AIDO - DER WEG DURCH BLUT
Teil 1 (Kapitel 1-5)
Kapitel 1 - Der Tag, an dem alles endete
Der Himmel war klar.
Die Luft ruhig.
Ein ganz normaler Tag.
Aido saß vor dem Haus auf einem Holzblock und schnitzte an einem Stück Holz herum. Sein Vater stand ein paar Meter entfernt und beobachtete ihn.
Vater: Fester greifen.
Aido: Ich halte doch fest.
Vater: Nicht fest genug. Wenn deine Hand zittert, verlierst du dein Leben.
Aido rollte leicht mit den Augen, griff aber fester zu.
Im Haus war seine Mutter am Kochen. Der Duft von Suppe zog nach draußen.
Seine kleine Schwester rannte lachend umher.
Sara: Aido! Fang mich!
Aido grinste leicht und sprang auf.
Aido: Du wirst es bereuen!
Er rannte ihr hinterher. Sie quietschte vor Lachen.
Für einen Moment...
war alles perfekt.
Dann-
Schreie.
Nicht von Sara.
Von draußen.
Aido blieb stehen.
Sein Vater drehte sich sofort um.
Sein Blick wurde ernst.
Vater: Geh rein.
Zu spät.
Die Tür wurde eingetreten.
Männer stürmten hinein.
Bewaffnet.
Blutverschmiert.
Räuber.
Einer packte seine Mutter.
Ein anderer lachte.
Aido: LASST SIE LOS!!
Sein Vater zog sein Schwert.
Zu schnell.
Zu spät.
Ein Kampf brach aus.
Metall traf Metall.
Sein Vater war gut.
Sehr gut.
Doch es waren zu viele.
Ein Schlag.
Ein Fehler.
Ein Schwert durchbohrte ihn.
Aido: PAPA!!
Sein Vater fiel auf die Knie.
Blut lief aus seinem Mund.
Vater: ...lauf...
Er fiel.
Tot.
Aido schrie.
Doch jemand packte ihn.
Sara wurde ebenfalls gepackt.
Sie schrie.
Sara: AIDO!!
Ein Räuber grinste.
Räuber: Süßes Mädchen.
Aido riss sich los.
Sprang auf ihn zu.
Aido: LASS SIE LOS!!
Dann-
Schmerz.
Ein Schwert ging durch seinen Bauch.
Komplett.
Sein Körper erstarrte.
Sein Atem stockte.
Der Räuber sah ihn kalt an.
Räuber: Zu schwach.
Aido fiel zu Boden.
Sein Blick wurde verschwommen.
Das Letzte, was er sah:
Sara...
die weggebracht wurde.
Dann wurde alles schwarz.
Kapitel 2 - Zwischen Leben und Tod
Dunkelheit.
Stille.
Dann-
Schmerz.
Aido riss die Augen auf.
Sein Körper brannte.
Jede Bewegung tat weh.
Er lag in einem fremden Raum.
Er setzte sich auf.
Langsam.
Zu schnell.
Schmerz durchzog seinen Körper.
Aido: Scheiße...
Er hielt sich an der Wand fest und stand auf.
Sein Blick wanderte.
Ein Tisch.
Ein kleines Messer.
Er griff danach.
Die Tür öffnete sich.
Licht fiel hinein.
Ein kleines Mädchen schrie:
Layla: Papa! Der ist wach!
Aido kniff die Augen zusammen.
Zu hell.
Er fiel zurück.
Als er wieder aufwachte...
stand ein Mann im Raum.
Ragnar
Breit gebaut.
Ruhig.
Gefährlich.
Ragnar: Du lebst also.
Aido griff sofort nach dem Messer.
Ragnar sah es.
Und schnaubte leicht.
Ragnar: Da liegt ein Schwert.
Ein kurzer Moment.
Ragnar: Nimm das. Mit dem Ding bringst du niemanden um.
Aido ließ das Messer nicht sofort los.
Aido: Wo bin ich?
Ragnar: In Sicherheit.
Stille.
Ragnar drehte sich um.
Kam zurück mit einem Becher.
Ragnar: Trink.
Aido: Ich will nicht.
Ragnar: Wenn ich dich töten wollte, wärst du längst tot.
Stille.
Aido nahm den Becher.
Trank.
Sein Gesicht verzog sich sofort.
Aido: Was ist das?!
Ragnar grinste leicht.
Ragnar: Medizin.
Aido: Schmeckt wie Pisse.
Ragnar: Ich weiß.
Zum ersten Mal...
ein kurzer Moment von etwas anderem als Schmerz.
Kapitel 3 - Die Gräber
Ein paar Tage später.
Aido konnte stehen.
Mit Mühe.
Aido: Wo sind sie?
Ragnar sah ihn an.
Verstand sofort.
Ragnar: Komm.
Sie gingen.
Durch das Dorf.
Menschen sahen ihn an.
Flüsterten.
Aido ignorierte alles.
Bis sie ankamen.
Friedhof.
Zwei Gräber.
Ragnar: Da.
Aido ging langsam näher.
Sein Atem wurde schwer.
Er kniete sich hin.
Stille.
Aido: ...
Seine Stimme brach.
Aido: Es tut mir leid...
Seine Hände zitterten.
Aido: Ich konnte nichts tun...
Tränen liefen.
Dann-
sein Blick änderte sich.
Hart.
Fest.
Aido: Ich schwöre...
Seine Stimme wurde stärker.
Aido: Ich finde sie.
Ein Moment.
Aido: Egal, was es kostet.
Ragnar stand still hinter ihm.
Sagte nichts.
Doch er hörte alles.
Kapitel 4 - Der alte Mann
Trainingsplatz.
Zwei Männer kämpften.
Holzschwerter.
Aido beobachtete.
Still.
Eine Hand auf seiner Schulter.
Asta: Interessiert?
Aido drehte sich leicht.
Aido: Vielleicht.
Asta: Erfahrung?
Aido: Ein bisschen.
Asta grinste.
Asta: Willst du kämpfen?
Aido: Gegen dich?
Asta: Hast du Angst?
Aido: Nein. Ich will nur nicht gegen einen alten Mann kämpfen.
Ein leises Lachen.
Asta: Beurteile nicht zu schnell.
Er reichte ihm ein Holzschwert.
Asta: Fang an.
Aido stellte sich hin.
Sein Stil war ungewöhnlich.
Asta runzelte die Stirn.
(Interessant...)
Aido griff an.
Schnell.
Direkt.
Asta blockte alles.
Mühelos.
Plötzlich-
Asta bewegte sich.
Und war direkt vor ihm.
Zu schnell.
Aido blockte knapp.
Schock.
(Wie schnell...?)
Er griff weiter an.
Doch es änderte nichts.
Asta war überlegen.
Am Ende-
Schwert an Aidos Kehle.
Stille.
Asta: Wer hat dir das beigebracht?
Aido senkte den Blick.
Aido: Mein Vater.
Asta nickte langsam.
Asta: Das sieht man.
Kapitel 5 - Feuer und Stahl
Die Schmiede war heiß.
Laut.
Lebendig.
Aido stand daneben.
Beobachtete.
Der Schmied sah ihn.
Schmied: Komm her.
Aido trat näher.
Schmied: Wie heißt du?
Aido: Aido.
Der Schmied dachte kurz nach.
Schmied: Dein Vater... hieß der Anzor?
Stille.
Aido erstarrte.
Aido: ...Ja.
Schmied nickte langsam.
Schmied: Ich habe ihm ein Schwert gemacht.
Aidos Blick veränderte sich.
(Warum wusste ich das nicht...?)
Aido: Kann ich hier arbeiten?
Schmied: Warum?
Aido: Ich schulde jemandem etwas.
Ein kurzer Moment.
Schmied: Arbeit ist hart.
Verantwortung auch.
Aido: Ich schaffe das.
Der Schmied lächelte leicht.
Schmied: Dann morgen.
Aido nickte.
Sein Weg hatte begonnen.
Nicht als Kind.
Sondern als jemand...
der nichts mehr zu verlieren hatte.
