1. Das Böse ist immer und überall

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[750 Wörter]

Navex hasste es, zur Bank zu gehen. Grundsätzlich verknüpfte er Aktivitäten außerhalb seiner eigenen vier Wände, die nichts mit Essen zu tun hatten, eher mit negativen Gefühlen.

Der Termin bei der Bank war aber dringend notwendig. Ein Beratungstermin war ohnehin mehr als Überfällig, doch gestern Nachmittag erhielt er einen Anruf, dass auf seinem Konto ungewöhnliche Aktivitäten festgestellt wurden.

Um das alles zu prüfen, sollte er zu einem kurzen Termin vorbeikommen. Navex wusste, dass er nichts verbrochen hatte. Der Termin war lediglich dazu da, um sein Geld zu schützen. Es wunderte ihn auch nicht, dass auf seinem Konto seltsame Aktivitäten festgestellt wurden. Immerhin hatte er in letzter Zeit von einigen dubiosen Onlineshops einige dubiose Dinge gekauft.

Alles selbstverständlich für seine Youtube Videos, aber das müsste er dann der freundlichen Bankberaterin erklären.

Es war trotzdem kein guter Tag, um genau heute zur Bank zu gehen.

Einige seiner Freunde, mit denen er gestern noch Kontakt hatte, hatten ihm kurz vor seinem Termin geschrieben, dass sie heute Morgen mit Grippe aufgewacht waren und der Covid-Test positiv anschlug.

Tolle Nachrichten. Jetzt musste der Braunhaarige auch noch abwägen, ob er eine Maske anziehen sollte, um die anderen Bankkunden und Bankmitarbeitenden vor einer potenziellen Ansteckung zu schützen. Die Krankheit war bei ihm zwar noch nicht ausgebrochen, aber mit hoher Wahrscheinlichkeit war sie schon ansteckend.

Auf der anderen Seite kam es bestimmt nicht gut an, eine Bank mit Mund-Nasen-Schutz zu betreten. Die Corona-Hochzeit, in der wirklich jeder mit Gesichtsmaske herumlief, war vorbei und nur vereinzelt sah man hin und wieder Menschen mit FFP2-Masken in der Öffentlichkeit.

Navex sah sich allerdings schließlich in der Verantwortung, seine Mitmenschen zu schützen. Er hatte ja nicht vor, die Bank zu überfallen.

Eine FFP2-Maske hatte er leider nicht mehr zur Hand, aber seinen schwarzen Mundschutz, den er schon für die Gamescom und diverse Videodreharbeiten verwendet hatte, würde bestimmt auch reichen.

Der junge Mann seufzte nochmal leise, dann legte er den schwarzen Mundschutz an.

Eine einfache, kleine und für seine Mitmenschen gut gemeinte Entscheidung, die folgenschwere Konsequenzen mit sich trug.

Navex betrat das Bankgebäude und fühlte sich sofort unwohl. Einige Kunden und Mitarbeiter sahen ihn sofort an. Ihm wurde heiß und er lächelte sofort freundlich unter seiner Maske, doch das sah natürlich niemand.

Es passierte jedoch nichts.

Das anfängliche Starren der Leute war vermutlich nur eine normale Reaktion, die bei jedem, der die Bankstelle betrat, dieselbe gewesen wäre. Er hatte sich mal wieder zu viele Sorgen um nichts gemacht.

Auch die Wartezeit hielt sich in Grenzen und nach nur wenigen Minuten stand er vor einer jungen, dunkelblonden Bankangestellten mit hochgesteckten Haaren und runder Brille auf der Nase.

„Bitte, was kann ich für Sie tun?", lächelte sie freundlich.

Navex deutete auf sein Gesicht. „Keine Sorge, ich habe nicht vor, hier etwas auszurauben. Ist nur eine Covid-Sicherheitsmaßnahme, aber ich dachte, das sollten Sie vielleicht wissen."

Die junge Dame lachte auf. „Alles gut. Sehr rücksichtsvoll von Ihnen", sie kicherte leise und schüttelte leicht belustigt ihren Kopf. Offensichtlich fand sie Navex Anmerkung sehr amüsant. 

„Entschuldigung. Das war gerade einfach sehr niedlich", sprach sie, nachdem sie sich räusperte und ihr Lachen unterdrückt hatte, um wieder eine professionelle Miene aufzusetzen. Das Grinsen auf ihren Lippen blieb jedoch.

Das war schön. Navex liebte es, Menschen zum Lachen zu bringen. Vielleicht war dieser Banktermin doch gar nicht so schlimm.

„Warum sind Sie jetzt nochmal hier. Tut mir leid, falls Sie es schon gesagt haben. Sie haben mich gerade ein bisschen aus meinem Konzept gebracht", lächelte die Bankangestellte.

„Oh, das war nicht meine Absicht", erwiderte Navex charmant. 

‚Was mache ich da? Flirte ich gerade?', schoss es dem Braunhaarigen durch den Kopf, doch er schüttelte den Gedanken schnell ab. Sein Bankkonto. Sein Geld. Sein Termin. Richtig.

„Ich habe einen Termin um zehn Uhr. Ich bin Noah-", Navex wollte gerade seinen vollständigen Namen nennen, damit die Bankangestellte nachsehen konnte, bei wem er den Termin hatte.

So weit kam es jedoch nicht mehr.

Er unterbrach sich selbst, weil er bemerkte, dass die Bankangestellte plötzlich nicht mehr sein Gesicht fokussierte, sondern an ihm vorbei nach hinten blickte. Dann hörte Navex schwere, fast aggressive Schritte hinter sich.

Er drehte sich auch um, um zu sehen, was da los war.

„Hände hoch, das ist ein Überfall!", sprach ein Mann mit lauter, aber gedämpfter Stimme.

Er war schwarz gekleidet und sein Gesicht war von einer Maske verdeckt. Nicht aber ein Mund-Nasenschutz, so wie Navex ihn trug, sondern eine komplette Gesichtsmaske mit roten LED-Streifen.

Eine bekannte Maske, die Navex aus den ‚The Purge' Filmen kannte und sie schon des Öfteren an Halloween gesehen hatte.

Dem Mann diente die Maske jedoch nicht als Verkleidung, sondern einer bewussten Verschleierung seiner Identität.

„Ich sagte: Hände hoch, das ist ein Überfall!", wiederholte der Mann nun lauter und zog gleichzeitig eine Pistole aus seiner Jackentasche.

Fuck.

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Okay, wer die Anspielung auf den Kapiteltitel checkt, bekommt von mir einen Ehrenpreis xD

Es gibt hier zu wenig Navex x Yami Geschichten. Also here we go! Ich hoffe, das Setting und die Story gefallen euch. Ich warne nochmal ausdrücklich davor, dass diese Story dunkel wird. Ich bin keine Dark Romance Autorin und ich bin auch kein Fan von diesem Genre. Ich wollte mich allerdings mal in diese Richtung ausprobieren und anscheinend ist das ja super beliebt. Schauen wir mal, was wird. :')

Partners in Crime | Navex x YamiStories to obsess over. Discover now