Der stetige Regen prasselte auf die Dächer Berlins. Ab und zu schlug ein Blitz in einem Baum im naheliegenden Wald ein, um den betroffenen Baum sofort in Flammen aufgehen zu lassen und dann wieder von dem erschütternden Regen gelöscht zu werden.
Eine Gestalt, angezogen schwarz wie die Nacht, huschte durch die Straßen. Wenn sie aus den Schatten für Millisekunden trat, sah man das silbern glänzende Messer unter dem langen, breiten Mantel versteckt schimmern.
Doch nicht nur wunderschönes, reines Silber färbte es, sondern auch ein Rot. Rot wie Blut. Flüssig wie Blut tropfte es hinab in eine Pfütze, die sich dadurch ebenfalls rot färbte.
Keiner wusste, was in dieser Nacht vorgefallen war.
Keiner ahnte was von dem Vorfall, der sich vor einigen Minuten ereignet hatte.
Keinem war der Mord bewusst, bis zu dem schrecklichen Augenblick, als eine junge Frau im Alter von 19 Jahren aus einer Tür trat und auf ihre verstümmelte Zwillingsschwester blickte.
Alles was sie tat, war ein Schrei.
Man könnte meinen, selbst die Leute auf der anderen Seite der Welt hätten diesen Schrei gehört.
Doch es war ein erstickter Schrei.
Sie schrie innerlich.
Niemand außer ihr selbst hörte ihn.
Die junge Frau taumelte erschrocken zurück und eilte ins Haus. Sekunden später hörte man ein Kreischen und lautes Weinen.
Ein Mann trat nun aus dem Haus. Als er seine Tochter sah, schluckte er und ging zu ihr.
"Mord..." nuschelte er vor sich hin. Er holte sein Handy raus und blickte paar Sekunden lang auf das Hintergrundbild, auf dem sein ganzer Stolz zu sehen war:
Seine zwei Töchter. Seine Zwillinge.
Er rief die Polizei an und erzählte ihnen Alles. Einfach Alles. Dass er es schon wieder getan hatte. Und jetzt an seiner Tochter. Er hatte seine Tochter umgebracht. Wie konnte er nur. Nur, weil Kara ihn wählte, statt den Mörder seiner Tochter. Statt seinen Bruder.
Klar, er konnte seinen Bruder verstehen, dass er sauer war. Doch das war kein Grund Morde zu begehen. Kein Grund, die Tochter des eigenen Bruders umzubringen.
Da waren diese Briefe, daher ahnte er, dass sein Bruder schon früher getötet hatte. Doch die Polizei bekam ihn nie zu fassen.
Es ging zu weit. Er musste hinter Schloss und Gitter. Warum hatte er es der Polizei denn nicht früher gesagt?
Er kannte die Antwort: Er war sein Bruder. Sein einziger Bruder, der alles war, was er je hatte. Als die beiden ins Heim kamen, als sie zu einer Zieh-Familie kamen. Er liebte seinen Bruder. Doch noch mehr liebte er seine Frau und seine Kinder. Seine Drei. Doch die waren jetzt nur noch Zwei.
Er war zu weit gegangen.
Jetzt war Ende. Schluss. Aus.
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PUZZLED // PAUSE
Romance"Was wollen Sie von mir?" "Etwas Bestimmtes. Du bist zu einem günstigen Zeitpunkt hier aufgetaucht. Ich habe nur auf jemanden wie dich gewartet. Du sollst mir etwas bringen... jemanden um genau zu sein..." ------------------------------------ Ein Mö...
