13.09.13

204 5 0
                                        


Ich laufe die Straßen entlang. Es ist dunkel, nur die Straßenlaternen und der Mond erleuchten das Viertel. Ich gehe gerne nachts raus, da höre ich Musik und bekomme den Kopf frei. Es ist so, wie wenn nichts wirklich existieren würde. Alles wäre eine Illusion und nur ein Traum aus dem man hofft aufzuwachen.

Meine Füße tragen mich in den Park, man erkennt nur die Schatten der Bäume.

Und da sitzt sie. In dem Schein einer Laterne.

Ihren Kopf auf ihre Beine gestützt und die Arme, die das Alles zusammen halten, drum herum.

Sie hat grau gefärbte, leicht wellige Haare bis zu den Schultern. Sie trägt nur schwarz.

„Beobachtest du immer traurige Menschen, die mitten in der Nacht auf einer Parkbank sitzen?"

Ich zucke zusammen. Nicht weil mich erschreckt, dass sie mich anspricht. Nein, ihre Stimme. Sie ist nichts besonderes, aber sie passt nicht zu ihr.

„Eigentlich gehört das nicht zu meinen täglichen Beschäftigungen."

Ich setze mich neben sie. Am anderen Ende der Bank.

„Bist du frei?"

„Nein, das werde ich wohl nie sein."

„Wegen dieser Antwort, will ich wissen wie du heißt."

„Nur wegen dieser Frage sag ich es dir. Noah."

Nicht sehr ungewöhnlich.

„Sehr ungewöhnlich."

Sie kichert in ihren Schoß. Ihre Position hat sich nicht verändert.

„Das ist Ansichtssache."

Auch ich lache. Irgendwie fühlt es falsch an zu lachen.

„Und wie hei-"

„Rauchst du?"

fragt sie, während sie in ihrer Hosentasche nach etwas sucht.

Eine Zigarette.

„Eigentlich nicht."

Trotzdem nehme ich den Glimmstängel, den sie mir hinhält.

„Wusstest du das eine Zigarette das Leben um 30 Minuten verkürzt?"

Sie zündet unsere Zigaretten an und zieht lange daran. Sie hat auch schwarzen Nagellack.

„Habe davon gehört, ja."

Ich spüre wie der Rauch meine Lunge ausfüllt. Und es fühlt sich verdammt gut an.

„Warum dann nicht gleich doppelt so schnell?"

Und sie zündet sich eine zweite an und steckt sie sich zusätzlich zwischen ihre Lippen.

Sie steht auf, bleibt vor mir stehen und sieht auf mich herab.

„Es war mir ein Vergnügen dich kennenzulernen, Spanner."

Und sie verschwindet in der dunklen Nacht am 13.09.13.

Belial.Donde viven las historias. Descúbrelo ahora