Kapitel 1 - Die Ankunft

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Ich saß schweigend auf der Rückbank des Autos meines Vaters. Ich sah nur schmollend aus dem Fenster auf die nasse Straße. Warum kam mir gerade das Lied 'Highway to Hell' in den Sinn ? Ach richtig, wir waren auf dem Weg zum Haus meiner Oma. Versteht mich nicht falsch. Es ist nicht so, dass ich meine Oma nicht leiden konnte; im Gegenteil, ich liebte sie.

Sie war eine kleine, nette, liebevolle Frau. Auch wenn sie alt war, war sie immer noch lustig. Das Problem ist nur, dass meine Oma nichts von der neuen Technik hielt. Die einzingen elektronischen Geräte in ihrem gesamten Haus waren ihr Telefon und ihr Radio. Das hieß: Kein W-lan. Außerdem kein Handyempfang. Ich konnte also nicht mal mit meiner Freundin telefonieren.

Auch wenn ich dort im Loch saß und niemanden kannte, hoffte ich, dass es nicht allzu schlimm würde. Immerhin hatte ich es schon einmal dort ausgehalten. Allerdings waren das keine drei Wochen ! Und jetzt auch noch ohne Internet, ich könnte heulen.

Aber anstatt in Selbstmitleid zu ertrinken, schloss ich meine Augen und versuchte noch etwas zu schlafen. Schließlich dauerte es noch etwas länger um zu dem Haus meiner Oma zu gelangen. Sie wohnte ja auch am A...anderen Ende der Welt.

-

Geweckt wurde ich von meiner Mutter, welche etwas unsanft den Kofferraum schloss. "Hmpf..sind wir schon da ?", murmelte ich.

"Ja und jetzt komm, deine Oma wartet bestimmt schon.", sagte meine Mutter aufgeregt.

'So eilig haben sie es also mich loszuwerden. Danke auch.', dachte ich empört und schnaubte. Meine Eltern haben nämlich vor, ihren Urlaub in der Karibik an irgendeinem Traumstrand im Paradis zu verbringen. Ohne mich, da sie auch mal 'ihre Zweisamkeit genießen' wollen. So drückte sich zumindest meine Mutter aus.
Ich konnte mir auch irgendwie denken, was das heißen soll.

Plötzlich war ich froh nicht mitgehen zu dürfen.

Grummelnd stiegt ich aus dem Auto aus, öffnete meinen Regenschirm und nahm meine Koffer entgegen. Meine Mutter umarmte mich. "Pass auf dich auf und hab Spaß, ok ?" Ich nickte nur.

Beim Wegfahren rief mein Vater noch: "Mach deiner Oma nicht zu viel Arbeit. Ich will keine Beschwerden hören !"

Dann waren sie auch schon weg. "Danke Papa.", sagte ich trocken, auch wenn es eh keiner hörte. Ich sah mich um. Man musste zugeben, hier wohnten definitiv keine armen Leute. Auch das Haus meiner Oma war riesig. Es war aus rotbraunen Ziegelsteinen gebaut und hatte weiße Fensterbänke. Es sah eigentlich ganz schön aus.

Aber es war so unnatürlich ruhig hier. Wie nach einer Zombie-Apokalypse. Wenn jetzt ein Steppenläufer an mir vorbeigeweht werden würde, wäre ich nicht überrascht. 'Gruselig.', dachte ich.

Plötzlich nahm ich aus dem Augenwinkel eine Bewegung wahr und drehte mich um. Auf der anderen Straßenseite stand ein weißes Haus mit schwarzem Ziegeldach. Gerade als ich mich umgewandt hatte, viel ein Vorhang vor einem Fenster im Erdgeschoss. Ich hätte schwören können, dass ich jemanden mit schwarzen Haaren am Fenster gesehen habe.
Ich konnte mich aber auch irren.

'Na toll, jetzt auch noch stalkende Nachbarn.' ,dachte ich.

Misstrauisch drehte ich mich um und zog meine durchnässten Koffer zur Haustür. Dort klopfte ich und wartete. "Oma ? Ich bin's !", rief ich.

Es dauerte eine Weile bis die Tür geöffnet wurde. "Y/N !", rief meine Oma freudig. "Schön dass du gekommen bist." Sie umarmte mich fest. "Hey Oma." Sie ging einen Schritt zur Seite. "Komm rein, ich zeige dir dein Zimmer." Ich nickte und folgte ihr die breite Treppe hinauf.

Oben öffnete sie eine braune Holztür und hielt sie für mich auf. Als ich eintrat bekam ich große Augen. Das Zimmer war wunderschön. In einer Ecke stand ein Doppelbett mit weißen Laken und gemütlich aussehenden Kissen. Daneben stand ein großer Kleiderschrank, der sogar einen Spiegel an der Tür hatte. An der Wand rechts von der Tür befand sich ein großes Fenster, welches von langen hellblauen Vorhängen verdeckt wurde.

Kyung Il - History Serie [PAUSIERT]Histórias para pegar e não largar. Descubra agora