Das war das letzte mal! Du bist zu weit gegangen, jetzt spüre die Konsequenzen!"
Er wirft mich mitten in die ganze glozende und tuschelnde Masse. Ich lande ziemlich unsanft auf mein Hinterteil, welches mir ein schmerzendes Stöhnen entlockt.
Wütend und hasserfüllt schaue ich zu unserem "Helden" dem Alpha hoch. Er zuckt mit keiner Wimper, schaut Erbarmungslos und enttäuscht zu mir herunter. Mit geballten Händen wirft er sich auf mich und zieht mich an meinem Kragen zu sich hoch. Nur wenige Zentimeter trennen unsere Gesichter.
Was erlaubt er sich eigentlich, mich so harsch anzufassen?
"Ich habe dich gewarnt, du wusstest, was passiert, wenn du die Regeln missachtest und trotzdem hast du sie gebrochen. Keine Strafe ist gerecht genug für dich!"
Er schreit. Seine blauen und sonst so freudig strahlenden Augen funkeln voller Hass. Seine Mimik verdeutlicht puren Hass. Eine Zornfalte spiegelt sich in seinem Gesicht.
Jetzt ist der Moment, an dem ich voller Furcht zurück weichen sollte. Sollte.
Doch sollte ich Angst haben? Nein, ich spüre keine Angst, nichts kann mir Angst bereiten.
Trotz das ich mich auf sehr glattem und dünnen Eis befinde, grinse ich zu ihm hoch. Alpha Alex findet es wohl gar nicht lustig, denn einen Augenblick später befinde ich mich mit einem schmerzendem und blutigem Gesicht auf dem glatten Fliesenboden. Aua!
"Alpha, darf ich fragen, was Tyler
wieder getan hat?"
Er wendet seinen Blick von mir und schaut zu einem Pack-Mitglied hoch. Dieser schaut unseren Alpha neugierig und erwartend an. So wie fast alle anderen.
Alpha Alex seufzt einmal tief, bevor er sich räuspert und seine Hände von mir nimmt.
"Etwas unverzeihliches" , er schaut durch die neugierige Menge, um alle Aufmerksamkeit zu erhalten.
"Unser lieber Freund hier hat versucht die Scheune nieder zu brennen, in denen all die Neugeborenen liegen. Eingenommen mein Neugeborener."
Ich unterbreche den Alpha nicht. Ich schaue ihn durch meine -von vielen Schlägen- tränenden und geschwollenen Augen an. Nichts fühle ich im Moment. Keine Furcht, kein Mitleid und vor allem kein Bereuen. Nicht ein bisschen.
In Sekundenschnelle bricht Unruhe auf. Nun schaut mich nicht nur Alpha Alex mit diesem Blick an -Nein- mindestens 50 weitere auch. Alles was ich in diesem Raum wahrnehme, sind mörderische Geräusche, Augen, welche mich jeden Moment erdolchen könnten und viele Geballte Fäuste. Ich blicke unbeeindruckt drein. Sagte ich doch, nichts bereitet mir Angst.
Alpha Alex steht auf und wirft mir einen verachtenden Blick zu, ehe er sich der Menge zuwendet.
"Ich habe es satt mir ansehen zu müssen, dass er Chaos und Ärger bereitet. Ich habe heute die Hoffnungen aufgegeben. Macht was ihr wollt mit ihm, auch wenn Blut fließen möge."
Ohne ein weiteres Wort in meine Richung verlässt Alpha Alex den Raum und ich bleibe mit blutdurstigen Wölfen zurück. Hungrige Blicke durchlöchern mich. Einige Mitglieder belecken sich vor Vorfreude die Lippen, während stets ein schmunzeln den Mund umspielt.
Widerlich, einfach nur Widerlich.
Die Pack-Mitglieder stützen sich im Bruchteil einer Sekunde auf mich. Ich wehre mich nicht. Es ist zwecklos, sie sind in der Überzahl und gleichzeitig stärker. Sofort fühle ich unglaubliche Schmerzen, die mich innerlich zum brodeln bringen. Ich spüre, wie mein Fleisch aufgerissen und zerfetzt wird. Ich werde an mehreren Stellen getreten, geschlagen, bespuckt und gekratzt.
Mehrere Hände umfassen meine Kehle und verschließen meine Luftzufuhr. Zum ersten Mal in meinem kompletten Dasein spüre ich Panik in mir. Mehr und mehr Tränen steigen mir in die Augen.
"Genug! Aufhören!"
Die Stimme dominiert den kompletten Raum, lässt ihn in einer schaurigen und kalten Atmosphäre. Ich erschaudere am ganzen Körper. Sofort verschwinden die Hände um meinem Hals, das schlagen, sowie alles andere wird eingestellt.
Der Sender dieser Stimme scheint hochrangig zu sein. Anders kann man die Autorität und Dominanz, die in der Tonlage mit schwingt, nicht erklären.
Meine Gedanken werden von den Nachschmerzen unterbrochen. Zwar haben die Mitglieder aufgehört mich praktisch zu zerfleischen, aber der Schaden, der angerichtet wurde ist immens. Ich ertrinke praktisch in meinem eigenen Blut.
"Ah! Shit!"
Niemand scheint mich überhaupt wahrzunehmen. Viel zu sehr sind die Pack-Mitglieder damit beschäftigt, den Sender der Stimme zu identifizieren.
Langsam nehme ich schwere Schritte wahr.
Mit jedem näher kommenden Schritt, wird meine Atmung hektischer. Wenn ich jetzt nichts tue, drohe ich zu hyperventilieren.
Ein. Aus. Ein. Aus.
Es hilft. Ich merke, wie ich mich beruhige. Ich versuche mich auf meine Sinne zu konzentrieren, die mich langsam aber sicher verlassen, ausgelöst durch den Schmerz und dem Blutverlust.
Zu spät bemerke ich, wie die schweren Schritte aufgehört haben. Dafür bemerke ich schwarze dreckige Schuhe rechts neben meiner Schulter.
Verschwommen schaue ich zu einer Männlichen Silhouette empor, aber irgendwie kommt diese mir bekannt vor.
Ist es zu glauben, Alpha Alex?
Alpha Alex beugt sich zu mir herunter.
Aber das kann doch nicht sein....
Alpha Alex hat keine goldenen Augen, er hat blaue.
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Break Me (BoyxBoy)
WerewolfTyler Hoom. Er ist gefürchtet und verhasst. Er verwüstet, schadet seinen Mitmenschen und grenzt seine Geliebten ab. Zwischen der Fassade verbirgt sich ein Schicksal. Aber auch verbirgt sich der liebevolle und gutherzige Tyler. Er braucht eine Pers...
