"Ciao! Viel Erfolg!" Rief ich Arid hinterher. Endlich war er weg. Er wollte nach London, um zu studieren. Wenn das mal gut ging... mal schauen, wann die erste Nachricht von toten, leer gesaugten Menschenhüllen kam. Er war ein Vampir, der sich nicht sonderlich gut beherrschen konnte. Egal, das war nicht mein Problem. Er hatte mich eh nur genervt.
Morgen würde ich eine neue "Schwester" bekommen. Ich freute wirklich mich schon sehr auf sie.
Hoch lebe der Sarkasmus!
Wieso mussten wir nur eine Aufnahmefamilie sein?! Mal sehen, was sie für ein magisches Wesen sein würde. Wir hatten schon Elfen, Nixen, Trolle, Leprechauns... keine Ahnung. Ich hatte aufgehört, mitzuzählen. "Luke! Freu dich doch auf Elara! Ihr werdet euch bestimmt super verstehen!" Versuchte meine Mutter verzweifelt, mich zu überreden. "Ich bin 17 Jahre alt. Es liegt doch auf der Hand, dass ich nicht mit elfjährigen Wesen, die denken, sie seien etwas besseres, klar komme." Erwiderte ich genervt. "Luke, sie ist auch 17 und sie hat einen ähnlichen Charakter wie du. Sie ist ein Dämon." Meinte Dad. Ich sah über die Tatsache hinweg, dass er behauptete, ich hätte einen ähnlichen Charakter wie Dämonen, und dachte an diese Elara. Mal was ganz neues. Endlich kam eine ältere zu uns und auch noch eine Höllenkreatur. Vielleicht würde ich mich mit ihr wirklich besser verstehen als mit den anderen stumpfen Viechern. "Gib dir bitte Mühe. Sie hatte es nicht leicht." Bat mich meine Mutter. "Wie meinst du das?" Fragte ich verwirrt. "Naja... sie ist nicht gerade die hübscheste und Dämonen sind von Natur aus eigentlich ziemlich hübsch. Sie ist also, mal ganz hart gesagt, die hässlichste Dämonin, den es gibt." Ja, das war wirklich hart ausgedrückt. Ich sah ihn nur mit mit hochgezogener Augenbraue an und er seufzte. "Ich will, dass du morgen deinen Anzug anziehst. Du sollst einen guten ersten Eindruck hinterlassen." Bestimmte er. Ich stöhnte genervt auf. "Jaja, so wie immer halt." Er nickte. "Dann weißt du ja, was du jetzt noch machen wirst." Ich nickte und ging hoch in mein Zimmer, um es aufzuräumen. Als ich fertig war, ging ich in das Nebenzimmer, in dem ab morgen die Dämonin schlafen würde, und räumte es auch auf, wechselte die Bettbezüge, saugte und wischte den Boden.
Das musste ich immer machen. Sonst wurde mir mein Handy für eine Woche abgenommen oder schlimmeres. Was unsere Gäste anging waren meine Eltern schon immer extrem streng. Und nervig. "Luke! Komm runter! Essen ist fertig." Rief meine Mutter hoch. "Ich komme gleich!" Antwortete ich und richtete noch die Bettdecke. Danach ging ich die Treppe hinunter. Spaghetti Bolognese. Meine absolute Lieblingsspeise, natürlich.
"Also, Luke." Fing mein Dad nach dem essen an und ich wusste, dass eine ganze Menge neuer Pflichten auf mich zukommen würden. "Sei nett zu ihr, keine Kommentare zu ihrem Aussehen, führe sie im Haus herum, nimm ihr ihren Koffer ab, erkläre ihr alles, nimm sie mit in die Schule - ihr geht in die gleiche Klasse - , begleite sie überall hin, wo auch immer sie hingehen möchte, bleibe die ganze Zeit bei ihr, wenn sie die Kontrolle über ihre Kräfte verliert, musst du sie beruhigen, erkläre ihr alles über die Schule und hilf ihr, sich zu integrieren." Ich atmete tief durch und versuchte sie mir lustlos zu merken. Die alten Regeln galten trotzdem noch. Aber das war ja immer so. Ich seufzte. "Noch was?" Fragte ich resigniert. Er überlegte. "Sie ist deine Adoptivschwester für die Öffentlichkeit." Informierte er mich. "Wie heißt sie nochmal?" Fragte ich nach. "Elara." Antwortete Mum mir und ich nickte als Zeichen, dass ich es verstanden hatte.
"Ich würde dann in mein Zimmer gehen, schließlich muss ich ja noch Hausaufgaben machen. Wann kommt - " Ich stockte und dachte nach, wie sie hieß. " - Elara morgen?" Beendete ich meine Frage. "Sie kommt um zehn Uhr. Also gehst du morgen nicht in die Schule." Ich lächelte. "Okay." Ich drehte mich um und ging grinsend in mein Zimmer. Aber nicht zum Hausaufgaben machen. Ich war ja kein Streber. Ich setzte mich vor meine Xbox in meine Chilllounge und zockte.
Unsanft wurde ich durch meinen heißgeliebten Wecker am nächsten Morgen geweckt. Ich stöhnte und schlug - unkoordiniert und müde wie ich morgens nun mal war - den Wecker von meinem Nachttisch. Er fiel zu Boden und hörte auf zu klingeln. Der nächste Wecker kaputt. "Luke! Den nächsen Wecker kaufst du dir selbst!" Schrie meine Mutter genervt. Morgens sollte man sich von ihr fernhalten, wenn man nicht wegen Kleinigkeiten angemotzt werden oder Hausarrest bekommen wollte. "Jaja, musste ich die letzten Male ja auch machen." Nuschelte ich verschlafen. Anscheinend laut genug, damit meine Mutter es hörte. "Sollen wir dir dein Taschengeld streichen?! Dann kannst du schauen, wie du deinen neuen Wecker bezahlen kannst! Wie wär's, wenn du mal arbeiten gehen würdest?!" Brüllte sie wütend und riss meine Zimmertür auf. Würde Dad noch schlafen, wäre er spätestens jetzt wach gewesen. Genervt richtete ich mich auf. "Kann ich aber nicht! Ich habe dafür keine Zeit, weil ich ja rund um die Uhr bei unseren übernatürlichen Gästen sein muss, um sie zu beschützen!" Funkelte ich sie an und ließ mich wieder auf mein Bett fallen. Zeitgleich zog ich die Decke wieder hoch. Sie wusste, dass ich Recht hatte, weshalb sie meine Zimmertür hinter sich zuschlug und wütend die Treppen hinunterstampfte. Ich seufzte und rollte aus meinem Bett. Ich krabbelte zu meinem Kleiderschrank und holte mir Shorts, Socken, meine Lackschuhe und meinen Anzug raus. Um den Anzug zu holen musste ich allerdings aufstehen... na toll. Aufstehen... am frühen Morgen... Mühsam rappelte ich mich auf. Doch, wie es sich rausstellte, war es die Mühe nicht wert. Er war nicht an seinem Platz. Ich schlurfte somit ohne Anzug ins Bad.
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Verstrahlt
Fantasy"Sei nett zu ihr, erkläre ihr alles, nimm sie mit in die Schule, wenn sie die Kontrolle über ihre Kräfte verliert, musst du sie beruhigen. Hilf ihr, sich zu integrieren." Das und noch viel mehr zählte zu meinen Pflichten. Denn so war das Leben...
