Eine leichte Brise wirbelte meine Haare leicht auf. Auf dem Balkon sitzend, dachte ich an Tanja. Drei Tage waren vergangen, seit sie weggezogen ist. Ich dachte an unser letztes Gespräch...
"Pass du auf dich auf ja?", hatte sie zu mir gesagt. Sie sah so schön aus an diesem Tag. Es ist einfach unglaublich, wie jemand wie sie unter solchen Problemen leiden musste.
Wie konnte es sein, dass ihre Freunde sie verlassen haben... war sie wirklich so schlimm zu ihnen?
Laras Satz fiel mir ein: "Aber nur wegen einer Depression tut man nicht so dumm und versucht seine Freunde nur auf sich aufmerksam zu machen."
Schon der Begriff 'nur eine Depression' hört sich abrupt an. Ich hoffe nur, sie wird glücklich, dort, wo wo sie ist.
Mit dem Läuten der Klingel wurde ich aus meinen Gedanken gerissen. "James", flüsterte ich vor mir hin und bewegte mich nach unten zur Tür.
Vor mir stand wieder ein wunderschöner James mit kurzen braunen Haaren und wunderschönen hellbraunen Augen.
"Hi James", begrüsste ich ihn lächelnd. Wir wollten uns heute verabreden, um ein wenig zu plaudern. Nur plaudern, mehr nicht.
Ich holte mir schnell meine Jacke und mein Handy und war kurz darauf schon draussen, zusammen mit ihm.
James war der einzige Junge in der ganzen Schule, der mit seinen Gefühlen ehrlich und offen blieb. Er konnte zum Beispiel sehr wohl zugeben, wenn er traurig war und versuchte nie wirklich 'hart' zu bleiben. Deswegen viel es mir leichter, mit ihm über Tanja zu reden.
"Konntest du Tanja noch sehen?", fragte er mich. Ich blickte zum See. Wir sassen genau an der Stelle, bei der ich mit Tanja gesprochen hatte. Ich seufzte kurz und nickte. Nach einer kurzen Weile setzte ich fort: "Sie sah so fertig aus..."
"Depressionen sind nicht einfach", meinte James, zu mir hinschauend. Daraufhin wandte ich mich direkt zu ihm und blickte verlegen in seine Augen. "Wieso James?", wisperte ich. "Wieso muss sie darunter leiden? Und andere dürfen sich über sie lustig machen. Es ist so unfair..."
Nachdem ich meinen Satz beendet hatte, verstummte ich. James sah so wundervoll aus...
"Ich weiss es auch nicht Ari", meinte er dann. "Ich weiss nicht, was davor passiert ist, ich kenne sie ja fast gar nicht." Dann blickte er wieder zum See. "Wenn es kommt, dann kommt es. Dann kannst du nur noch hoffen, dass es wieder zum Guten kommt. Ich hoffe echt für sie, dass sie das durchsteht Ariana. Sie hat das hier nicht verdient..."
Still legte ich meinen Kopf auf seine rechte Schulter. Kurz später spürte ich seine warme Hand auf meinen Haaren. Obwohl wir nicht in einer Beziehung waren, konnte ich es wagen, ihm so nahe zu kommen. Einfach, weil es sich gut anfühlte, seine Wärme zu spüren, seinen Parfüm zu riechen. Ich weiss nicht, wie lange wir gesessen sind. Auf jeden Fall nicht nur fünf Minuten...
James begleitete mich bis zu mir nach Hause, obwohl er vom See aus in die andere Richtung hätte gehen müssen. Ich versuchte ihn zu überreden, jedoch beharrte er darauf mich nach Hause zu bringen, weil es schon dunkel und ziemlich kalt war. Das Jahr 2014 hatte sehr kalt angefangen. Schon am 1. Januar hatten wir -10°C und nun zeigten die Thermometer immer noch -5°C an. Aber bald kommt Februar und dann ist schon der Frühling da.
Vor dem Haus verabschiedeten wir uns noch. "Danke noch einmal James."
James erwiderte mein Lächeln und fügte hinzu: "Kein ding. Bis morgen."
Bevor er ging umarmte ich ihn noch. "Du schaffst es schon alleine wieder nach Hause oder?"
Darauffolgend begann er zu lachen und blickte mir direkt in die Augen. "Keine Sorge, ist ja nicht sehr weit."
"Gut gut", gab ich dann gespielt beleidigt zurück. "Dann bis morgen."
"Bis morgen." Er winkte noch kurz und war schon sehr bald hinter den Gebäuden verschwunden.
Zu Hause wartete eine Ürraschung auf mich und ich wusste in dem Moment, dass die Nacht noch lange gehen würde...
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Und damit liegt auch Kapitel 3 hinter uns :3
Viel habe ich nicht zu sagen. Lest die Geschichte hoffentlich mit Spannung ^^
Dieses Mal habe ich kein passendes Lied, oder Musikstück gefunden, tut mir leid :I
Wie immer; Kritik und Feedback sind herzlich willkommen :P
Bis bald
~DuWOD
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Das Gewitter in mir
Romance"Tränen liefen mir wild das Gesicht runter. Ich sah das Auto langsam verschwinden. Kaum zu glauben, dass ich ihn nie mehr sehen werde. Nein... ich wollte es nicht glauben."
