Dieses Jahr hat mir gezeigt, wie schnell sich ein Leben verändern kann.
Im November ist mein Urliopa gestorben. Das hat etwas in mir verändert, auch wenn ich es am Anfang gar nicht richtig greifen konnte. Danach war alles anders. Weihnachten war nicht mehr so wie vorher – es war ruhiger, aber auch schwerer.
In den Monaten danach wurde es zu Hause oft sehr angespannt. Meine Eltern haben fast jeden Tag gestritten. Ich habe viel darüber nachgedacht und hatte Angst, dass sich unsere Familie vielleicht trennen könnte. Dieses Gefühl hat mich ziemlich belastet, auch wenn ich versucht habe, es nicht zu zeigen.
Kurz vor dem zweiten Schulhalbjahr kam dann noch etwas dazu: Meine beste Freundin hat die Schule gewechselt. Sie hat mir das erst am Tag erzählt, an dem sie nicht mehr wiederkam. Danach habe ich geweint und wollte ehrlich gesagt auch nicht mehr in die Schule gehen.
Später hat sich herausgestellt, dass es wahrscheinlich sogar besser so war, auch wenn es sich in dem Moment anders angefühlt hat. Es hat weh getan zu erfahren, dass sie oft über mich und eine andere Freundin gelästert hat. Vertrauen ist danach nicht mehr so wie vorher.
Als ob das nicht genug gewesen wäre, haben sich auch noch meine Tante und mein Onkel getrennt. Alles hat sich irgendwie gleichzeitig verändert, und ich hatte das Gefühl, dass ständig irgendwo etwas auseinandergeht.
Die letzten Monate waren dann etwas ruhiger, fast wieder normal – aber der Schulstress war trotzdem da und hat alles begleitet.
Trotz allem habe ich dieses Schuljahr am Ende positiv abgeschlossen. Und irgendwie fühlt sich das im Rückblick ein bisschen wie ein kleiner Sieg an, auch wenn das Jahr selbst sich nicht so angefühlt hat.
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Mein Jahr der Stille
PoetryManchmal verschwindet man nicht, weil man keine Träume mehr hat - sondern weil das Leben plötzlich zu laut wird. In diesem ehrlichen Tagebuch erzählt Laura von einem Jahr, das alles verändert hat: dem Verlust ihres Urgroßvaters, einem Weihnachten vo...
