Prolog

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Mit einem dicken Frageichen im Gesicht stand ich vor meinem Koffer und dachte nach, ob ich auch wirklich alles eingepackt hatte. Immerhin würden wir jetzt für ganze zwei Monate nach Rumänien gehen. So richtig Bock hatte ich nicht wirklich darauf, denn das hieß mal wieder die seltsame Neue zu sein. Ich hatte ja hier schon richtige Probleme damit gehabt, mich in der neuen Schule einzuleben und dann sollte ich mich dort zurechtfinden innerhalb von zwei Monaten? Ach ja übrigens, ich bin Alana aber alle sagen nur Lana zu mir. Ich bin 18 Jahre alt und mache nächstes Jahr mein Abitur an der Peterson High School in Phoenix. Zumindest habe ich das vor, wenn das Leben mir nicht mal wieder in die Karten spielt- so wie schon mal. Das war genau vor vier Jahren...

Wir feierten gerade meinen 14ten Geburtstag, als es an der Tür klingelte und ich Freude strahlend aufmachte, da ich dachte es sei mein Dad, der endlich die Zeit gefunden hatte von seiner Arbeit wegzukommen und bei seiner Familie zu sein. Doch statt meinem Dad standen da zwei Polizisten. Sie sagten uns, dass mein Dad einen Autounfall gehabt habe und dass er auf dem Weg ins Krankenhaus gestorben sei. Für meine Mom brach eine Welt zusammen und auch meine kleine, perfekte Welt fing an zu zerbrechen wie ein Spiegel, auf den man einen Stein geworfen hatte. Die Scherben fielen laut zu Boden und wurden zu lauten Schluchzern, gefolgt von Schreien und Schuldvorwürfen. Alles was ich wollte war meinen Dad wieder zurück, denn ich hatte mich am Morgen nicht gerade nett von ihm verabschiedet und machte mir deshalb unglaubliche Vorwürfe. Doch Dad kam nicht zurück...er kam nie wieder zurück. Er war tot und wir allein mit unserer Trauer. Mom versuchte uns ein möglichst normales Leben zu bieten, doch die letzten vier Jahre mussten ich und mein 7 Jahre jüngerer Bruder Max den Haushalt regeln, da Mom in eine Art „Trauer Koma" gefallen war. Ständig saß sie einfach nur regungslos auf der Couch. Kochte nicht, putze nicht und starrte einfach so vor sich hin. Sie schien die Welt um sich herum gar nicht mehr richtig wahr zu nehmen. Also mussten wenigstens wir stark sein und dafür sorgen, dass sie weiter lebte. Wobei eher ich die meiste Arbeit hatte, da ich ja wohl kaum von einem 7 Jährigen erwarten kann, dass er sonderlich viel über das Führen eines Haushaltes weiß. Neben der Schule arbeitete ich in einem kleinen Café, um etwas Geld zu verdienen, mit dem ich für uns alle Essen und für Max und mich ab und zu neue Kleidung kaufen konnte. Natürlich litten meine Noten sehr darunter und ich brachte des Öfteren blaue Briefe mit nach Hause. Allerdings war selbst das meiner Mom egal, denn sie dachte nur noch an Dad und den tief sitzenden Schmerz in ihrem Herzen. Doch auch das ignorierte ich so gut es ging. Jetzt lebten wir schon vier Jahre so, bis heute.

Bis(s) wir uns trafen (Very Slow updates)Stories to obsess over. Discover now