Kapitel 1

74 3 3
                                        

Erneut wurde ich durch meinen Wecker aus dem Schlaf gerissen.
Ich hätte ihn am liebsten gegen die Wand geschmissen jedoch stellte ich ihn lediglich ab und stieg aus dem Bett.
Ich zog mich an und stellte mich vor meinen Spiegel.
Dieser war 1,70m hoch. Nebenbei bemerkt 10 cm größer als ich, denn ich kam von der Größe her eher nach meiner Mutter. Meine weiße Ärmellose Bluse hatte ich mir in meinen Schwarzen Knielangen Rock gesteckt.
Meine dunkelblonden locken hatte ich mir zu einem seitlichen Zopf geflochten und ich trug Cremefarbene Ballerina. 

So konnte ich das Haus verlassen und zur Schule gehen.
Aber Moment mal, ich habe ja gar keine Schule mehr. Es sind Sommerferien!!!
Ich schnappte mir meinen Bikini und rannte nach unten in die Küche.

Als ich in der Küche ankam holte ich mir zwei Scheiben Brot aus dem Schrank und die Erdbeermarmelade aus dem Kühlschrank. Das Brot hatte ich innerhalb von einer halben Minute fertig und ich stopfte mir den ersten Bissen in den Mund. Gleichzeitig schnappte ich mir die nächstbeste Tasche und verstaute darin eine Fläche Wasser.

Mit dem letzen Bissen Brot im Mund und der Tasche über der rechten Schulter lief ich zum Fahrradschuppen. Ich schwang mich auf mein Rad und fuhr los. Zu meiner Bucht waren es jetzt nur noch 5 min mit dem Fahrrad.

Das Fahrrad stellte ich wie immer an einer Palme ab und ich zog mir in der kleinen Höhlenähnlichen Nische meinen Bikini an. Eigentlich stellte ich mich hier nur Unter wenn es plötzlich anfing zu regnen, aber da ich mich zuhause noch nicht umgezogen hatte musste sie nun als Umkleidekabine herhalten.

Nun lief ich runter zum Wasser und sprang hinein. Ich tauchte sofort ab in meine kleine eigene Welt. Die Riffe sahen jetzt da ich Ferien hatte noch schöner aus als sonst. Sie funkelten fast schon und ich sah wieder die vielen Farben der Fische die hier in der Karibik im Meer lebten.
Doch um zu verstehen warum ich ohne Luft holen zu müssen tauchen kann muss ich euch kurz mit in meine Vergangenheit nehmen.

Es war kurz nachdem wir hier her gezogen waren. Ich war zehn und ging zum ersten Mal alleine Schnorcheln. Ich sah diese Farben zum ersten Mal und plötzlich geschah es. Ich tauchte zu tief runter und wusste es war zu spät. Mir ging die Luft aus und ich würde nicht mehr an die Oberfläche kommen. Ich würde meine Eltern und meinen kleinen Bruder nie wieder sehen. Also hab ich mich meinen Schicksal hin. Ich hätte nie darüber nachgedacht was für mich der schlimmste Tod ist, aber ich war mir sicher, das ertrinken zu meinen Top 10 zählte. Ich atmete das Wasser ein und wartete auf den Tod der unmittelbar danach eintreten müsste, jedoch kam durch das Wasser das erleichternde Gefühl, wieder Luft zu bekommen. Ein zweites Mal atmete ich das Wasser ein und wieder, es war als würde ich Luft einatmen. Es war zwar nicht so trocken im Mund wie Luft jedoch hatte das Atmen den gleichen befriedigenden Effekt als wäre ich an der Luft gewesen. In diesem Moment wurde mir eines klar.
Ich kann unter Wasser atmen.

Ich träumte weiter vor mich hin und vergaß wieder einmal die Zeit. Als ich bemerkte wie viel Zeit vergangen sein musste beschloss ich zu meiner Bucht zurückzukehren. Als ich an die Wasseroberfläche tauchte fiel mir jedoch auf das meine Bucht nicht leer war, wie sie es sein sollte und schon immer gewesen war.
Dort im Sand saß eine männliche Person soviel stand fest.
Und diese Person starrte mich direkt an.

Meine speziellen Fähigkeiten - Fluch oder Segen?Stories to obsess over. Discover now