"Wie kann ich nur freiwillig auf dich verzichten.."
Heißer Atem trifft auf meinen Nacken. Sei Becken schlägt immer wieder gegen meinen Hintern. Ich habe das Gefühl er zerreißt mich, und doch ist es das schönste Gefühl dass ich jemals spüren durfte. Erlehnt sich über mich nach vorne, umgreift mit beiden Händen meine Brüste, beißt mir zart in die Schulter. Ich stöhne auf, weiß kaum wie ich dieses wundervolle Gefühl ertragen soll. Ich will den Moment festhalten. Ich will weinen. Wieso tu ich mir das an?
Es war Samstag. Ich hatte frei. Der Kühlschrank war voll mit Bier. Mia und ich stehen halbnackt in der Küche, jeweils in der einen Hand ein Bier, in der anderen eine Zigarette, und tanzen wild zu lauter Musik durch die Gegend.
Vor zwei Wochen sind wir zusammen in unsere erste eigene Wohnung gezogen. Endlich Freiheit in jeglicher Hinsicht. Ihr könnt euch dieses Gefühl bestimmt vorstellen. Und heute sollte das nun gebührend gefeiert werden!
Gerade läuft Dat Adam. Wir eskalieren. Ich versuche beim hüpfen einen Schluck aus meiner Bierflasche zu nehmen - was natürlich völlig daneben geht. Ich haue mir den Flaschenhals vor den Zahn, kippe den halben Flascheninhalt über meinen Körper und verschlucke mich auch noch. Halb lachend, halb weinend stelle ich die Bierflasche auf dem Tisch ab und ringe um Luft. Mia lacht mich natürlich nur lautstark aus, und macht schnell mit der Polaroidkamera ein Foto von mir in dieser furchtbaren Situation. "DEIN ERNST?" kreische ich, und werfe mit einer Orange nach ihr. Sie lacht nur lauter. "Mädel, beruhig dich. Wir sollten uns jetzt mal anziehen, sonst verpassen wir noch unseren Zug!" "Okay okay" geb ich klein bei, drücke meine Zigarette im Aschenbecher aus und nehme mein Bier mit nach oben in mein Zimmer. 20 Minuten später stehen wir beide angezogen, geschminkt und gut einparfümiert vor der Tür, checken nochmal unsere Taschen und machen uns gut gelaunt auf den Weg. Selbstverständlich mit Wegbier!
Endlich im Club angekommen drehen wir richtig auf. Nachdem wir unsere Jacken abgegeben haben, geht's erstmal ab an die Bar, drei Tequila und ein Bier. Die Nacht gehört uns! Vibrierende Bässe, zuckende Lichter, schwitzende und tanzende Körper an denen wir uns vorbeidrängen, um auf die Tanzfläche zu gelangen. Ich fühle mich gut. Immer wieder holen wir Nachschub an der Bar, unterhalten uns, tanzen. Irgendwann kann ich auf einmal Anne nicht mehr finden. Hm. Egal, erstmal ein neues Bier. Ich stolpere an die Bar, als mir plötzlich eine Hand ins Gesicht fährt und mir auf die Nase tatscht. "Höhö, ich hab deine Nase" hör ich neben mir durch die laute Musik. Ich schau mich um, muss mich etwas anstrengen um etwas klar zu erkennen. Ein großer Typ mit Cap lehnt neben mir an der Bar und grinst mir frech ins Gesicht. Irgendwie niedlich. Normalerweise würde mir in solch einer Situation niemals eine gute Antwort einfallen. Wahrscheinlich würde ich einfach gar nichts sagen und weiter gehen. Doch Alkohol macht mutig (und der Typ schien irgendwie süß!).
"Ey, gib mir die wieder!" Ich halte mich an seinem Arm fest. Er grinst mich weiter an und fragt "darf ich dir stattdessen ein Bier ausgeben?" Ohne zu Antworten dränge ich mich neben ihn und schreie über die Theke "ZWEI BIER BITTEEE". Er legt einen Arm um mich, während wir auf das Bier warten. Ich konzentriere mich, gerade stehen zu bleiben. Ob noch ein weiteres Bier eine gute Idee ist? Als wir das Bier bekommen, zahlt er und wir gehen zusammen auf die Tanzfläche. Wir tanzen und singen und performen und haben jede Menge Spaß dabei. Letztendlich kann ich mich absolut nicht mehr erinnern, wie es überhaupt dazu kam - aber plötzlich standen wir mitten auf der Tanzfläche verschlungen da und küssten uns als gebe es kein Morgen. Gefühlt ewig.
Eine Hand fährt unter mein Haar an meinen Nacken und zieht mein Gesicht näher, die andere Hand gleitet auf meinen Rücken, drückt mich näher an ihn, und bleibt schließlich auf meinem Po hängen. Ein kribbeln fährt durch meinen Unterleib. Ich habe das Gefühl als würde alles plötzlich unfassbar klar und gleichzeitig verschwommen. Ein unbekanntes Gefühl. Aber ich weiß, was es bedeutet. Ich will ihn.
Plötzlich steht Mia neben uns und tippt mir auf der Schulter. Wir reißen uns voneinander los, etwas benommen wieder in der Realität zu sein. "ICH WILL GEHEN, DU LECKSCHNUTE" brüllt meine beste Freundin mir ins Ohr. Ohne nachzudenken nehme ich ihre Hand und wir gehen Richtung Garderobe. Während wir in der Schlange stehen, werden meine Gedanken immer klarer.
Was tu ich hier eigentlich. Ich hab ihn einfach stehen lassen. Das war meine Chance, wieso hab ich ihn nicht nach seiner Nummer gefragt? Ernsthaft jetzt. Emma. Lauf, vielleicht ist er noch da!
Ohne was zu sagen sprinte ich los, stolpere die Treppe hinunter, renne jemanden in der Tür um und hetze verzweifelt über die Tanzfläche. Er steht noch da. Ich renne zu ihm. Wie ich jetzt wohl wirken muss? Verwirrt sieht er mich an. "Kann ich dir meine Nummer geben? Willst du die?" Oh man. Was 'ne Anmache. Weltklasse, Emma. Doch er nickt nur und hält mir lachend sein Handy hin. Ich tippe meine Nummer ein, angestrengt, besorgt, dass ich mich vertippe. "Ich ruf dich direkt an, damit du meine Nummer auch hast" zwinkert er mir zu. Ich sage nichts weiter und renne zurück. Oh man. Hoffentlich ist Mia nicht schon weg. Und oh man. War der heiß.
DU LIEST GERADE
HASSLIEBE
RomanceAllein der Gedanke an dich tut weh. Ich hatte noch nie so ein Verlangen nach Jemandem. Wieso tu ich mir das an? Wenn es nicht mit, und nicht ohne geht. Nach einer wahren Geschichte.
