„Luna, sag mir doch mal, wo ich lang muss!", zeterte die Stimme meiner Freundin in meinen Ohren. Ich unterdrückte ein Gähnen und sah nach draußen. Grau, grau und wieder grau. Genau so, wie ich die Stadt in Erinnerung hatte. Unzählige Steine, Schmutz, Autos und Menschenmassen. Das trübe Wetter verbesserte diesen Eindruck nicht unbedingt. Schon seit Tagen regnete es ununterbrochen und der Wolkenvorhang weilte tief über dem Boden. Warum hatte ich mich von meiner Freundin Mel bloß überreden lassen? Letztes Mal (und auch das erste Mal) als ich hier in der Stadt war, hatte es mir genau so wenig gefallen, warum hatte ich gedacht das würde sich ändern?
Seufzend versuchte ich mich auf die Straße zu konzentrieren. „Hab ich doch keine Ahnung, wo wir lang müssen..", sagte ich zu Mel, die am Steuer saß.
Diese starrte angestrengt hinaus und versuchte wohl zu erkennen, wo wir abbiegen mussten.
„Du warst doch schonmal hier.. Ich glaube wir müssen hier abbiegen, oder?", quasselte sie weiter.
„Ich weiß es nicht!", gab ich nochmal deutlicher zurück.
„Hm, ich denke schon. Müsste richtig sein..Oder? Ach probieren wir es einfach mal aus, sonst können wir ja immer noch umdrehen.", faselte sie weiter, aber ich hörte nur mit halbem Ohr zu. Wie konnte man einfach die ganze Zeit labern, ohne wirklich was sagen zu können? Gut, zugegeben, das konnte ich auch gut, aber mich störte es halt nur bei anderen (Wie soll man auch sich selbst nerven können?).
Mel quietschte erfreut auf, als sie am Ende der Straße, auf die sie gerade abgebogen war, das große Einkaufscenter erblickte und ich bereute zum mindestens tausendsten Mal an diesem Tag mitgefahren zu sein. Manche wissen ja gar nicht wie nervtötend es sein kann über mehrere Stunden jemanden ertragen zumüssen, der ätzend gute Laune hatte, während man selber ziemlich beschissen drauf war. Ich würde mich heute wohl echt zusammen reißen müssen, um keinen Streit mit ihr anzufangen.
Inzwischen hatte meine Freundin die Parkplatzsuche erfolgreich abgeschlossen und ich schnallte mich ab und stieg aus. Sofort umgab mich das Geräusch von lärmenden Motoren und leider auch deren Geruch. Als wir gerade die Straße überqueren wollten, fuhr ein Auto mit aufheulendem Motor an uns vorbei und ich zuckte zusammen, weil das Geräusch so laut war. Mel hackte sich dann bei mir unter und zog mich über die Straße. Im Einkaufscenter angekommen hingegen schlug mir statt Autolärm nun stickige Luft und beißender Parfümduft entgegen. Ich wusste echt nicht, was besser war.. Außerdem war es hier für meine Ohren entschieden zu laut!
Zunächst musste ich mindestens eine Stunde vor einer Umkleide warten, bis Mel endlich alles anprobiert hatte, was sie hatte mitnehmen wollen. Das Geschäft, in dem wir uns befanden, war sowohl Klamotten-Laden, als auch normaler Supermarkt in einem. Während Mel also alles anprobierte, suchte ich nach einer Beschäftigung, um mir die Zeit zu vertreiben und besonders, um meine Laune zu bessern. (Ja, ich gebs ja zu, Langeweile bei mir kann echt gefährlich werden!)
Ich bemerkte das nebenstehende Regal voller Chips-Tüten und in meinem Kopf entwickelte sich eine zwar total bekloppte, aber herrliche Idee. Ich schnappte mir eine dieser Tüten und suchte mit den Augen meine Umgebung ab. Mein erstes Opfer wurde ein Ehepaar, das den Einkaufswagen schon ordentlich voll gestapelt hatte. Die Frau schleppte ihren Mann mit in die Klamottenabteilung und quatschte ihn dabei die ganze Zeit zu. Den Einkaufswagen ließen sie zurück. Sobald sie außer Sichtweite waren, schlenderte ich zu dem Einkaufswagen, sah mich unauffällig um und hatte schon die Chips-Tüte hinein geworfen. Dem Ehepaar fiel dies auch an der Kasse nicht auf und so traten sie ihren Heimweg mit einer Tüte mehr, als gewollt an. Langweilig!
Beim nächsten Versuch bemerkte die junge Frau die Chips-Tüte an der Kasse und gab sie der Verkäuferin zurück. Langweilig!
Der Dritte war ein Mann, der direkt die Hälfte seines Einkaufes auf dem Kassenband vergaß, weil er bemerkte, dass ihm die Chips-Tüte nicht gehörte und so dachte, die Dinge dahinter wären auch nicht von ihm. Bis der Verkäuferin auffiel, dass der zweite Teil des Einkaufes nicht mitgenommen wurde, war der Mann schon aus der Türe. Ich presste mir die Hand vor den Mund und drehte mich etwas weg, damit niemand bemerkte, dass ich lachte. Das war doch mal echt gut, wie konnte man so dumm sein?
Die Gesichter, die die Menschen an der nicht weit entfernten Kasse zogen, wenn sie die überflüssigen Tüten entdeckten, waren echt göttlich und meine Laune wurde echt mit jedem Mal angehoben.
Nach einigen Minuten beschränkte ich mich darauf einige Einkaufs-Artikel wieder zurück ins Regal zustellen. Einer Frau zog ich die überflüssige Schminke aus dem Wagen(ich war der festen Überzeugung, dass sie bereits so viel Schminke in ihrem Gesicht trug, dass es für die ganze nächste Woche ausgereicht hätte), der nächste Einkaufswagen qillte fast über vorlauter Gemüse und ich beschloss, dass einige Möhren und Äpfel weniger auch nicht schaden konnten. Stattdessen platzierte ich versteckt einige Tafeln Schokolade und Tiefkühlpizza im Wagen. Man sollte sich schließlich abwechslungsreich ernähren!
Ich hörte schließlich doch auf, damit es nicht zu auffällig wurde. Wenn ich aufflog, wurde ich womöglich noch aus dem Laden geworfen und bekäme zusätzlich noch Ärger von Mel.
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!! Die Fanfiction ist in dieser Form auch auf fanfiction.de zu finden, ich habe sie dort ebenfalls veröffentlicht. Sie ist also nicht von dort geklaut (; !!
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FF Herr der Ringe ~ Im Zeichen der Goldenen Rose
Fanfiction„Es wäre ja so einfach, wenn es einfach wäre." - Nichts ist so einfach, wie es im ersten Moment scheint. Aus der Entfernung sieht alles so einfach aus, aber je näher man es betrachtet, desto komplizierter wird es. Luna musste erkennen, dass sie wed...
