Ich lief die Straßen entlang, wie jeden Abend, auf der Suche nach jemand neuem. Freude stieg in mir auf. Endlich werde ich wieder jemanden haben, an den anderen ist mir so langsam der Spaß vergangen.
Ich ging in meinem Kopf schon alles ganz genau durch. Stück für Stück.
Ich wartete immernoch auf die Perfekte.
Plötzlich kam ein kleines Mädchen, etwa acht Jahre, auf mich zugerannt. Lange goldene Locken schmückten ihr kleines Köpfchen. Ihre eisblauen Augen gefielen mir besonders. Sie waren kalt, fast so kalt wie mein Herz. Aber was machte so ein kleines Mädchen um diese Uhrzeit im Dunkeln und in der Kälte hier draußen?
Erst jetzt fiel mir ihre Zerrissene Kleidung auf.
In meinem Kopf schwor ich mir, sie nicht als nächstes Opfer zu nehmen. Ich drehte mich um. Ich wollte einfach weiter gehen, doch sie hielt mich fest.
"Daddy, Daddy!", rief sie.
Ich wendete mich ihr gegenüber.
"Ich bin nicht dein Dad, geh wieder nach Hause."
Doch sie hatte kein zu Hause. Ich wusste es. Irgendwie konnte ich es in ihren Augen ablesen.
"Mein Name ist Yuzuyu." Sie grinste breit, während eine Locke in ihr Gesicht fiel.
"Zac.", entgegnete ich kalt.
Sie sprang auf mich, sodass ich gezwungen war sie zu tragen. Aber was sollte ich machen?
Naja ich nehme sie nur für eine Nacht mit, sonst erfriert die Arme hier noch.
Ich würde sie nicht verletzen, niemals. Ich musste aufpassen, nicht weich zu werden. Schließlich bin ich ein Serienkiller und die sind hart und zeigen keinerlei Gefühle oder Sonstiges.
Zu Hause angekommen, ließ ich sie wieder runter. Das ging ganz schön auf meine Arme, ich wohn ja nicht gerade mitten in der Stadt und mit dem Auto war ich auch nicht unterwegs.
Zum Glück waren alle geheimen Zimmer abgeschlossen. Wenn sie nur wüsste was sich in meinem Haus alles verbirgt. Ich musste lächeln, doch ich schlug es mir schnell wieder aus dem Kopf. Sie war noch ein Kind.
Oder soll ich sie vielleicht zu meiner Nachfolgerin erziehen?
Sie band sich ihre langen Haare mit ihren schwachen kleinen Ärmchen zusammen.
Was war das? Sie hatte an ihrem Nacken ein Tattoo. Ein echtes. Aber.. wie kam es da hin? Und sie war doch erst acht?
Sie drehte sich um und sah meinen Gesichtsausdruck.
"Ist da was?", sie reibte ihren Nacken. Ich schüttelte den Kopf.
"Nein. Nichts. Hast du Hunger?"
Eigentlich war es mir so ziemlich egal, doch da sie jetzt hier ist, war ich irgendwie gezwungen für sie zu sorgen.
Mist. Ich hätte einfach gehen sollen. Wieso habe ich Idiot sie mitgenommen? Ich muss definitiv kälter werden, das bin ich nicht! Gott, was macht dieses Mädchen mit mir? Soll ich sie wieder weg schicken?
Ich kochte ihr einfach schnell ein paar Nudeln und legte ihr einen Teller auf den Tisch, an dem sie schon hungrig saß. Sie war so klein, dass ihre Beine nicht mal den Boden berührten und einfach nur da rum baumelten.
Ich brachte ihr noch eine Gabel, mehr brauchte sie nicht.
"Danke, Daddy."
Fast hätte ich entgegen gesetzt, dass ich nicht ihr Vater bin, doch das brachte eh nichts, also hab ich es lieber gelassen.
Nachdem sie aufgegessen hatte brachte ich sie schnell in ein Gästezimmer. Sie sollte schlafen.
"Aber ich bin doch garnicht müde!", jammerte sie. Doch ich antwortete nicht und schaltete das Licht aus. Dann machte ich die Tür zu und schloss sie ab.
Endlich habe ich Zeit für mich...
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UNKNOWN
Mystery / ThrillerIch bin ein Serienkiller. Ich will es eigentlich garnicht sein. Die Leute haben das alles aus mir gemacht, ich bin nicht schuld. Irgendwann kam dieses kleine Mädchen, Yuzuyu. Ich nahm sie bei mir zu Hause auf. Sie hatte ein Tattoo am Nacken, von dem...
