*Strich 611. Das sind 611 Tage, oder anders gesagt fast 2 Jahre, oder wenn man es genau nimmt 1 Jahr 8 Monate und 1 Tag, dieser rein zufällig mein Geburtstag ist, mein 19., aber wie so erwähne ich das überhaupt, ist ja nicht so, als würde sich jemand daran interessieren. Und bevor ihr jetzt denkt ich übertreibe hier einfach und möchte mich bemitleiden, muss ich euch leider enttäuschen, das ist schlichtweg die einfache und totale Wahrheit. Aber echt, ich glaube die Tatsache das ich mittlerweile Selbstgespräche führe muss einiges über meine Mentale Gesundheit und Vereinsamung aussagen. Und das in einem Haus, was geradeso überquillt an Mädchen, welch eine Ironie. Was ich vielleicht erwähnen sollte, ist das es den meisten von ihnen bereits schon viel schlechter geht als mir, aber seien wir mal ehrlich wen interessierte so eine Information schon. In so einer Welt, unsere ‚Gäste', auf jeden Fall nicht. Ach übrigens, bevor ich noch als unhöflich abgestempelt werde, mein Name ist Tiger Campbell, ganzschön fade ich weiß, auf jeden Fall bevorzuge ich es, wenn ihr ihn mit einem „a" am Ende aussprecht, also Tiga, also Englisch, wenn ich bitten dürfte. Wie ihr wahrscheinlich schon mitbekommen habt, bin ich 19 Jahre alt. Ich habe sprödes knapp Hüftlanges Sandfarbenes Haar, meine Augen sind grau, ich bin zierlich, soweit ich weiß, durchschnittlich groß, dezent unterernährt, habe aber einen relativ breiten Körperbau für eine Frau, ansonsten... weiß ich auch nicht viel mehr, was ich erzählen kann. Ich befinde mich zurzeit in einer Art illegalen Kommune oder eher Hurenhaus und ja Teile mir ein Zimmer mit der reizenden Polina, ich glaube die ist um die Zwanzig und ist schwarzhaarig, mehr weiß ich auch nicht über sie. Sie ist nicht gerade kommunikativ, die meiste Zeit starrt sie nur in die Luft. Das ist erstmal alles von mir.*
Heute war mein 19. Geburtstag mein fucking 2. Geburtstag in dieser verfickten Unterkunft, Loch, Kaschemme oder was auch immer, nennt es wir ihr wollt, aber bloß nicht mein Zuhause. Bei dieser Bezeichnung kam mir die Galle hoch und mir entstieg ein kurzes kaltes Lachen, während ich auf die Wand mit nun 611 Strichen starrte. Ein kurzes Blinzeln war die einzige Reaktion, die ich von meiner Zimmergenossin Polina bekam, die einzige Reaktion, dass sie noch am Leben war. Am Anfang, als ich hierherkam, war sie noch etwas gesprächiger und wir führten ab und zu noch kurze Gespräche, aber das war nur von kurzer Dauer. Aber was soll ich ihr vorhalten, wäre ja nicht so, dass ich viel besser wäre. Zwei Verrückte in einem Zimmer oder eher ein Haus voller verrückter alle mal nicht Jungfräulichen Frauen mit noch viel verrückteren Gästen und Betreibern.
Da schal eine Stimme durch das Haus, in 3 Stunden Gast in Zimmer 3, bitte bereite dich vor. Als ob ich es vergessen könnte, dass mein sogenannter ‚Verehrer' in 3 Stunden kam um mit mir seiner ‚Lieblingshure', oder was ich bevorzugte, Verrückten, seine Zeit zu verbringen. Ich konnte das nicht noch einmal. Nicht noch einmal! Nein nie wieder. Und ich schwöre noch ein Jahr und ich bin Tod. Das kann nicht mein Leben sein. Deshalb hatte ich seit einigen Tagen mir einen Plan geschmiedet. Ich würde heute fliehen, auch wenn es das Letze ist, was ich tue, aber keinen Falls werde ich eine weitere Nacht hier verbringen. Und so machte ich mich abends kurz nach dem Abendessen, bevor ‚Er' kommen würde auf den Weg in mein Zimmer. Ein letztes Mal kniete ich mich vor Polina und fragte sie „Und du willst ganz sicher nicht mitkommen?", doch die einzige Reaktion, die ich zurückbekam, war ein Kopfschütteln. Sie hatte allen ihren Lebensgeist bereits aufgegeben, wer weiß wie viele Jahre sie hier schon war, sie war bereits gebrochen. Und das erfüllte mich mit einer erneuten Wut, die es mir umso bewusster machte, was ich zu tun hatte. Ich musste hier weg. Ich schaute mich noch einmal kurz um, betrachtete das schäbige Zimmer mit den zwei heruntergekommenen Betten mit jeweils einem Nachttisch und Polina. Ich lächelte sie halbherzig an und drehte mich dann zu dem einzigen und kleinen Fenster in unserem Raum um. Ohne den Schlüssel, den unsere Hausherren hatte, konnten wir das Fenster nicht öffnen, aber als ob mir das, was ausmachen würde. Wir befanden uns im 2. Stock gut 5 Meter über dem Boden, wenn ich diesen Sprung überstehen würde, dann würden ein paar Glasscherben mehr oder weniger auch keinen Unterschied machen. Ich nahm also Anlauf und verwandelte mich während des Sprunges in meine Wolfsgestalt – Ach, hatte ich das vorhin vergessen zu erwähnen? Ich bin ein Werwolf. - . Glassplitter flogen durch die Luft und ein Ohren betäubender Knall gefolgt von den Geräusch von tausenden Glassplittern, die die Luft durchschnitten, erfüllten die Luft. – Was? Habt ihr erwartet jetzt folgt ein Masterplan? Und wenn es so einfach ist, wieso ich es nicht schon eher gemacht hatte, es klingt einfacher als es ist. Dann muss ich euch enttäuschen ich bin kein Mastermind. Plus als ein kleines verängstigtes Mädchen mit noch guter Hoffnung, traut man sich nicht so einen Halsbrecherigen Sprung in so einer schlechten Verfassung. Außerdem hatte ich lange Zeit kein Zimmer im zweiten Stock, sondern im dritten und teilweise vergitterte Zimmer. Das Einzige, was ich gemacht habe, war essen zu stehlen und Energie zu sparen. Der Plan an sich entsprang aber eigentlich nur purer Verzweiflung. – Ich landete etwas ungeschickt auf meinen Vorderpfoten und versuchte den Aufprall abzubremsen. Schmerz durchzuckte meine Vorderbeine und vereinzelte Glassplitter zerschnitten meine Haut. Doch all das war egal bei den befreiend Gefühl der Freiheit. Eine lautes Brüllen durchschnitt die Luft und ich identifizierte es als die Hausherrin.
~ Ach übrigens, heute ist der 02.Februar 2007 ~
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The Night - die Stille der Nacht
FantasyWenn dein Leben aufgebaut auf einer Lüge ist. Deine beste Freundin nur ein Deal ist. Deine dunkle und gut versteckte Vergangenheit dich einzuholen droht. Und dein neu und sorgsam aufgebautes Leben wieder vor dem Einzustürzen steht. Hilft nur eins ei...
