1.Neuanfang🖤

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Besitzergreifente,
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Ich möchte darauf hinweisen das alles fiktiv ist und nicht echt.

*Kapitel 1*

*Aurelia*
Der Regen prasselt gegen die Fensterscheiben des Cafés. Gleichmäßig, fast beruhigend. Jeder Tropfen zieht eine kleine Spur am Glas hinunter, bevor er von dem nächsten fortgespült wird. Draußen verschwimmt die Straße in grauen Schatten, Menschen huschen mit hochgezogenen Schultern und zugeklappten Regenschirmen vorbei. Drinnen riecht es nach frisch gemahlenem Kaffee, warmer Milch und Vanillegebäck.

Ich sehe hinaus und denke an meinen Ex.

An seinen Atem, schwer vom Alkohol.
An diese Momente, in denen ich nie wusste, was als Nächstes passiert.
An Türen, die zu laut zugeschlagen wurden.
An Blicke, die mich erstarren ließen.
An meine Angst.

Und dann an die Ruhe jetzt.

Ich bin einfach froh, dass es vorbei ist. Der Regen erinnert mich noch manchmal an ihn, an diese langen Nächte voller Unsicherheit. Doch er hat keine Macht mehr über mich. Nicht mehr.

Ich bin endlich selbstständig. Dieser Job hier hält mich aufrecht. Vielleicht ist es nur ein kleines Café in einer fremden Stadt, vielleicht verdiene ich nicht viel - aber es ist mein Leben. Mein eigenes.

„Aurelia! Tisch vier, sofort!"

Die Stimme meines Chefs reißt mich aus meinen Gedanken.

„Ja, sofort!", rufe ich zurück.

Ich nehme Kaffee und ein Stück Käsekuchen vom Tresen, balanciere beides vorsichtig auf dem Tablett und gehe zwischen den Tischen hindurch. Das leise Klirren von Tassen, gedämpfte Gespräche und das Summen der Kaffeemaschine begleiten mich.

„Hier ist Ihre Bestellung", sage ich mit einem höflichen Lächeln.

„Vielen Dank", antwortet das ältere Paar gleichzeitig und sieht mich freundlich an.

Ich nicke, drehe mich um und gehe zurück.

Deswegen liebe ich diese Arbeit. Kaffee bringen, Kuchen servieren - niemand stellt Fragen. Niemand will wissen, woher ich komme oder warum ich plötzlich in diese Stadt gezogen bin. Die Menschen bestellen, essen, bezahlen und gehen wieder. Ein einfaches System: lächeln, nicken, funktionieren.

Es ist nicht wie mein altes Leben.
Hier fühle ich mich sicher.
Ich werfe erneut einen Blick nach draußen. Es wird langsam dunkel. Die Straßenlaternen spiegeln sich im nassen Asphalt, goldene Lichtflecken auf schwarzem Boden.

„Aurelia, du kannst gehen. Deine Schicht ist vorbei."

Ich drehe mich um und sehe meinen Chef, der bereits damit beschäftigt ist, Tassen in die Spülmaschine zu räumen.

„Danke. Bis morgen!"

Ich nehme meine Jacke von der Garderobe, ziehe sie an, schlinge mir den Schal um den Hals und verabschiede mich von meinen Kollegen. Dann trete ich hinaus in die kalte Abendluft.
Sofort schlägt mir der Regen entgegen. Nicht stark genug, um wirklich schlimm zu sein, aber hartnäckig genug, um innerhalb weniger Minuten alles feucht werden zu lassen. Ich ziehe die Jacke enger um mich und gehe zur Bushaltestelle.

Erst vor einem Monat habe ich mich von meinem Ex getrennt, und trotzdem fühlt es sich an, als lägen Jahre zwischen damals und heute. Das Gefühl zu wissen, dass ich jetzt ich selbst sein kann, ist wundervoll. Kein Misstrauen mehr. Kein ständiges Aufpassen. Kein vorsichtiges Abwägen jedes Wortes.

Nach der Trennung zog ich in diese wunderschöne Stadt und suchte mir einen Job. Mein Ex hätte mir nie erlaubt, das zu tun. Schon der Gedanke daran hätte Streit bedeutet.

Ich fühle mich frei.

Mit einem kleinen, ehrlichen Lächeln sehe ich auf mein Handy. Nur noch drei Prozent Akku.

Natürlich.

Mein Bus sollte in zwei Minuten kommen. Hoffentlich. Ich stecke das Handy wieder ein und trete unter das Dach der Haltestelle. Das Neonlicht flackert kurz über mir.
Der Regen prasselt weiter auf den Asphalt. Autos fahren vorbei, Reifen schneiden durch Pfützen. Irgendwo in der Ferne hupt jemand.

Dann höre ich Stimmen. Laut. Lallend.
Zwei ältere Männer kommen die Straße entlang. Eindeutig betrunken. Sie schwanken leicht beim Gehen, stützen sich gegenseitig und lachen über irgendetwas, das nur sie verstehen.

Mein glückliches Gefühl verschwindet augenblicklich.

Mein Körper reagiert schneller als mein Kopf. Meine Schultern verspannen sich. Mein Herz schlägt härter. Ich weiß, wie betrunkene Männer sind. Ich weiß, wie schnell Stimmung kippen kann.

Ich hole mein Handy heraus und drücke auf den Knopf.

Nichts.

„Mist. Akku leer."

Leichte Panik steigt in mir auf. Ich sehe mich um. Die Straße ist fast leer. Keine anderen Wartenden. Keine geöffneten Geschäfte in direkter Nähe. Nur ich, der Regen und diese beiden Männer.
Sie kommen immer näher.
Nun stehen sie direkt vor mir.

„Hey, Süße",
sagt einer von ihnen grinsend. Seine Worte riechen nach Bier.

Okay. Einfach nicht antworten. Vielleicht verlieren sie das Interesse.

Vielleicht gehen sie weiter.
Ich starre auf die Straße, als wäre der Bus plötzlich das Spannendste der Welt.

„ICH REDE MIT DIR!", brüllt der andere.
Ich zucke zusammen.

„Ähm ..." Mehr bringe ich nicht heraus.

Der erste macht einen Schritt näher. Viel zu nah.
Und dann verändert sich plötzlich etwas.
Die Männer sehen an mir vorbei. Ihr Grinsen verschwindet.
Ich drehe mich um.

Ein Mann löst sich aus dem Schatten einer Hausecke. Ich habe ihn vorher nicht bemerkt. Vielleicht, weil er regungslos dort gestanden hat. Vielleicht, weil er so still wirkt, dass selbst der Regen lauter ist als er.

Er ist unfassbar attraktiv. Groß, breite Schultern, dunkle Kleidung, das nasse Haar leicht nach hinten gestrichen. Zwischen seinen Fingern glimmt eine Zigarette. Sein Gesicht ist scharf geschnitten, beinahe zu perfekt, aber sein Blick ist kühl genug, um jede Wärme sofort zu ersticken.

Er sagt kein Wort.
Ein einziger Blick von ihm auf die Betrunkenen reicht.

Die beiden wechseln einen kurzen Blick, murmeln etwas Unverständliches und gehen hastig davon. Ohne einen weiteren Kommentar. Ohne sich noch einmal umzudrehen.
Ich starre ihnen hinterher, bis sie im Regen verschwinden.
Dann atme ich endlich wieder richtig.
Langsam drehe ich mich zu dem Fremden um und gehe einen Schritt auf ihn zu.

„Danke", sage ich leise.

Er sieht mich nur kurz an. Seine Augen sind dunkel und schwer zu lesen. Dann hebt er die Zigarette an die Lippen, zieht daran und bläst den Rauch zur Seite.

Keine Antwort.

Nicht einmal ein Nicken.
Er zündet sich einfach noch eine Zigarette an, als wäre nichts passiert.
Er ist so kalt.
Und trotzdem kann ich nicht aufhören, ihn anzusehen.

I Forbit Myself From Doing that🖤Stories to obsess over. Discover now