1. Straßenbahn und ein Kribbeln

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Ich fühle ein mysteriöses Kribbeln in den Händen und kann förmlich das Knistern in der Luft spüren. Ich weiß nicht was los ist, aber etwas ist anders. Etwas Unbeschreibliches.

Ich starre durch das milchige Glas des Fensters nach draußen. Die grauen Wolken hängen tief und mildern mein schlechtes Gefühl nicht im Geringsten.

Etwas wird passieren.

Doch das ist nicht der Grund für meine miese Laune. Der Grund für diese ist, dass mir meine unbestrittene Lieblingslehrerin, Ms Winslow, Sozialstunden aufgebrummt hat. Die olle Hexe. Und das alles nur, weil mich eine gewisse Saskia Lacasta provoziert hat und ich auf sie los bin.

Mein rechter Haken hat aber gesessen und so habe ich nachdem sie mich verpetzt hat wenigstens noch die Gewissheit, dass ein hübsches Veilchen ihre linke Wange bis zum Auge hin ziert.

Doch das war mir nicht genug. Aus Rache hatte ich ebenfalls auch noch mit ihrem Freund geschlafen. Der Arme konnte einfach nicht seine Augen von mir nehmen, also... Wieso das nicht gleich ausnutzen? Es hatte einfach gepasst.

Ich schultere meinen schlichten schwarzen Rucksack noch bevor es an der Tür klingelt und laufe nur in einer dünnen Strickjacke nach draußen.

Mein bester Freund, ein klein gewachsener Bube mit blauen Augen, schaut mich an und nickt mich zu sich. Lässig komme ich angeschlendert und gebe ihm aus dem Stand einen Kuss auf die Stirn. Das geht locker, wenn euer bester Freund kleiner ist, als ihr selber. Aber das liegt zum Teil auch daran, dass ich mit meinen eins-achtzig auch ziemlich großgewachsen bin.

Schadenfroh rümpft er die Nase:" Na? Freut sich die Rose schon auf das Nachsitzen?"

Genervt verdrehe ich meine Augen und laufe mit ihm zu Haltestelle. Jeden Morgen müssen wir mit der Straßenbahn zur Schule fahren. „Florian, ich muss nicht zum Nachsitzen."

„Ach jetzt sei doch nicht so begriffsstutzig! Nachsitzen, Sozialstunden ... Ist doch alles dasselbe!" Seine blauen Augen funkeln mich an.

Nach einem langen Seufzer und einer alten Frau, die uns über die gut befahrene Straße missmutig betrachtet, streift meine Hand an dem Gebüsch neben mir: „ N A C H S I T Z E N und S O Z I A L S T U N D E N sind was verschiedenes. Vielleicht bin ich begriffsstutzig, aber dasselbe ist es keineswegs."

„Also ist Lacastas Freund und deine letzte Vergnügung nicht dasselbe?"

Aus zusammengekniffenen Augen sehe ich meinen besten Freund an: „Das war jetzt unnötig Florian."

Er hebt gespielt überrascht die Augenbraue und das Kribbeln in meiner Hand breitet sich wieder in meinem Bewusstsein aus. Genauso wie das komische Gefühl, welches mich schon den ganzen Morgen lang quält.

„Hast du mir überhaupt zugehört? Pass auf! Da ist eine Laterne!", zerrt mich mein bester Freund plötzlich an meinem Arm zur Seite und reißt mich aus meinen Gedanken.

Erschrocken zwinkere ich wie wild. „Was?" Aus der Bahn geworfen kratze ich mir meinen Kopf. Die silberne Straßenlaterne vor mir grinst mich schon fast schadenfroh an und ich weiche einen Schritt zurück.

„Ich hatte gesagt, dass es auch unnötig war, mit Lacastas Freund im Bett zu landen, Rose."

Ich winke ab und gehe mit genügend Abstand zur Laterne an dieser und meinem besten Freund vorbei. "Es wird noch schlimmer. Bis jetzt weiß sie ja noch nichts davon." Etwas arrogant wackle ich mit dem Hintern.

Vielleicht bin ich arrogant, aber ein gesundes Selbstvertrauen hat noch niemandem geschadet.

Geschockt und vielleicht auch etwas angewidert ruft Florian meinen Namen und kommt mir hinterher. „Ist das dein ernst? Rose du zahlst es ihr nicht nur heim, sondern auch ihm! Sowas macht man doch nicht!"

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⏰ Última actualización: Jun 15, 2016 ⏰

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