Nur wer fürchtet, verliert. Wer seinen Bogen nicht zu führen weiß, ist kein wahrer Jäger. Wer sein Herz nicht zu kontrollieren weiß, ist kein wahrer Mann.
Was aber, wenn ich von Furcht umklammert bin? Was, wenn ich meinen Bogen nicht gegen schutzlose Frauen richten will? Was, wenn ich mein Herz nicht kontrollieren kann? Ich kenne die Antwort bereits. Nur der Tod, wird mir dann noch gerecht.
Ich blicke auf, knie, wie der Rest des Volkes vor unserem König nieder. Heute wird es offiziell verkündet, seine Tochter hat ihre 18 Jahre erreicht. Eine Tochter. Geboren um zu sterben.
Als ich noch jünger war, hat man mir Geschichten vom König erzählt. Es hieß, er habe Heere in die dunkelsten Schlachten geführt. Er wäre stark und mutig. Aber als ich ihn, ich war gerade 14 Jahre alt, zum ersten Mal erblickte, durchfuhr mich Enttäuschung. Er war eher klein, hatte ein rotes, dickes Gesicht, halb verborgen hinter einem schwarzen Bart und einen massigen Wanst. Sein Gang glich dem einer Ente, als hätte er zu tief ins Glas geschaut.
Auch heute war es so. Er grunzte etwas von "Zu viel Untervolk", und ließ sich auf seinen Thron sinken. Ich wagte es den Kopf zu heben - und erstarrte. Zwischen den Türflügeln der großen Halle erschien eine schlanke Gestalt. Die Königstochter, es musste so sein. Denn ihr dunkles Haar war in sanften Locken nach hinten gekämmt, ihre Haut war rein und von neckischen Sommersprossen an den Wangen bedeckt, interessante, braungrüne Augen blickten starr nach vorn. Ich wandte schnell den Blick ab und versuchte mich wieder zu konzentrieren. Wie grausam musste man sein, um so etwas zu töten?
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Hunter.
FantasyJäger sind weit aus das Gefährlichste was es gibt. Zumindest für die Tochter eines Königs. Eines Königs, der nur Söhne duldet. "Inspiriert durch den TITEL 'Snow White and the Huntsman"
