Kapitel drei Doktor dämlich's aussage

358 11 2
                                        

Die nächsten Wochen plätscherte es so vor sich hin! Ich hatte viele Untersuchungen und viele Besprechungen.Ein paar Dinge von der ersten Zeit hatten sich bei mir tief ins Gedächtnis eingebrannt.Zum Beispiel einer der Ärzte, ich weiß jetzt leider nicht mehr seinen Namen, aber nennen wir ihn einfach mal Doktor dämlich, leuchtete mir mit einer kleinen Taschenlampe in die Augen und ließ dann den Satz fallen: „Ja, Herr Wilhelm Sie sehen nichts, wir leider auch nicht!"
Klar, wusste ich dass er die Diagnose meint, aber zu dem Zeitpunkt war ich mir nicht ganz sicher ob ich ihn nun schlagen sollte, oder eben nicht. Ich meine, jetzt mal im Ernst welcher dreizehnjähriger Junge, kurz nach seiner Erblindung will so einen Satz hören!?! Nach dieser Aussage war nicht nur ich fertig mit meinen Nerven,nein, meine Mutter musste sich auch schwer zusammenreißen!

Wenn ihr glaubt dass das schon eine beschissene Aussage war, liegt ihr falsch, es kamen noch schlimmere dazu. Aber machen wir erst mal weiter mit einer etwas harmloseren Aussage weiter, die ein, zwei Tage später eine Schwester machte. Mir sollte Blut abgenommen werden, der Arzt kam mit Besagten ins Zimmer und stellte mich vor: „Das ist Herr Wilhelm, Herr Wilhelm ist so gut wie blind!"

Ich hatte schon in jungen Jahren große Angst vor Nadeln, immerhin sind diese immer spitz und taten einem weh, deshalb hatte ich auch die Angewohnheit immer auf die Nadel zu schauen und der Mensch ist schließlich ein Gewohnheitstier, deshalb schaute ich auch auf meinen Arm, obwohl ich bekanntlich nichts erkennen konnte.
Kurz bevor sie die Nadel in meine Vene stach zog sie die Nadel jedoch zurück und sagte doch tatsächlich: "Gucken sie doch besser weg dann sehen Sie es nicht und dann tut es weniger weh!"
Verärgert schnaufte ich nur kurz zur Antwort und mein Vater sagte: „Der junge Mann ist blind, es ist egal wo er hin schaut, denn er sieht die Nadel sowieso nicht wirklich!"
Das war ihr dann doch schon ziemlich peinlich, weil sie nicht mitbekommen hatte, was der Arzt ihr vorher erklärt hatte.

Was mich aber wirklich verdammt nervte, war das Augenkonzil, welches eine augenärztliche Untersuchung mit mehr als einem Augenarzt ist. Natürlich empfand ich das ganze natürlich mehr als nervig, denn wer findet es schon toll wenn sich fünf Ärzte um einen Scharen und mal lustig Rätselraten spielen, weil sie nicht wissen was du hast.Und zu allem übel hatte ich dieses Augenkonzil dann auch noch jeden zweiten Tag. Ich kam mir ein bisschen so vor als würde ich in der TV Serie Dr. House festhängen und wäre der neueste aufregende Fall!

Was aber auch noch ganz schön mies war und die Situation nicht besserte, war dass ich am selben Tag noch eine Lumbalpunktion bekam. Danach darf man sich eigentlich 24 Stunden lang nicht bewegen, nur das Problem war ich hatte ein paar Minuten, bevor der Arzt kam, von meinen Mitschülern Besuch bekommen, die ich natürlich dann auf mich warten mussten.

Der Arzt holte mich also zur Lumbalpunktion ab, klar das ist an sich nicht weiter drastisch, aber nach der Punktion fing es dann an. Da das Behandlungszimmer nicht weit weg von meinem Zimmer war, wollte ich laufen. Der Arzt diskutierte dann, gefühlte Stunden, mit mir. Das ginge nicht, das könne er nicht machen. Bla Bla Bla. Doch nach ein paar Minuten konnte ich mich dann endlich durchsetzen, nachdem ich ihm erklärt hatte das draußen fünf meiner Freunde auf mich warten würden.

Und 24 Stunden später, als ich gerade wieder aus dem Bett aufstehen durfte, kam der nächste Arzt herein. Schaute mich skeptisch an und sage: „Herr Wilhelm, Herr Wilhelm Ihr rechtes Auge ist ja schlechter geworden wir müssten noch mal eine Lumbalpunktion machen da das jetzt doch auf Druck hindeutet." Daraufhin habe ich ihn mit einem eiskalten Blick bestraft und ihm mit den Worten: „lesen Sie sich bitte erst meine Akte durch" wieder aus meinem Zimmer gejagt! 20 Minuten später kam er wieder, mit einem leicht zerknirschten Ausdruck auf dem Gesicht und hat sich in aller Form bei mir entschuldigt.

zwischendrin muss ich aber sagen hatte ich einen kleinen einen klitzekleinen Nervenzusammenbruch, da das mit den Lumbalpunktion sicherlich kein Spaß war!

Das Miststück genannt SchicksalWhere stories live. Discover now