Ein "normales" Leben

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Es war ein Tag wie jeder anderer. Genervt tastete ich im Dunkeln nach meinem Wecker, der schon seit gefühlten 10 min. auf höchster Alarmstufe rasselte. Gähnend warf ich einen Blick aufs Display. Es war kurz nach 5 Uhr morgens. Draußen war es noch dunkeln, was ja eigentlich logisch war.

Wir hatten bereits November. Genauer gesagt Ende November. Den 29..

Ich stand auf und zog die Vorhänge bei Seite. Bei dem Blick aus dem Fenster hätte ich mich am liebsten wieder zurück ins Bett gelegt. Es stürmte und regnete draußen. Wenn es wenigstens schneien würde.

Ich zog mich gerade an als meine Mutter mich rief. Das Frühstück stand bereits auf dem Tisch. Der warme Kakao dampfte. Ich griff nach einer Semmel und beschmierte sie mit Nutella. Lecker.

Eine Stunde später stand ich mit Schulrucksack und Regenschirm im Flur und verabschiedete mich von meinen Eltern, da ich jetzt zur Schule musste. Der einzige Trost den es heute gab war, dass es bereits Freitag war und so heute das Wochenende begann. Aber nicht irgendein Wochenende. Ich durfte zu meiner Tante nach Wien fahren. Gleich heute Abend würde mich mein Papa zum Bahnhof bringen. Es war zwar nur für zwei Tage aber besser als nichts war es alle mal.

Der Schultag nahm seinen Lauf und außer, dass wir heute das Diktat zurückbekommen hatten was wir zwei Tage zuvor geschrieben hatten fiel nichts Außergewöhnliches vor. Nach der letzten Stunde trabte ich fröhlich in die Garderobe wo ich meine Jacke überwarf und meine dicken Pelzstiefel anzog. Mich traf fast der Schlag als ich die Schule verließ. Nicht nur der Regen hatte zugenommen sondern auch der Wind verschärfte sein Tempo gefährlich.

Umso froher war ich als überraschend meine Mutter vor mir stand um mich abzuholen da sie es für zu gefährlich hielt mich bei diesen Wetterumständen alleine nach Hause gehen zu lassen.

Manchmal nervte mich die zu fürsorgliche Art meiner Mum aber in dem Falle war ich froh.

Zusammen betraten wir das Haus wo mein Vater schon auf mich wartete. Er sah nicht gerade glücklich aus. Zehn Minuten später, als ich mich gerade aufs Sofa fallen ließ, wusste ich auch warum.

Meine Tante war krank und das hieß: Ade Wochenende in Wien.

Wütend war ich nicht. Sie konnte ja schließlich nichts dafür dass sie krank war. Wer war das schon gerne. Aber traurig war ich. Wie lange hatte ich mich auf das Wochenende gefreut? Meine Koffer standen schon seit Montag gepackt in meinem Zimmer und jetzt das. Und was jetzt? Ich hatte null Lust auf ein ganz normales Wochenende mit meiner Familie.

Gott sei Dank stimmte meine Mutter bei der Idee eine Freundin einzuladen begeistert zu doch das half mir leider nichts da sie noch heute zu ihrer Oma nach München fahren wollte. Ich war am Boden zerstört.

„Wenn ich wenigstens Geschwister hätte", dachte ich. Wie oft hab ich mich schon nach einem kleinen Bruder oder Schwester gesehnt aber naja. Meine Mama war mit 36 Jahren zwar noch nicht zu alt um ein zweites Kind zu bekommen aber sie meinte immer wie unpassend es wäre jetzt wo ich schon 14 und aus dem Kinderalter raus war wieder mit einem zweiten Kind ganz von vorne anzufangen. Zusätzlich erwähnte sie immer wieder dass wir dann für ein paar Jahre auch nicht auf Urlaub fahren könnten. Klar mit einem Neugeborenen kann man nicht einfach mal ins Flugzeug einsteigen und eine Woche auf Mallorca verbringen.

Es hatte eben seine Vor- und Nachteile Einzelkind zu sein obwohl ich meistens Recht zufrieden damit war.

Da ich ohnehin nichts Besseres zu tun hatte schaltete ich den Fernseher ein. Ich seufzte. Monk, Criminal Minds, CIS New York... Alles Sendungen die ich überhaupt nicht mochte. Bei einer Tierdokumentation am ORF blieb ich hängen. Ich legte die Fernbedienung weg und verfolgte interessiert die Serie über Löwen, Tiger und was sonst noch in der Savanne lebte.

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