Es war eine weitere viel zu kalte Nacht, die ich damit verbrachte durch Beacon Hills zu streifen und noch irgendwo etwas zu Essen aufzutreiben. Als ich wieder einmal an der High School vorbei lief, zum dritten Mal diese Nacht, da meine Suche heute einfach unendlich und vergebens schien, musste ich schmunzeln. Noch nie hatte ich diese von Innen gesehen. Nur davon gehört. Wie großartig diese Zeit meines Lebens denn sein würde. Dass ich einfach nur bis dahin durchhalten musste. Dass das Heim mir doch die beste Ausbildung versprechen würde. Heiße Luft.
Der Gedanke nachzusehen, wie sie von ihnen aussah und ob sie offen war ließ mich nicht los. Es ist verdammt kalt, du kannst dich drinnen aufwärmen, ging mir durch den Kopf, als meine Füße sich scheinbar wie von alleine auf das Gebäude zubewegten.
Nach einem Blick in alle Richtungen, um mich zu vergewissern, dass keine Autos oder Sonstiges auf dem Parkplatz standen, öffnete ich die große, quietschende Tür und betrat die Eingangshalle, deren Wände über und über voll waren, mit Plakaten der Beacon-Hills-Lacrosse-Manschaft. Die Schließfächer rechts und links in dem Gang vor mir wirkten langweilig und ich bereute es wirklich nicht, deren Anblick nicht jeden Tag ertragen zu müssen.
Meine Beine trugen mich immer weiter durch die Flure, die Klassenzimmer und schließlich die Bibliothek, in welcher ich einige Zeit verweilte. Lesen war schon immer eine Leidenschaft von mir gewesen. Die Chance dazu hatte ich nur leider nach meiner spontanen Flucht aus dem Heim nicht mehr. Ich lies es mir jedoch nicht nehmen durch die einzelnen Gänge des großen Raumes zu schlendern und immer mal wieder in Büchern zu blättern, die mich faszinierten. Besonders hatte es mir die Mythologieecke angetan. Wie in Trance stand ich da, starrte nur die Buchrücken an, manche älter, manche neu, nur um dann sorgfältig und langsam die Bücher herauszunehmen, die laut dem Titel interessant zu sein schienen und ein paar Seiten darin zu lesen.
Mein Körper zuckte zusammen als ich das Geräusch der Tür vernehmen konnte, welche geöffnet wurde. Ein unglaublich unangenehmes Quitschen drängte sich in meinen Kopf und das Buch, das ich gerade in der Hand hatte, Meerjungfrauen - Mythos seit Jahrtausenden, stand in Windeseile wieder an seinem ursprünglichen Platz. Schnell lief ich hinter eines der hinteren Regale und kniete mich hin, meinen Blick auf die Tür geheftet.
Schritte. Schritte, welche immer näher kamen und eine Regelmäßigkeit hatten, die vermuten lassen würde, es handelte sich bei dieser Person um einen Tänzer, der sich gleichmäßig im Rhythmus der Musik fortbewegte.
"Ich weiß, dass du hier irgendwo bist.", rief eine dunkle Stimme.
Schwer schluckte ich. Was war die Strafe für nächtliches Einbrechen in ein öffentliches Schulgebäude?
"Komm schon raus, ich werde dich schon nicht -", er machte eine kurze Pause, "- fressen." Jetzt lachte er.
Als mich plötzlich etwas am Arm packte schrie ich kurz und schrill auf. Eine junge, schlanke Frau mit gelben, leuchtenden Augen und einer reptilienartigen Haut drückte mich gegen die Wand, sodass ich die Kälte des Fensterglases hinter mir durch den dünnen Stoff meines T-Shirts spüren konnte, und fauchte mich an.
"Schon gut Greta, lass sie runter.", befahl ein Mann, dessen Stimme ich von kurz davor sofort wiedererkannte. Langsam und mit immer noch gleichmäßigen Schritten, kam er um die Ecke und somit in mein Sichtfeld, was diese Greta sofort dazu veranlasste mich loszulassen.
Der Mann hatte ein seltsames Gesicht mit einer Art von Bart und roten, fast glühenden Augen. Sofort verlangsamte sich mein Atem, mein Herzschlag hingegen ging auf die 180 zu und in dem Moment wäre mir ein Polizist oder ein Lehrer, der mich erwischt hätte, 1000 mal lieber gewesen.
"Du hast Angst, hab ich recht?" schmunzelte er.
"Wer sind Sie?" fauchte ich ihm zu. Nur keine Angst zeigen, Chiara. Heute ist ganz bestimmt nicht die Nacht zum Sterben.
"Das kannst du auf zwei Arten sehen. Entweder bin ich das Beste, das dir je passiert ist, oder -" er stoppte.
"Oder was?"
"Dein schlimmster Alptraum." beendete er seinen Satz mit ernster Stimme, ehe sich ein diabolisches Grinsen um seinen Mund bildete.
Kurz davor zusammenzuknicken und in jämmerliches Geschluchze auszubrechen, fasste ich all meinen Mut zusammen und ging einen Schritt auf ihn zu. Scheinbar zeigte es seine Wirkung. Er war sichtlich überrascht.
"Mutig." sagte er lachend, was jedoch nicht nach Lachen klang, sondern wie ein kalter, mono-tonischer Huster.
Als ich meinen Kopf hob, um ihm direkt in die Augen zu sehen, wandelte sich sein Lachen, oder Husten, zu einem gefühlslosen Gesichtsausdruck.
"Greta, hol doch schon mal das Auto, Liebes.", bat er.
"Mach ich, Cian." entgegnete Greta und verschwand durch die Tür, die ich eine gefühlte Stunde zuvor durchschritten hatte.
Cian, der Name kam mir bekannt vor.
Seine Furcht einflößenden Augen wanderten über mein Gesicht und es schien, als würde er jede meiner Emotionen fast schon riechen können.
"Ich hoffe du überlebst. Du hast wirklich Potenzial.", sagte er schmunzelnd.
Mein ganzer Körper stellte sich auf Flucht ein, jedoch bewegte sich kein Muskel.
Cian griff nach meiner rechten Hand und streifte das dünne, langärmelige, schwarze Shirt meinen Arm hoch. Meine Augen weiteten sich, doch meine Angst war wie verflogen. Nein, ich hatte keine Angst, ich war neugierig. Neugierig auf ihn. Keine Ahnung wieso, da ich mir ja erst zwei Minuten zuvor noch halb in die Hosen gemacht hatte. Diese Situation hatte etwas mystisches. Und die Gefühle, die durch meinen Körper wanderten, waren die selben, die ich jedes Mal hatte, wenn ich mir vorstellte, wie es wäre ein mystisches, unbekanntes und unrealistisches Leben zu führen.
Keine Sekunde später spürte ich einen stechenden Schmerz an der Stelle meiner Pulsadern, was mich aus meinen Gedanken holte und vor Schmerz aufschreien ließ.
"Sehen wir doch mal wie Cathy das erklären will.", lachte er, ging Richtung Tür und ließ mich blutend auf dem Boden der Bibliothek zurück.
KAMU SEDANG MEMBACA
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Manusia SerigalaIs nur ne Geschichte die ich mit Kathy zusammen schreibe üner unser Fancy pack! Inspired by Teen wolf
