Die Scheinwerfer hatte er schon vor einer Meile ausgemacht,
jetzt drehte er das Fenster runter und Fuhr ein letztes Mal
langsam an der Farm vorbei. Kein Licht im Haus, die Hunde still
und der Mond eine verschwommende Kugel hinter dichten Wolken,
ein weiteres Plus für ihr Vorhaben.
Er wusste, was zu tun war, kannte die Örtlichkeiten und konnte zur Not
mit geschlossenen Augen agieren. Mit Blick zum Beifahrersitz nickte er.
↔Die Party kann losgehen.↔
Er parkte den Pick up in der Kurve eines Feldwegs, einhundert Meter
von der Einmündung in die Schotterstraße entfernt. Die Innenbeleuchtung
war mit Isolierband angeklebt, damit sie beim öffnen der Tür keinen
Lichtschein warf. Sie stiegen aus, grauweiße Atemwölkchen vor dem Mund.
Um sie herum herrschte winterliche Stille. Äste knackten im Wind,
vom Bach drang der Schrei einer Eule herauf; die trockenen Stängel
des abgeernteten Maisfelds tuschelten wie ungehorsame Kinder.
Neben der Beifahrertür zog er die Winterstiefel aus und stieg in kniehohe
Gummistiefel. Die würde er heute Nacht brauchen, und nicht nur des Matsches
wegen. Als Nächstes legte er die lederne Scheide wie einen Pistolengürtel
um die Hüfte. Das Bowie Messer auf dem Rücksitz schimmerte Eisblau.
Es war aus Deutschland - die besten auf dem Markt -, hatte eine fünfzehn
Zentimeter lange dicke Klinge und einen absolut rutschfesten epoxidbeschichteten
Ledergriff. Das imponierte ihm besonders. Wegen des schmalen Handschutzes
konnte man nicht allzu oft zustechen, aber das Messer war insgesamt so schwer,
dass wenige Stiche reichten, um eine Menge Schaden anzurichten.
Er hatte das gute Stück vor vier Jahren bestellt und einen Schleifstein gratis
dazu bekommen.
Als er das Messer vom Rücksitz nahm, verspürte er einen Kitzel im ganzen Körper.
Wie angenehm die Waffe in der Hand lag, tödlich und schön, ein wahres Kunstwerk
in den Augen eines Kenners. Er schob sie in die Lederscheide und schloss die Tür.
Sie durchquerten den Wassergraben und gingen über das Maisfeld zu dem
Maschendrahtzaun südlich des Hofes. Während die Nylonhosen zischend
aneinander rieben, waren ihre Gummistiefel auf dem kalten, feuchten Grund
Nahezu lautlos.
Zwanzig Meter von den Pferchen entfernt hörte er die Tiere umherlaufen.
Sie erreichten den Zaun. Als sie sich zwischen den Stahlstreben des Tores
hindurchduckten, schossen ein Dutzend Schafe davon. Von Schweinen mal
abgesehen, war alles Schlachtvieh blöde, und Schafe führten die Liste an -
hirnlose Herdentiere , genau wie ihre menschlichen Gegenstücke. Dämlich,
vertrauensvoll und schwach ließen sie sich zur Schlachtbank führen.
Aber er nicht. Er wusste, wie der Hase lief, und hatte es satt, immer alles
zu Schlucken. Es war Zeit , sich zur Wehr zu setzen.
Inzwischen hatten sich seine Augen an die schwarze Dunkelheit gewöhnt.
Die aufgescheuchten Schafe versuchten , sich unter den Rest der Herde zu mischen,
um der Bedrohung zu entgehen, doch auch in der Menge würde es heute Nacht
keine Sicherheit geben.
Sein Partner stand auf der gegenüberliegenden Seite des Pferches, wählte gerade sein
Opfer aus und stürzte sich auf es. Die Schafe drumherum stoben hufeknallend davon.
Ein Messer blitzte auf , und er hörte den erstickten Schrei des todgeweihten Tieres,
sah schwarzes Blut spritzen.
Die alte Hexe würde morgen früh eine böse Überraschung erleben.
Den Ledergriff rau und angenehm in der Hand, fiel sein Blick auf ein fettes Mutterschaft in der Ecke. Sofort musste er an das alte, stinkende Weib denken. Menschlicher Abschaum. Mit
ein paar Sätzen war er bei dem Schaf , schlang ihm den Arm um den Hals und riss es an sich.
Das blökende Tier fing heftig an zu strampeln und versuchte wegzulaufen.
Fluchend packte er das Fell und machte kurzen Prozess. Ein einziger schnitt, und feuchtwarme Flüssigkeit über zog seine Hand, befleckte den Ledergriff. Das todes-
röcheln des Schafes klang wie knirschender Schotter, es zuckte und wurde Schlaff.
Gerechtes töten.
Er ließ das Schaf fallen. Jetzt bellten die Hunde. Das Haus war zwar immer noch dunkel,
aber bestimmt nicht mehr lange. Zeit genug für ein zweites. Er sah sich um.
In der Ecke stand ein zweites Mutterschaf, blickte wie betäubt. Er ging auf das Tier zu, und als es versuchte, an ihm vorbeizuschießen, versenkte er das Messer kraftvoll in seinem Rücken.
Ein Knochen knackte, und das Schaf sank zu Boden.
Den Rest erledigte er automatisch, ohne zu denken. Er packte das Schaf am Ohr , riss den Kopf nach hinten und schnitt ihm die Kehle durch. Warmes Blut sprizte auf seine Hand,
seine Kleider - den Teil hatte er noch nie gemocht....
↔ Sie ist wach ↔ , rief sein Partner. ↔ Lass uns abhauen. ↔
Er drehte sich um , sah gelbes Licht durch die Bäume schimmern. Die Hunde im zwinger
spielen verrückt. ↔ Verdammte Köter. ↔
Sie liefen los , der matschige Pferchboden wie saugnäpfe an den Stiefeln. Er duckte sich
zwischen den Torstreben durch und setzte zum spurt an , die Arme angewinkelt, der
Körper adrenalingepeitscht. Sie erreichten den Pickup , rissen die Türen auf und kletterten
rein.
↔ Wie viele hast du erwischt? ↔ , fragte er.
↔ Zwei. ↔
Sein Mitfahrer zog japsend die Kappe vom Kopf.
↔ Und du? ↔
↔ Zwei. ↔ Die Erinnerung ließ ihn lächeln.
↔ Dreckiges amisches Miststück. ↔
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Ich hoffe euch gefällt der Prolog. Wenn dies der Fall sein sollte würde ich mich über eine Bewertung, sowie eine Kommentar mit eventuellen Verbesserungsmöglichkeiten wirklich sehr freuen. Ich werde so schnell wie es geht updaten und das erste Kapitel anfangen.
Danke fürs lesen. :-)
2AnnonymBaes und XPhytonX schreiben auch gute Geschichten, schaut doch mal bei ihnen vorbei. :-)
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Wenn Die Nacht Verstummt
Mystery / ThrillerProlog Die Hunde würden ein Problem sein. Letzte Woche war er zweimal hier vorbeigefahren, ohne Licht und mit offenem Fenster, beobachtend, lauschen - planend. Von der Straße aus hatte er sie bellen hören und das obere Ende des Maschendrahtzauns u...
