Das Sandkorn

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Ein Sandkorn. Was ist das bloß? Nun, ich erkläre euch was es ist: ich. Eines von milliarden weiteren Körnchen. Jene Körnchen, aus denen die Strände unsere Welt bestehen. Klein. Rund. Ein Körnchen eben. Das bin ich – nichts wert? Da es ja viele von mir gibt. Eventuell unterscheiden wir Körnchen uns in der Größe und Form. Eventuell.

Was ist das Ziel eines Sandkornes? Auch diese Frage kann ich euch beantworten: Wir Körnchen möchten wie jene großen, seltenen, besonderen Muscheln sein, die an den Stränden liegen, die wir formen. Etwas Besonderes. Das ist es,  was wir sein wollen. Wir wollen nicht (einfach) nur die Strände bilden, wir wollen sie auch schmücken!

Unerfüllbares Bedürfnis! Wie soll ein Sandkorn denn eine Muschel werden? Dieses Mal kann ich euch die Antwort nicht geben! Ich selbst bin doch nur ein Körnchen! Ein Körnchen, welches in all seinen Fähigkeiten von Anderen übertroffent wird. Und dazu bedarf es noch nicht ein Mal einer Muschel! Schon ein kleiner Stein am Strand kann dies. Ein Stein? Ja ein Stein! Gehen wir einen Schritt weiter! Auch andere Körnchen übertreffen mein Dasein, mein Können. Traurig? Ja.

Was heißt das also für mich, dem Körnchen? Man könne jetzt sagen: Mit viel Fleiß und Ehrgeiz kann man vieles erreichen! Mag sein. Ich verneine nicht. Aber! Dem Schicksal eines Körnchens entgeht man dadurch nicht! Eine weitere Macht wird benötigt – Glück! Glück? Ja Glück! Glück, das Konzept von Glück ist denke ich jedem klar? Glück ist, wenn ein Ereignis stattfindet, obwohl die Wahrscheinlichkeit für das Stattfinden sehr gering ist. Je geringe die Wahrscheinlichkeit, desto mehr Glück hatte man, falls das Ereignis eintritt.

Fangen wir von vorne an: Würde unser Dasein als Muschel beginnen, so würden wir nie jenes Problem haben! Würden wir ein Stein sein, so könnten wir uns mit obengenanntem Fleiß und Ehrgeiz zu einer Muschel hocharbeiten. Doch als Körnchen... unmöglich!

Wie gehen wir mit diesen Erkenntnissen um? Bevor wir in Melancholie verfallen: Es gilt das Ganze zu betrachten. Wir, die Körnchen, ermöglichen erst das Muschel-Sein! Würde es keine Körnchen geben, so würden jene Muscheln nicht in der Lage sein, die Strände zu schmücken! Dasselbe Problem, dass hätten sie! Ein schwacher Trost für das Körnchen-Sein...

Trotzdem! Wir sind das Medium, welches das Besondere erst ermöglicht, oder?


















Ich und ein paar GedankenDonde viven las historias. Descúbrelo ahora