Ich warf noch einen letzten Blick in den Spiegel meines Wandschranks und fuhr mir mit der Hand durch meine Dunkelblauen Haare, dann schnappte ich meine Schultasche und meine Brille, welche auf meinem Schreibtisch lag. Ich flitzte die Treppe runter und wollte grade durch die Tür, da hielt mich meine Mutter auf.
Mom: du musst was essen!
Ich: Kein Hunger
Mom: dann nimm dir wenigstens was mit.
Ich: ich kauf mir in der Schule was, ok?
Mom: Na gut.
Dann verschwand ich durch die Tür und rannte los, die schlecht gepflasterten Straßen unseres Counpounts entlang. Zuerst grade aus, dann bei der dritten Kreuzung rechts abbiegen, über zwei Brücken, wieder rechts. Am Anfang hätte ich nie gedacht, dass ich mir diesen Weg jemals merken könnte, aber jetzt könnte ich ihn auch im Schlaf rückwärts auf einem Bein laufen. Noch einmal rechts und schon konnte ich Benni sehen, wie er wie immer auf den Stein an der Kreuzung saß, an der unsere Schulwege zusammen liefen. Ich verlangsamte meine Schritte und hielt vor ihm an. Er stand auf und reichte mir wie immer den Kaffe, den er bis eben in der rechten Hand gehalten hatte.
Benni: Wie schaffst du es eigentlich jeden morgen grade so rechtzeitig zu kommen?
Ich nahm einen Schluck von dem Kaffe und musterte Ihn. Benni hatte dunkelblondes Haar, welches anscheinend von Natur aus immer aussah, als wäre er Grade durch einen Orkan gelaufen. Nicht dass das schlecht war. Eher im Gegenteil. Es passte perfekt zu seinen Augen, welche sich nicht so recht entscheiden wollten, ob sie nun Grün oder Blau sein sollen. Er trug ein offenes, kariertes Holzfällerhemd in den Farben seiner Augen, darunter ein Alligatoah-TShirt, wodurch er bei mir schon mal Pluspunkte gesammelt hatte und eine Jeans mit Hosenträgern, welche er cool runterhängen lies, dazu dunkelblaue, knöchelhohe Chucks. Benni war eine Klasse über mir, hatte aber beschlossen, mein bester Freund zu werden, was ich nur annahm, weil er der einzige war, der wusste wo man in unserem Coumpount einen leckeren Kaffe herbekam. Ich schaute wieder an ihn hoch. Musste schon etwas merkwürdig für andere aussehen, da er fast zwei Köpfe größer war als ich. Überhaupt viel er hier in Shanghai zwischen den ganzen Chinesen mächtig auf. Er riss mich aus meinen Gedanken in den er wieder fröhlich anfing mich auszufragen, während wir weiter gingen.
Benni: Und gut geschlafen?
Ich: Joa geht.
Benni: Und was macht ihr heute im Unterricht?
Ich: Bei Sobbi in Geschichte gucken wir einen Film, glaube ich, in DSP werden wir an unseren Theaterstück weiter arbeiten, Mathe wird zum Glück vertreten und in Musik ist heute Klassenkonzert angesagt.
Benni: Stimm ja, du wolltest was von Alligatoah singen, oder??
Ich: ja, aber auch nur weil es Pflicht ist irgendwas zu machen.
Benni: Und freust du dich auch schon auf den Urlaub?
Der Kurzurlaub in Peking! Den hatte ich ja komplett vergessen! Darauf freute ich mich tatsächlich etwas, auch wenn ich das nie zugeben würde. Ich freute mich zwar nicht vier Tage in Peking zu verbringen und schon garnicht mir vier Tage mit Benni ein Zimmer teilen zu müssen, aber ich freute mich auf eine andere Person. Denn außer Benni und seinen Eltern kamen auch noch der Chef von meinem Vater mit seinem Sohn mit! Und in dem Moment in dem ich daran dachte vier Tage mit Maurice Meyer in einem Zimmer zu wohnen, musste tatsächlich Lächeln. Was Benni natürlich nicht übersah.
Benni: Ich wusste, dass du dich auch freust!
Ich: Tu ich garnicht!
Benni: Komm schon, mich kannst du nicht anlügen!
Ich: Ach, halt dein Maul!
Wir bogen noch einmal ab und kamen an der Bushaltestelle an. Grade rechtzeitig, damit ich Maurice noch ein schüchternes hi zuwerfen konnte, bevor er vor uns in den Schulbus stieg. Er setzte sich auf seinen Stammplatz in der fünften Reihe, rechts, am Fenster und stellte seinen Rucksack auf den Boden. Als ich an ihm vorbeilief überlegte ich kurz ob ich mich zu ihm setzen sollte. Doch dann blickte er zu mir auf. Und ich ging hektisch weiter und setzte mich Auf meine Stammplatz in Reihe sechs, rechts, am Fester und Benni setzte sich neben mich.
Wie gefällt's euch? Kritik gerne als Kommi :)
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Sunkist muss man schütteln...
Teen Fiction"Und freust du dich schon auf den Urlaub?" Eigenetlich sollte sich die 16 jährige Shy rein gar nicht über den bevorstehenden Kurzurlaub in Peking freuen. Das bedeutet nämlich vier Tage Kultur pur, vier Tage mit dem etwas nervigen Benni, der einfach...
