Seit ich denken kann, lebe ich auf der Rabenfarm. Ein kleiner abgelegener Hof den meine Eltern Jahrelang geleitet haben. Wir hatten hier Pferde, Schweine, Hühner... Alles was das Herz begehrte. Und es war meine Mon, die diese Farm am Leben hielt. Doch mit ihrem Tod vor einiger Zeit veränderte sich alles.
Dad und ich trauerten ewig um sie, obwohl wir versprochen hatten, es nicht zu machen. Wochen und Monate vergingen, ohne dass wir uns um die Farm kümmerten. Und dann verloren wir alles. Den Hof, die Tiere und unser Zuhause. Alles wurde uns auf einen Schlag genommen und der Schock saß tief.
Einige Jahre nach diesem schrecklichen Ereignis ergriffen Dad und ich die Chance von vorn zu beginnen. Weit weg von der Rabenfarm und unserem alten Leben bauten wir einen eigenen kleinen Bauernhof auf. Für uns war es ein Schritt in ein neues Leben mit neuen Begleitern.
Saphire, ein wunderschönes Fjordpferd, gehörte nun mir. Ich war mit ihr schon 4 Jahre lang glücklich. Und heute, heute wurde ich endlich 16!
Ich schlug aufgeregt die Decke zur Seite, schlüpfte in meine Hauspuscheln und rannte ins Bad. Die dunklen Haare hingen mir wirr im Gesicht. Geschickt band ich mir einen Dutt, putze mir die Zähne, tauchte mein Gesicht einmal in eiskaltes Wasser und tropfte das gesamte Bad voll. Perfekt umrandete mein schwarzes dickes Haar mein schmales blasses Gesicht.
Voller Aufregung stürmte ich die Treppen zum Wohnzimmer hinab. Doch dort angekommen machte ich auf dem Absatz kehrt und ging zurück in mein Zimmer. Ich musste ja nicht unbedingt in meinem Schlafanzug nach draußen rennen. Den Kopf schüttelnd, zwang ich mich in eine weiße Bluse und eine schwarze bequeme Hose.
Jetzt war ich definitiv bereit in den Tag zu starten.
"Happy Birthday mein Schatz!"
Dad nahm mich in den Arm und drückte mich etwas zu sehr an sich. Nach Luft ringend klopfte ich ihm auf den Rücken.
"Danke, Dad."
"Geh zu Saphire. Sie will dir sicher auch gratulieren. "
Ich schenkte meinem Dad ein breites Grinsen.
Er kümmerte sich seit jenem Tag so liebevoll um mich. Und das würde ich ihm nie vergessen.
Aufgeregt rannte ich in den Stall.
Und genau da stand sie. Sie hob ihren schweren Kopf, als sie mich hörte und wieherte vergnügt. Ihr gestriegeltes Fell strahlte mir entgegen und wirkte wie geknüpftes Gold.
"Oh mein G...", entwich es mir.
Dad hatte sie bereits gesattelt. Er hatte mir die wunderschöne weiße Satteldecke von meiner Lieblingsmarke gekauft!
Ich konnte kaum auf einer Stelle stehe. Nun... Das musste ich ja auch nicht! Ich kletterte auf die Heuballen neben Saphire's Box und landete mit einem einzigen Sprung mitten auf den schwarzen Sattel auf Saphire's Rücken.
"Bereit für einen Ausritt?"
Ich hörte ein kurzes Schnauben und auf einmal sprintete Saphire los.
"Yeeehaaaa!", schrie ich so laut ich konnte, als wir im Wald ankamen. Mir fehlte gerade nur ein Cowboy Hut, den ich durch die Luft wirbeln konnte. Saphire schien meine Freude mitzubekommen und legte noch einen Zahn zu.
Ich spürte den Wind in meinen Haaren und die Sonne wärmte mein Gesicht.
Wir waren mittlerweile bei dem Valedale See angekommen. Die flache Wasseroberfläche wurde von der Sonne angeschienen und brach jeden einzelnen Strahl, sodass der gesamte See glitzerte. Auch eine sanfte Brise ließ die Bäume rascheln, die uns ein wenig Schatten spendeten.
"Saphire, ich ..."
Ausreden konnte ich nicht. Ein lauter Donnergroll unterbrach mich und geschockt betrachtete ich die schwarze Wolkenwand vor mir. Wo kam sie so plötzlich her?
Saphire scheute.
"Bleib ruhig!", versuchte ich sie zu beruhigen.
Doch sie tänzelt nervös auf der Stelle herum.
"Ganz ruhig."
Doch mein letzter Satz ging in einem viel lauteren Donnergroll unter, auf dessen Blitz wir nicht lang warten mussten. Grell zog er sich einmal über den gesamten Himmel und jagte einen Schauer meinen Rücken hinab.
Saphire begann unaufhörlich zu wiehern.
"Nein!", schrie ich als sie losschoss, "Konzentriere dich!"
Verzweifelt versuchte ich sie zum stehen zu bringen, doch nichts half.
Das Adrenalin schoss nur so durch meine Adern und ließ mich aufdrehen. Und irgendwann akzeptierte ich, dass ich machtlos gegenüber Saphire war. Schon immer hatte sie panische Angst vor gewittern gehabt.
Der plötzlich aufkommende Regen peitschte mir ins Gesicht und schmerzte wie kleine Messerstiche.
Und auf einmal ging es bergauf. Jetzt half auch das Adrenalin nicht mehr, denn die Panik ergriff Besitz von mir. Wo es hoch ging, ging es auch wieder hinunter, schlussfolgerte ich in meinem Kopf.
Kaum war mir der Gedanke gekommen, sah ich einen Abgrund direkt vor mir.
"Saphire....!!"
Als sie nun auch die Kluft sah, versuchte sie stehen zu bleiben, doch wir würden es nie und nimmer schaffen, besonders nicht bei diesem Schlamm.
Also blieb mir nichts anderes übrig, als mich fest an Saphire zu klammern, mein Gesicht in ihren Hals zu drücken und zu schreien.
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Evertear
AdventureMein Name ist Luci und ich bin eine Evertear. Mir wurde gesagt, dass es meine Aufgabe ist, die Welt zu retten. An meiner Seite steht mein tapferes Fjordpferd Saphire, zu der ich eine tiefe Bindung besitze. Gemeinsam müssen wir die Welt beschützen. Z...
