitung, Autounfälle, Fahrerflucht, blabla.

Ich wollte doch nur meine Bahn bekommen. Ich habe den Transporter nicht gesehen. Er hupt und bremst zu spät. Und ich weiß, was passieren wird und kann nichts daran ändern. Ich spüre unglaubliche Schmerzen und höre Rufe und bremsende Autos. Die Frau, die eben noch telefoniert hat, beugt sich über mich. Aber ich nehme sie gar nicht richtig wahr. Ich schmecke nur Rost und fühle jeden einzelnen Knochen und rieche Feuer und verbranntes Gummi und Öl. Und dann sehe ich nichts. Nichts, nur Schwärze.

Dabei will ich noch so viel machen. Ich will noch mal barfuß durch die Stadt laufen und im Regen tanzen. Ich will noch mal in ein edles Restaurant gehen, für das man sich schick machen muss. Ich will meinen Eltern noch so viel sagen, all diese Kleinigkeiten, die ich an ihnen liebe. Und ich möchte mich für alles entschuldigen, dass ich meinen Freunden und ihnen zugemutet habe.

Ich wollte noch eine ganze Nacht lang einfach durch die Stadt laufen und am Morgen die Sonne über dem See aufgehen sehen. Ich wollte noch einmal richtiges Tiramisu essen, nicht nur das aus der Tiefkühltruhe. Ich wollte etwas Außergewöhnliches schaffen, ganz egal, was. Und vor allem wollte ich mich verlieben. So richtig mit Schmetterlingen und an nichts anderes denken können.

Aber was nützt mir das jetzt darüber nachzudenken. Es ist zu spät. Ich sterbe. Ich weiß es. Da können die Ärzte noch so sehr versuchen, die Blutung zu stoppen. Ich, Alison Scotch, werde sterben.

Feuer und AscheWhere stories live. Discover now