Honig

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Die erst Liebe ist was süßes. Wie Honig vielleicht. Ich mag eigentlich keinen Honig. Und diesen Jungen auch nicht. Er hat mir trotzdem mein Herz gestohlen. Wie das passieren konnte? Naja das ist eine komplizierte und verdrehte Geschichte. Es begann alles mit einem harmlosen Schulprojekt und nun ja das Ende der Geschichte ist noch ziemlich offen.

Auf jeden Fall verspreche ich euch das es alles andere als langweilig wird. Manchmal kann ich selbst kaum glauben wie das alles passieren konnte. Ich meine wer hätte bei diesem vertrauenswürdigen Kerl an so etwas gedacht. Ich nicht und der rest der Schule auch nicht. Wenn er durch die Schule geht sehen alle in ihm den süßen blonden Schülersprecher. Sie sehen einen verlässlichen Menschen. Kurz gesagt sie sehen alles andere als den wahren Menschen hinter der Fassade. Jin Sanders ist der Schülersprecher unserer Schule, wie man es vielleicht meinen bisherigen Erzählungen entnehmen konnte. Er sieht wirklich gut aus, zum da hinschmelzen. Seine blonden, ordentlich zurechtgemachten Haare und die braunen tiefen Augen in denen sich die Mädchen der Schule regelmäßig verlieren. Wirklich ein Bild von einem perfekten Mann. Breite Schultern und muskulöse Arme verteilt auf die Höhe von 1,90 Meter. Er ist sehr freundlich, zu allen. Natürlich ganz besonders zu den Mädchen aber im Grunde genommen bevorzugt er niemanden. Er erledigt seine Arbeit schnell und immer richtig. Ich habe nie gehört das es jemals Probleme mit ihm gab. Er ist auch der Favorit für die nächste Schülersprecherwahl, verständlich. Und ehrlich ich hätte ihn auch gewählt wenn da nicht diese winzige, kleine, fast unsichtbare Sache wäre.

Aber fangen wir mal ganz von vorne an. Alles begann an einem Freitagnachmittag in der letzten Schulstunde. Wir hatten gerade Sozialkunde und unser derzeitiges Schulprojekt war das Gesprächsthema. Es war eigentlich relativ einfach aber man musste ziemlich hart arbeiten dafür. Wir müssen uns eine wohltätige Organisation suchen und zusammen mit einem Partner dort eine Woche lang freiwillig , naja so freiwillig ein Schulprojekt das benotet wird eben sein kann, arbeiten. Ich war natürlich während dessen damit beschäftigt vor mich hin zu träumen. Schräg vor mir saß schließlich auch noch der attraktive Jin. Ich konnte es nicht lassen ihn ein wenig an zu himmeln. Ich glaube so ging es den meisten Mädchen im Raum.

Aber anscheinend blieben meine Blicke nicht unbemerkt. Denn ein etwas verwirrter Jin drehte sich zu mir. Er musste meinen Blick gespürt haben, wie auch nicht immerhin habe ich ihn angesehen als würde ich jede Minute über ihn herfallen. Aber damit wäre ich nicht mal allein gewesen. Ich lächelte ihn etwas unbeholfen an und als würde er spüren wie unangenehm mir diese Sache ist strahlte er mich sanft an. Mein Gesicht wurde schlagartig rot und mein Knie weich.

Er räusperte sich leise und fing dann an in einem beruhigenden Ton mit mir zu sprechen. ,,Der Unterricht ist interessant. Mir gefällt die Idee für dieses Projekt.". Ich atmete leicht ein und bereitete mich mental darauf vor mit dem Schülersprecher zu sprechen als wäre ich nicht so ein verliebtes Schulmädchen. ,,Ja in der Tat das Projekt ist wirklich interessant. Aber um ehrlich zu sein weiß ich einfach nicht mit wem ich dieses Projekt zusammen machen will." das War ein subtiler Hinweis mit dem ich hoffentlich deutlich genug zum Ausdruck gebracht habe wie sehr ich mir wünschen würde das er mich fragen würde.

Der Blonde begann leise zu lachen. Er signalisierte mir deutlich das er mehr als verstanden hatte. Meine Gesichtsfarbe die sich eigentlich normalisiert hatte nahm jetzt einen Rotton an den Künstler noch nicht mal kannten. Mir wurde unfassbar heiß und ich begann zu schwitzen. Gleich würde ich nicht nur aus sehen wie eine überreife Tomate sondern auch noch stinken. Wenn es eine Hölle gibt dann ist es dort bestimmt angenehmer als hier und dazu weniger rot, schoss es mir durch den Kopf.

Jin durchbrach meine Gedanken mit seiner tiefen männlichen Stimme. ,,Weißt du wenn du einen guten Partner suchst dann würde ich mich liebend gerne anbieten. Es wäre mir eine Ehre mit einem so wunderschönen Mädchen zu arbeiten. Also was hältst du davon?" Ich konnte es mir nicht verkneifen bei dieser Bemerkung ein wenig zu kichern, obwohl ich es ablehne mich wie ein verliebtes Schulmädchen zu verhalten. Aber wer würde nicht total durchdrehen wenn ein total gut aussehender, noch dazu intelligenter Mann einem solche ein Kompliment macht. Er war natürlich nur freundlich und ich sollte mir keine Hoffnungen machen aber mein Herz schlug dennoch Purzelbäume. Wieder durchbrach seine Stimme meine Gedankengänge. ,,Aida, was sagst du denn nun? Du kannst mich nicht so auf die Folter spannen." rief er leise. Ich lachte und mein Körper entspannte sich nun. Jin sorgte dafür das ich mich wohl fühlte. Hastig nickte ich seine Frage ab schließlich wollte ich vermeiden das noch irgendeine andere im Raum auf die Idee kommt ihn zu fragen. ,,Ich würde wirklich gerne mit dir arbeiten." Ich lächelte ihn warm an. ,,Kümmerst du dich um die Bewerbungsbögen? Ich werde denn Rest mit dem Betrieb klären." fragend schaute Jin mir in die blauen Augen. Ich signalisierte ihm mit einem kurzen nicken das ich einverstanden war und er gab mir seine Bewerbungsmappe, für heute sollte jeder eine fertige Bewerbungsmappe mit haben.

Danach sprachen wir kein Wort mehr mit einander und konzentrierten uns auf die restliche Unterrichtszeit. Nach dem Klingelzeichen verließ der engagierte Schülersprecher wie erwartet als erster den Raum. Ich packte in aller Seelenruhe meine Sachen in meinen Rucksack und bewunderte auf dem Deckblatt der Bewerbungsmappe von Jin das wunderschöne Bild von ihm. Ich blickte kurz auf meine Armbanduhr und merkte das ich mir mehr Zeit zum Einpacken genommen hatte als ich erübrigen konnte. Schnell eilte ich aus der Schule herüber zum Parkplatz der Schule.

An einem silbernen Auto gelehnt, und ich habe keine Ahnung was für ein Auto das ist ich verstehe rein gar nichts von Autos, wartete bereits mein großer Bruder auf mich. ,,Hey Mark wartest du schon lange?" ich umarmte den braun haarigen ganz beiläufig und warf dann meine Tasche auf die Rückbank. Ich schwang mich auf den Beifahrersitz neben meinem Bruder, der sich neben mir am Lenkrad platzierte. ,,Nein ich war noch bei einem Kunden und der brauchte ewig um sich zu Entscheiden.". Ich begann zu lachen. Mein Bruder erzählte oft von seinen Kunden. Er ist beruflich Fotograf und dabei erlebt er manchmal ganz witzige Sachen von denen ich gerne höre. Es gehört irgendwie zum Alltag für mich ihn über die Arbeit aus zu fragen. Und während er seine Geschichten erzählt höre ich aufmerksam zu und plündere die Reste in meiner Brotdose.

Zuhause angekommen werfe ich meine Sachen in der Küche auf den Tresen und verschwinde sofort in meinem Zimmer. Ich setze mich sofort an meinen Computer denn ich habe das dringende Bedürfnis jemandem zu erzählen was heute mit Jin passiert ist. Für mich kommt dabei nur meine beste Freundin Rosi in Frage. Sie geht nicht auf meine Schule und sie hat früher Schluss als ich aber sie hat Jin bereits gesehen und meine Geschichten über ihn kennt sie besser als jeder andere. Aber Rosi ist im Moment leider nicht zu erreichen. Ich werfe mich daher seufzend auf mein Bett und schließe etwas erschöpft die Augen. Nach einiger Zeit merke ich wie ich ein schlafe.

Wenige Stunden Später wache ich auf und verspüre einen Hunger. Ich eile zurück in die Küche und bemerke die Bewerbungsmappe von Jin auf dem Küchentresen, sie muss mir vorhin als ich die Tasche auf den Tisch gelegt habe wohl raus gerutscht sein. Mit den Schultern zuckend fange ich an mir ein Sandwich zu zu bereiten. Ich beginne genussvoll zu essen als plötzlich mein Bruder in die Küche geht und den Kühlschrank nach etwas Essbarem durchwühlt.

,,Der Typ auf dem Bild, kennt ihr euch?" fing er zu reden. Ich schaute verwirrt zu ihm herüber. ,,Ich mag ihn schon ein wenig." meine Wangen wurden rot. Normalerweise hätte ich das niemandem erzählt aber Rosi war eben nicht da und ich brauchte es. ,,Halt dich von ihm fern. ich kenne ihn er gehört zu den unhöflichen Typen die spät abends am Bahnhof rum lungern. Lass dich ja nicht auf den Kerl ein. Glaub mir ich kenne den. Ich hatte erst letztens ein Fotoshooting dort und der hat gewaltig ärger verursacht.".

Bei diesen Worten wich mir sofort alle Farbe aus dem Gesicht. ,,Du musst ihn verwechseln. Das ist unser Schülersprecher der macht sowas nicht" auch wenn ich den Kopf schüttelte und es verneinte irgendwie hinterließen diese Worte kein gutes Gefühl bei mir.

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Oben ein Bild von Jin

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