1 - Scandal & the Solution

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Jacks Sicht

„Sag mir bitte, dass das ein schlechter Traum ist."

„Leider echt." Marla, PR-Chefin der Devils, steht mit Coffee-to-go in meiner Tür. „Das Foto trendet."

Ich scrolle: Ich beim Essen mit Sofía — meiner Cousine. Ihr kurzes Kleid, mein Arm in Bewegung. Überschrift: Sunnyboy Hughes with mystery brunette. Die Kommentarspalte brennt.

„Es ist meine Cousine," murmele ich.

„Das Internet glaubt an Storys, nicht an Familienbande." Marla legt ihr Handy neben meins. „Wir brauchen ein Statement. Kurz, sachlich."

„‚Das ist meine Cousine' reicht nicht?"

„Familienbesuch, Privatsache, kein Kommentar. Ich schick's dir, du postest. Keine Videos, kein Tonfall, kein Herzchen auf dem Eis."

Ich reibe mir die Schläfen. „Okay."

„Und spiel heute einfach gut," sagt sie und geht. „Dann reden sie morgen über Tore."

Mein Handy vibriert. Luke: „Du bist Internetboyfriend #1."

„Danke, Bruder."

„Mütze tief, Kopfhörer auf, Skippy in der Tasche."

„Erdnussbutter heilt keinen PR-Skandal."

„Aber macht alles besser." Er lacht. „Spiel dein Spiel."

Ich seufze. Genau das habe ich vor.

Camilas Sicht

„Wenn du das Schild hältst, wirst du viral," sagt Mia.
„Ich will nur Hockey sehen." Ich male die letzten Buchstaben: JACK, I FLEW FROM GERMANY FOR A PUCK, CAN I HAVE ONE?!

Mia lacht. „Das ist perfekt. Frech, aber freundlich. Und hey, es stimmt."

„Na ja, ich bin auch fürs Studium hier," sage ich. „Nicht nur wegen eines Pucks."

„Sag das lieber nicht zu laut."

Die Bahn Richtung Prudential Center ist ein Meer aus Rot und Schwarz. Kinder zählen Namen auf den Trikots: Hischier, Hamilton, Hughes ...
„Drei Brüder," erkläre ich. „Familienangelegenheit."

„Passend," murmelt Mia.

Vor der Arena riecht's nach Brezeln und Aufregung. Drinnen flackert Licht über Eis und Gesichter. Row A. Ich sehe mein Spiegelbild im Plexiglas, dann die Devils beim Warm-up. Und ihn.

Jack Hughes gleitet übers Eis — schnell, kontrolliert, völlig in seinem Element. Ich hebe mein Schild. Er sieht hin. Kurz. Der Blick bleibt hängen. Ein halbes Lächeln.

Ich halte den Atem an. Er rollt den Puck auf seiner Kelle, zielt — und wirft ihn über die Scheibe. Er fliegt flach, sauber, direkt in meine Hände.

„Oh mein Gott!" rufe ich, während Mia kreischt. Ich halte den Puck hoch, lache.
Jack tippt kurz mit dem Schläger gegen die Scheibe, bevor er wieder weiterfährt.

„Du hast grad einen Puck von Jack Hughes gefangen!" ruft Mia.
Ich starre auf das kleine schwarze Stück Gummi in meiner Hand, als wäre es ein Meteorit. „Ich ... ich glaub, ich bin gerade wissenschaftlich bewiesen glücklich."

„Ich hab's gefilmt!" Mia zeigt mir ihr Handy.

Zehn Minuten später ist das Video auf Instagram. Und auf der Story des offiziellen Accounts. Mein Magen macht Saltos.

Dann beginnt das Spiel. Pucks zischen, Fans schreien. Ich vergesse alles — auch Statistik morgen früh. Jack trifft – Pfosten, Nachschuss, Tor. Die Halle explodiert. Ich auch. Mia umarmt mich, mein Schild knallt ans Glas. Ich lache, schreie, lebe.

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