Die kleine Klingel über der Tür klingelte, als Nick den Laden betrat.
Er blieb für einen kurzen Moment direkt hinter der Tür stehen und ließ seinen Blick durch den Raum wandern.
Das Erste, was ihm auffiel, war der Geruch. Eine Mischung aus Desinfektionsmittel und irgendwelchen Räucherstäbchen, die fast direkt neben dem Eingang standen. Eigentlich hätte er erwartet, dass es in einem Tattoo-Studio einfach nur nach Desinfektionsmittel roch, aber hier war irgendwie alles anders.
Überall standen Pflanzen. Auf Regalen, auf kleinen Tischen, sogar eine ziemlich große hing in einer Ecke von der Decke. Dazu kamen warme Lichter und dunkle Holzelemente.
Es war gemütlich.
Viel gemütlicher als die hellen, fast schon sterilen Studios, die er bisher kannte.
Nick zog seine Cap noch ein Stück tiefer ins Gesicht. Ein ziemlich offensichtlicher Versuch, nicht erkannt zu werden.
Aber na ja.
Das hatte anscheinend nicht besonders gut funktioniert.
"Du bist zu spät."
Nick hob den Kopf.
Hinter dem Tresen stand ein Mädchen.
Sie trug einen viel zu großen Hoodie, aus dessen Tasche ein paar schwarze Handschuhe herausragten. Ihre Ärmel waren bis zu den Ellenbogen hochgeschoben und gaben den Blick auf ihre Arme frei.
Tattoos.
Viele davon.
Kleine schwarze Sterne, Wirbel, ein Rehkitz und noch etliche andere Motive, die Nick auf den ersten Blick gar nicht alle erkennen konnte. Einige waren bunt, andere nur mit schwarzer Tinte gestochen.
Ein paar Strähnen ihres hellblonden Haares hingen ihr ins Gesicht.
Und darunter waren diese auffällig blauen Augen.
Sie sah ihn an, als hätte er gerade persönlich ihren ganzen Tagesplan zerstört.
Nick zog sein Handy aus der Tasche seiner Camo-Baggy-Jeans und sah auf die Uhr.
"Nur drei Minuten."
Sie verschränkte die Arme.
"Tatsächlich vier, mein Freund."
Nick musste grinsen.
"Das ist eine ziemlich schlimme Anschuldigung, weißt du das eigentlich?"
Für einen Moment versuchte sie, ernst zu bleiben.
Dann zuckte ihr Mundwinkel nach oben.
Nur ganz leicht.
Aber immerhin.
"Setz dich hin, Woltemade."
Nick blieb kurz stehen.
Okay.
Natürlich.
Er hatte es gewusst.
Spätestens jetzt wusste sie, wer er war.
Genau das hatte er eigentlich vermeiden wollen.
Er hatte keine Lust auf die üblichen Fragen. Keine Lust darauf, zwei Stunden lang über Fußball zu reden oder erklären zu müssen, warum er überhaupt eine Cap trug, obwohl es draußen gar nicht so kalt war.
Er ging trotzdem zur Liege.
"Warum weißt du das, Mann?", fragte er und ließ sich darauf nieder.
Das Mädchen zuckte nur mit den Schultern.
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More than skin deep
FanfictionEr kam für ein Tattoo. Sie hinterließ eine Spur, die viel tiefer ging. Nick's Leben dreht sich um Fußball, Druck und Erwartungen. Juna's um Kunst, Tinte und die Freiheit, ihren eigenen Weg zu gehen und ihre Arbeit so zu machen wie sie mag. Als sich...
