Ich habe mich schon oft gefragt, ob manche Menschen einfach dafür bestimmt sind, anders zu sein.
Nicht besonders. Nicht außergewöhnlich.
Einfach... anders.
Mein Name ist Seraphina Blackwood und bis zu meinem elften Geburtstag dachte ich, mein Leben wäre ziemlich normal.
Natürlich hatte ich keine perfekte Kindheit. Welche Familie hatte das schon? Es gab Dinge, über die bei uns nicht gesprochen wurde. Fragen, auf die ich nie eine Antwort bekam. Momente, in denen meine Eltern plötzlich still wurden, sobald ich den Raum betrat.
Als Kind bemerkte man solche Dinge. Man merkt, wenn Erwachsene etwas verheimlichen.
Ich wusste nur nie, was es war.
„Du bist heute schon wieder so nachdenklich", sagte meine Mutter und stellte eine Tasse Tee vor mich auf den Tisch.
Ich zuckte mit den Schultern. „Ich frage mich nur, warum ich eigentlich nichts über meine Familie weiß."
Für einen kurzen Moment veränderte sich ihr Gesichtsausdruck.
Nur für eine Sekunde. Aber ich sah es.
„Manche Geschichten sollte man ruhen lassen, Seraphina."
Ich hasste diesen Satz.
Nicht, weil er böse gemeint war. Sondern weil er bedeutete, dass es eine Geschichte gab.
Eine Geschichte, die ich nicht kannte.
Am selben Abend lag ich lange wach und starrte an die Decke. Es war mein elfter Geburtstag gewesen, und eigentlich hätte ich glücklich sein sollen.
Doch irgendwie fühlte es sich an, als würde etwas passieren. Als würde ich auf etwas warten.
Ich wusste nur nicht auf was.
Am nächsten Morgen lag ein Brief vor unserer Haustür.
Ein einfacher Brief. Gelber Umschlag. Mein Name darauf geschrieben. Keine Erklärung.
Keine Nachricht.
Nur ein Wort, das mein ganzes Leben verändern würde.
Hogwarts.
Ich starrte den umschlag an, als würde er sich jeden Moment verändern.
Vielleicht würde mein Name verschwinden. Vielleicht würde jemand plötzlich vor der Tür stehen und sagen das es ein Fehler war.
Aber nichts passierte.
Der Brief lag einfach da, ruhig und unscheinbar.
Fast so, als wäre er nicht grade dabei mein ganzes leben auf denn Kopf zu stellen.
Seraphina blackwood.
Mein Name stand sauber auf der Vorderseite geschrieben.
Keine Adresse oder Absender, nur mein Name.
Ich fuhr mit meinen fingern über die Schrift und versuchte herauszufinden, warum mir dieses Stück Papier so ein seltsames Gefühl gab.
Es war doch nur ein Brief.
Zumindest sollte es so sein.
„Mama?" meine stimme klang unsicherer als ich wollte.
Aus der Küche kam keine Antwort.
Ich nahm denn Umschlag in die Hand und ging langsam den Flur entlang, meine Mutter stand am Fenster und hielt eine Tasse in der Hand. Sie sah nach draußen, als würde sie auf etwas warten.
„Mama." diesmal drehte sie sich um.
„Was ist los" Ich hielt denn Brief hoch.
Und in diesem Moment, in de sie ihn sah, veränderte sich ihr Gesicht.
Es war nur eine kleine Bewegung. Ein kurzes erschrecken.
Aber ich bemerkte es.
Meine Mutter hatte immer versucht, ruhig zu wirken. Egal, wie schlimm etwas war.
Doch jetzt sah sie aus, als hätte sie etwas gesehen, von dem sie gehofft hatte, es nie wieder sehen zu müssen.
„Woher hast du denn" fragte sie leise.
Ihre Stimme klang anders.
Nicht neugierig eher ängstlich.
„Er lag vor unserer tür" sie sagte nichts.
„Mama was ist hogwarts"
wieder diese stille.
Ich hasste diese stille.
Denn sie bedeutete immer, das es eine Antwort gab, die mir niemand geben wollte.
Meine Mutter stellte die Tasse langsam auf denn Tisch.
„Du solltest ihn lieber geschlossen lassen liebes"
ich blinzelte.
„Was?"
„Seraphina hör mir zu. Manche Türen sollte man geschlossen halten und das ist eine davon."
Ich musste fast lachen, weil es wieder so typisch für sie war.
Immer diese Andeutungen. Und halbe Antworten.
„Du weißt also, was das ist?" sie sah mich an.
Und für einen Moment hatte ich das Gefühl, als würde sie mir endlich alles erzählen.
Doch dann wandte sie den Blick ab.
„Ich weiß genug."
Diese vier Worte machten alles schlimmer.
Denn wenn sie genug wusste, warum hatte sie mir nie etwas gesagt?
„Warum hast du mir nie von Hogwarts erzählt?"
Meine Stimme wurde leiser.
„Warum gibt es so viele Dinge, die ich über meine eigene Familie nicht weiß?"
Meine Mutter schluckte.
Ich sah, wie sie nach den richtigen Worten suchte.
Aber sie fand keine.
„Manche Geschichten sind gefährlich, wenn sie wieder ans Licht kommen."
Ich schaute sie verwirrt an.
„Ich verstehe das nicht."
„Das musst du auch noch nicht."
Dieser Satz machte mich wütend.
Nicht, weil sie mich anschrie.
Sondern weil sie mich immer noch wie ein Kind behandelte.
Als wäre ich nicht alt genug, die Wahrheit zu erfahren.
Ich nahm den Brief wieder in die Hand.
„Ich werde ihn öffnen."
Meine Mutter sagte nichts.
Und genau das machte mir mehr Angst als alles andere.
Sie hielt mich nicht auf.
Sie sagte nicht, dass es Unsinn war.
Sie sagte nicht, dass es nur ein Scherz war.
Sie sah mich nur an, als würde sie wissen, dass dieser Moment irgendwann kommen würde.
Mit zitternden Fingern öffnete ich den Umschlag.
Das Papier darin war alt und schwerer, als normales
Papier sein sollte.
Ich begann zu lesen.
Sehr geehrte Miss Blackwood,
wir freuen uns, Ihnen mitteilen zu können, dass Sie an der Hogwarts-Schule für Hexerei und Zauberei
aufgenommen wurden...
Ich hörte auf zu lesen.
Hexerei.
Zauberei.
Hogwarts.
Mein erster Gedanke war, dass jemand einen wirklich schlechten Scherz mit mir machte.
Mein zweiter Gedanke war, dass meine Mutter nicht so aussehen würde, wenn es nur ein Scherz wäre.
Ich sah wieder zu ihr.
Und zum ersten Mal in meinem Leben fragte ich mich, ob ich meine eigene Familie überhaupt wirklich kannte.
Denn plötzlich hatte ich das Gefühl, dass die größte Geschichte meines Lebens schon begonnen hatte, bevor ich überhaupt davon wusste.
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Erstes Kapitel, ich bin echt gespannt wie es so ankommt, über Feedback würde ich mich sehr freuen❤️
ŞİMDİ OKUDUĞUN
She Was Never Meant to Exist
Hayran KurguShe Was Never Meant to Exist Seraphina Blackwood hat nie verstanden, warum ihre Familie manche Fragen mit Schweigen beantwortet. Warum ihr Name manchmal Blicke auf sich zieht. Warum es Geheimnisse gibt, über die niemand sprechen will. Doch an ihrem...
