Freiheit

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Eins: Freiheit

Ich sehe, wie das Mädchen aus der Tür kommt. Letzte Woche sind sie gegenüber von mir eingezogen. In ein kleines, aber dennoch imposant wirkendes Haus, umgeben von drei großen Buchen.

Ein junges Pärchen, nicht älter als zwanzig. Der junge Mann hatte bereits eine breite Schaukel an einen der großen Bäume angebracht.

Das Mädchen setzt sich auf die Schaukel. Sie lächelt. Ich beobachte sie, wie sie so da sitzt. Wann war ich das letzte Mal so glücklich?

Ihr Freund kommt aus dem Haus. Er schleicht sich an und umarmt sie von hinten. Sie schmiegt sich an ihn und er flüstert ihr etwas ins Ohr, was sie zum Lachen bringt.

Dann schubst er sie sanft an. Sie beginnt zu schaukeln, immer höher und höher. Sie schließt die Augen, sieht so frei aus. Ihre rotbraunen Haare fliegen im Wind. Auf einmal, als sie am höchsten Punkt angelangt ist, springt sie.

Für einen Moment scheint die Zeit still zu stehen, es sieht aus, als könnte sie fliegen.

Doch dann kommt sie hart auf dem Boden auf. Sie verzieht vor Schmerz das Gesicht. Er rennt zu ihr und hebt sie vorsichtig hoch. Sie klammert sich an seinem T-Shirt fest, verbirgt ihr Gesicht in seiner Brust. Er küsst sie auf die Stirn und sagt etwas, womit er ihr ein Lächeln abgewinnt. Dann trägt er sie ins Haus.

Ich schaue weiterhin nachdenklich aus dem Fenster.

Wann war ich das letzte mal so frei? Wann habe ich das letzte Mal so dumme, unüberlegte Dinge getan? Und wer hat mir aufgeholfen, wenn ich fiel? Natürlich. Er. Er ist immer für mich da gewesen.

Doch das ist schon lange, lange Zeit her. Und ich wünsche mir diese Zeiten zurück.

WünscheWhere stories live. Discover now