Kapitel 1 Das Mädchen

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Am Anfang dachte ich, ich hätte schon alles gesehen, doch ich sollte bald eines Besseren belehrt werden...

Sonntag, 21. April 1963

Ein kühler Wind stieß mir ins Gesicht als ich aus meinem Wagen stieg. Es war dunkel und die Scheinwerfer die aufgestellt wurden blendeten mich. Ich schloss die Tür meines Wagens, rückte meinen Hut zurecht und hielt den Mantel eng an meinem Körper. Ein Streifenpolizist kam direkt auf mich zu. „ Kommissar Schulz?", fragte er, ich nickte ihm zur Antwort zu, „Wir haben schon auf Sie gewartet. Folgen Sie mir." Er geleitete mich durch die Absperrung, eine leichte Böschung hinunter unter die Brücke.

Der Anblick der sich mir nun bot war mir vertraut, ich hatte so etwas schon oft gesehen, zu oft und doch war es dieses Mal anders. Ein komisches Gefühl schoss durch meinen Körper wie ich das Opfer dort sah. Es handelte sich um eine junge Frau, Mitte zwanzig, sie muss einmal wunderschön gewesen sein, das zumindest konnte man noch erkennen. Sie war mit einer schweren Eisenkette an einer Laterne, welche den Fußweg, der unter der Brücke durchführte, erhellte, hoch gezogen. Ich trat näher an dieses grausige Bild heran. Mit jeden Schritt den ich tat wurde der Anblick schlimmer. Die Vorderseite der Frau war komplett aufgerissen, sie muss über den Boden geschliffen worden sein.

„Der Tod trat früher ein, der Täter hat sie wohl irgendwo getötet und dann an der Kette hierher geschliffen. Dabei hat er ihr den Kopf fast abgerissen.", sagte der Gerichtsmediziner Doktor Böhm als er mich bemerkte und auf mich zu kam. Nun sah ich auch die Blutspur die den Weg entlang bis zur Laterne führte. „Wie lautet die Todesursache?", fragte ich ihn. „Das kann ich Ihnen erst nach der Obduktion sagen, hier draußen und bei dem Zustand der Leiche ist das schwer zu sagen.", war seine Antwort die ich mit einem zustimmenden brummen abtat.

Böhm und ich kannten uns schon lange, doch ist unsere Beziehung ausschließlich beruflicher Natur. Er war ein recht groß gewachsener Mann, Ende dreißig, sein Schnauzbart und die Melone auf seinem Kopf waren wohl seine auffälligsten Markenzeichen. Wir schätzten uns gegenseitig aufgrund unseres Könnens und beließen es auch dabei.


PS: Es ist noch nicht weit, aber ich bitte schon mal um etwas Feedback (-:











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⏰ Last updated: Dec 31, 2015 ⏰

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