"Deswegen bin ich so gemein zu dir"
Diese Worte hallten mir im Kopf während ich vor der Kloschüssel in der Schultoilette kniete und mich zum dritten Mal übergab dank den Fingern in meinem Hals.
"Du bist die ganze Zeit nur am Fressen. Wenn du rennst, dann ist das auch blos für Essen" Ihr Lachen schallte in meinen Ohren als mein Gedankengang von einer Stimme unterbrochen wurde
"Bist du O.K?"
Ugh. Kann man nicht einmal in Ruhe kotzen? War das Johanna? Die ist mir bestimmt gefolgt als ich heulend aus dem Physiksaal lief, unter dem Vorwand mir wäre schlecht. Ich glaube sie macht sich vielleicht wirklich Sorgen.
"Ja, mir geht's gut" antworte ich während der eklige Schleim mir aus Mund und Nase tropft und mir mein Frühstück halbverdaut an den Fingern klebt.
"Soll ich hier warten bis deine Freundin zurückkommt?"
Oh. Das ist nicht Johanna. Wer ist so krank und will mir beim Kotzen zuhören?
"Wer bist du eigentlich?" frage ich verwirrt
"Wir kennen uns wahrscheinlich nicht, ich bin Lucy. Und du?"
Stimmt, wir kennen uns nicht
"Ich heiße Alex" dass ich 15 und offensichtlich gestört bin musste ich hier ja nicht unbedingt sagen. "Sorry, dass ich dich mit meinen ekligen Geräuschen vom Klogehen abhalte" entschuldige ich mich aus purem Reflex. Ich entschuldige mich sehr oft.
"Ne passt schon...." kam die Antwort.
Ich zucke mit den Schultern und säubere notdürftig meine Finger bevor ich sie mir wieder hinein steckte, machte so lange weiter bis ich schätzte dass alles raus sein müsste. Zittrig stand ich auf, setzte meine Brille auf und ging raus um mir die Hände zu waschen. Bääh. Mir klebt da noch was am Ausschnitt. Schnell wegwaschen. Die Hände auch. Man kann es noch riechen, ich rieche es überall. Igitt, warum muss es immer durch die Nase kommen?! Nachdem ich mir mehrfach die Hände mit Seife geschrubbt habe und mir das Gesicht mit kaltem Wasser gewaschen hatte, ging ich wieder raus. Johanna wartete dort bereits mit besorgtem Gesicht auf mich....
KAMU SEDANG MEMBACA
Was Soll Ich Mit Meinem Leben Anfangen?
Fiksi RemajaWenn man sein Leben bloß objektiv betrachtet, was bleibt einem übrig? Wenn Freunde zu Ballast werden und du selbst nicht mehr weiß was man ist oder was man will, was bleibt einem?