🖤Tamsy Gachiakuta 🖤

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Der Müllbezirk war nachts anders.

Ruhiger. Gefährlicher. Ehrlicher.

Zwischen den hohen Schrottbergen flackerte irgendwo ein kleines Feuer, dessen orangefarbenes Licht über Metallreste und zerbrochene Maschinen tanzte. Du hattest lange gebraucht, um ihn zu finden - aber irgendwie wusstest du immer, wo er war.

Er war allein.

Tamsy saß auf einem umgestürzten Container, die Ellbogen auf den Knien, den Blick in die Dunkelheit gerichtet. Seine Haltung wirkte entspannt, aber du kanntest ihn inzwischen gut genug, um die Spannung darunter zu sehen.

„Du bist weit gelaufen", sagte er, ohne aufzusehen.

Du bliebst vor ihm stehen.
„Du auch."

Jetzt hob er den Kopf.

Seine Augen musterten dich langsam, als würde er prüfen, ob du wirklich da warst. Dieses Gefühl traf dich jedes Mal - als würde sein Blick direkt unter deine Haut gehen.

„y/n..."
Dein Name klang in seiner Stimme tiefer als sonst. Rau.

Du schlucktest leicht. „Du bist einfach gegangen."

„Ich musste nachdenken."

„Allein?"

Ein kurzer Moment Stille. Dann ein leises, fast humorloses Lachen.

„Allein ist einfacher."

Das tat weh. Mehr als du erwartet hattest.

Du tratst näher, bis du zwischen seinen Knien standst. Jetzt warst du ihm so nah, dass du die Wärme seines Körpers spüren konntest.

„Nicht für mich", sagtest du leise.

Seine Hände spannten sich leicht an, als würden sie gegen den Impuls kämpfen, dich zu berühren.

„Du verstehst nicht..." begann er.

„Dann erklär es mir."

Sein Blick suchte deinen. Sekunden vergingen. Schwer. Elektrisch.

„Wenn ich bei dir bin," sagte er leise, „vergesse ich Dinge, die ich nicht vergessen darf."

Dein Herz schlug schneller. „Vielleicht musst du nicht immer stark sein."

Das war der Moment.

Seine Hand schloss sich plötzlich um dein Handgelenk - nicht grob, aber fest - und zog dich näher. Du stolpertest einen halben Schritt vor, bis du praktisch zwischen seinen Beinen standst.

Sein Gesicht war jetzt nur Zentimeter von deinem entfernt.

„Du bringst mich aus dem Gleichgewicht", murmelte er.

Du spürtest seinen Atem auf deinen Lippen.

„Gut", flüstertest du.

Die Entscheidung fiel in seinen Augen sichtbar.

Dann küsste er dich.

Der erste Kontakt war heiß, fast überwältigend - als hätte er sich viel zu lange zurückgehalten. Seine Hand glitt an deine Taille, zog dich enger an sich, während dein Körper automatisch gegen seinen sank.

Wärme breitete sich sofort aus. Intensiv. Kribbelnd.

Du griffst nach seiner Jacke, und als deine Finger sich in den Stoff krallten, entwich ihm ein leiser Atemzug gegen deine Lippen - halb Überraschung, halb Verlangen.

Der Kuss wurde tiefer. Langsamer. Fordernder.

Seine Stirn lehnte sich kurz gegen deine, als müsste er Luft holen.

„Sag mir, wenn ich aufhören soll", murmelte er rau.

„Tu ich nicht", flüstertest du zurück.

Das reichte.

Seine Finger strichen über deinen Rücken, hinterließen Gänsehaut auf deiner Haut. Jede Berührung fühlte sich intensiver an als alles zuvor - nicht nur körperlich, sondern emotional. Als würde zwischen euch etwas aufbrechen, das lange eingeschlossen gewesen war.

Du spürtest, wie seine Kontrolle immer dünner wurde.

„y/n..." Dein Name war diesmal kaum mehr als ein Atemzug.

Du legtest deine Hand an seine Wange.
„Ich bin hier."

Etwas in ihm entspannte sich sichtbar.

Er zog dich näher, vergrub sein Gesicht kurz an deinem Hals, als würde er deinen Geruch einatmen. Seine Arme um dich fühlten sich stark an - beschützend - aber gleichzeitig auch verletzlich.

Als hätte er Angst, dich wieder zu verlieren.

Dein Herz zog sich zusammen.

„Du musst nicht kämpfen", flüstertest du.

„Doch", murmelte er. „Aber nicht gegen dich."

Langsam hob er den Kopf wieder und sah dich an. In seinen Augen lag etwas, das du vorher noch nie gesehen hattest.

Nicht nur Verlangen.

Vertrauen.

Seine Lippen berührten deine diesmal sanfter - fast ehrfürchtig - und du wusstest, dass dieser Moment für ihn genauso viel bedeutete wie für dich.

Die Welt um euch herum verschwand.

Es gab nur noch Wärme. Nähe. Herzschläge.

Und das Gefühl, dass ihr euch gegenseitig gefunden hattet - mitten im Chaos.



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Viel Spaß mit meiner ersten Fanfic!
Eure Rinka ✨

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