Ich halte es nie länger als eine Woche aus. Danach beginnen Stimmen in meinem Kopf laut zu werden. Stimmen der Verzweiflung, der Trostlosigkeit und der Einsamkeit. Der Wut, des Hasses und der Angst. Sogar die Stille kann sprechen.
Irgendwann wird es besser. Sonst würde es keinen Sinn mehr machen, zu leben. Die Hälfte der Zeit bin ich sowieso schon tot. Aber jeder Mensch sieht nur das, was er sehen will. Für sie gibt es keinen Unterschied zwischen leben und am Leben sein. Nur Ich fühle, wie die Dornen mein Herz umranken. Immer enger ziehen sie ihre Schlingen, halten mich gefangen, denn jegliche Bewegung tut weh. Der Schmerz wird mit jedem Versagen stärker, stechender und unerträglicher. Er wird mich quälen bis meine Seele dunkel und kalt ist, bis meine Beine mich nicht mehr tragen.
Der erste Stich.
Aber mein Herz schlägt weiter, obwohl ich manchmal nicht weiß, ob ich das noch will. Alles dreht sich im Kreis, da ist kein Anfang und kein Ende. Ich muss das Ende wohl selbst setzen.
Der zweite Stich.
Man kann in sich selbst versinken, lebendig sterben, den Tag zur tiefsten und schwärzesten Nacht machen, die überhaupt existieren kann. All das habe ich getan, damit der Schmerz endlich aufhört. Ich hatte schon immer eine Faszination für Blut. Tiefrot glänzend rinnt es die Messerspitze hinab, hinterlässt kleine, dickflüssige Tropfen auf dem Fußboden. Rot auf weiß.
Der dritte Stich.
Sei nicht traurig, es wird leichter sein ohne mich. Atmen ist anstrengend. Aber ich habe keine Kraft mehr. Vorsichtig lege ich das Messer neben mich auf das blutüberströmte Laken und schließe die Augen. Jetzt schwebe ich über mir selbst, sehe meinen verhassten Körper wie einen leeren Kokon zusammengerollt am Fußende meines Bettes liegen. Ob aus der Raupe gerade ein Schmetterling geworden ist?
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Kylie
Teen FictionHinfallen, aufstehen und Krone richten. Immer und immer wieder, bis Kylie kurz davor ist, aufzugeben. Ein Tanz am Abgrund beginnt. Weiter weiß ich noch nicht, guys - based on true life story.
