New Life

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Heii ihr!
Viel Spass mit meinem neuen Kapitel!
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Am nächsten Tag wache ich verwirrt und ohne Orientierungssinn auf, wo bin ich? Achso, in Brooklyn, meinem neuen Zuhause. Gestern nach dem Shoppen mit Harper bin ich total müde ins Bett gefallen und sofort eingeschlafen, doofer Jetlag. Das Shopping war aber toll, ich hab mir viele Kleider gekauft und Harper hat mich kurz aufgeklärt in Sachen Schule, Leute, Land und so weiter. Auf der Boys & Girls High-School, müssen wir zum Glück keine Schuluniform tragen. Die Schule beginnt zwischen 7 und 9 Uhr und endet zwischen 14 und 15 Uhr. Jeden Tag hat man dieselben Fächer zur gleichen Stunde. Es gibt Sommer-, Herbst-, Weihnachts-, Winter- und Frühlingsferien und eine Menge Feiertage, von denen ich noch nie gehört habe. Und eine kleine Zusatzinfo: an der Schule soll es, laut meiner Cousine „echt scharfe Typen" geben. Na, das sind doch tolle Aussichten. Ich setze mich im Bett auf, ziehe mir das Haargummi aus den Haaren und schüttle meine Haare über dem Kopf aus. Dann schlage ich die Bettdecke zurück und schwinge meine Beine über die Bettkante. Ich tapse über den Boden, zu meinem Balkon, wo ich den Vorhang zur Seite schiebe und die Türe öffne. Eine angenehm warme Brise weht mir entgegen und ich trete nach draussen. Schon fühle ich mich wie in einem dieser amerikanischen Filme, in denen alle jeden Morgen gut gelaunt auf ihrem Balkon stehen und sich den Sonnenaufgang anschauen, nur das bei mir die Sonne schon am Himmel steht. Ich grinse und schaue mich um, hinter unserem Haus befindet sich ein grosses Zweifamilienhaus und direkt vor mir steht ein Haus, welches ähnlich gebaut ist wie unseres. Plötzlich erstarre ich, hat sich da nicht gerade etwas hinter dem Fenster im ersten Stock, gegenüber meinem Balkon bewegt? Doch, da steht ein Junge, in etwa meinem Alter, der mich grinsend anschaut. Zuerst verstehe ich nicht, was der denn so zu grinsen hat, doch als ich an mir runterschaue merke ich es. Ich stehe nur in Unterhose und einem zu grossen T-Shirt bekleidet auf dem Balkon. Scheisse, schnell drehe ich mich um, verschwinde in meinem Zimmer, knalle die Balkontür zu und ziehe den Vorhang. Der erste Tag in Brooklyn fängt ja schon mal gut an. Seufzend zucke ich die Schulter und beschliesse mich erst mal unter die Dusche zu stellen.

Nachdem ich mich von meinem Schock erholt habe gehe ich die Treppe runter in die Küche. Ich mache mir einen Apfeltee und setze mich damit an den holzigen Küchentisch. Während ich den Tee ein wenig kühlen lasse, schaue ich zum Fenster raus, auf der Strasse fahren zwei kleine Mädchen auf Fahrrädern vorbei und im Haus gegenüber werden die Fensterläden geöffnet. Ich will auf die Küchenuhr schauen und merke, dass wir ja noch gar keine haben und mein Zeitgefühl ist so durcheinander das ich nicht einmal sicher bin ob es Nachmittag oder Vormittag ist. Gedankenverloren führe ich meine Tasse an die Lippen und verbrenne mich glatt am Tee. Fluchend stelle ich die Tasse auf den Tisch und renne zum Wasserhahn um mir kaltes Wasser über die Zunge laufen zu lassen. Nachdem ich mich wieder aufgerichtet habe und mir mit der Hand über den Mund fahre, höre ich wie jemand die Treppe vom Keller hoch kommt. Keine Minute später steht meine Mutter im Türrahmen und fragt grinsend: „Na auch schon wach?" „Wieso auch schon?", frage ich zurück und setze mich wieder an den Tisch. „Naja, es ist schon 14:00 Uhr.", lacht Mama und ich grinse: „Ich hab noch nicht auf die Uhr geschaut, das ist etwas was hier noch fehlt." „Genau und deswegen gehen wir morgen auch einkaufen, dann kannst du dir deine Zimmereinrichtung aussuchen.", nickt sie und setzt sich mir gegenüber an den Tisch. „Klingt gut.", stimme ich zu und versuche nochmals einen Schluck Tee zu trinken, diesmal mit mehr Erfolg. „Und auf was hast du heute Lust?", fragt sie mich und ich zucke die Schultern: „Keine Ahnung, es ist Sonntag da kann man nicht viel machen." „Doch, die Umgebung anschauen.", schlägt Mama vor und ich ziehe fragend eine Augenbraue hoch: „Haben wir das nicht schon jedes Jahr bei den tausend Winterspaziergängen mit Grossmutter gemacht?" „Ich meine auch ausserhalb von Brooklyn, schliesslich wohnen wir jetzt hier. Wie wäre es wenn wir nach New York City zum Battery Park fahren?", fragt sie mich. „Wieso Battery Park was ist das?", frage ich verwundert. „Ach Haven, du und Geographie, vom Battery Park aus hast du eine perfekte Aussicht zur Freiheitsstatue.", lacht Mama. „Achso, ja das klingt nicht schlecht.", grinse ich. „Also, mach dich fertig in einer Viertelstunde fahren wir!", befiehlt sie mir, erhebt sich und geht aus der Küche.

„Das ist die Brooklyn Bridge!", erklärt mir Mama, als wir auf die riesige Brücke fahren. Staunend schaue ich aus dem Fenster, die Brücke ist wunderschön und man hat einen tollen Ausblick auf Manhattan. „Amber und ich sind gestern durch einen Tunnel gefahren.", sage ich und schaue auf die rechte Seite der Brücke in die Richtung in der ich den Tunnel vermute. „Oh ja ihr seid durch den Battery Tunnel gefahren, einer der längsten Unterwassertunnel.", erklärt mit Mama noch einmal was mir Amber gestern schon erzählt hat. „Aber der Weg über die Brücke ist doch viel schöner!", sage ich und Mom entgegnet: „Schöner auf alle Fälle aber durch den Tunnel ist es einfach schneller." Ich zucke die Schultern und schaue wieder aus dem Fenster. Auf der rechten Seite der Brücke, draussen auf dem Wasser kann ich schon die Freiheitsstatue erkennen. Ich hoffe, dass ich mal die Gelegenheit dazu bekomme, die Brücke bei Nacht zu überqueren. Nachdem ich eine ganze Weile schweigend aus dem Fenster geschaut habe, sind wir am Ende der Brücke angelangt und Mama lenkt den Wagen aufs Festland von Manhattan. Wir fahren der Küste entlang und schon bald parkiert Mama auf einem öffentlichen Parkplatz. „Aussteigen!", lacht sie und stellt den Motor aus. Ich löse meinen Sicherheitsgurt, öffne die Beifahrertür und steige aus. Rechts neben mir kann ich schon den Park erkennen, den Mama und ich besuchen wollen und links von mir fahren die Autos vorbei. „Komm, hier geht's lang!", ruft Mama mir zu und winkt mich zu sich. Ich schlage die Autotür zu und gehe auf sie zu, zum Eingang des Parks. Als wir den Park betreten fühle ich mich sofort wie in einem der deutschen Parks, ja wirklich es gibt nur ein einziger Unterschied, das Meer das an das Parkende grenzt. Schweigend gehen wir immer weiter in den Park hinein und als wir an der Küste ankommen nimmt mich Mama an den Schultern und dreht mich zum Meer. Dann streckt sie den Arm aus und zeigt ins Meer hinaus. „Siehst du sie?", fragt sie und ich schaue ihrem Finger nach. „Ja, wie kann man die nur übersehen?", frage ich lachend, ich habe mir die Statue echt kleiner vorgestellt und nicht damit gerechnet, dass man sie vom Land aus so gut sieht. Ich trete von Mama weg und stelle mich an das Geländer, das Wasser und Land trennt und lasse den Blick über das Meer gleiten. Dann drehe ich mich zu Mama um und frage sie: „Machst du ein Foto von mir?", und strecke ihr mein iPhone entgegen. „Klar!", nickt sie und schiesst ein paar Fotos, dann gibt sie mir mein Handy zurück und sagt: „Das habe ich beinahe vergessen, Madison hat mir gestern einen neue SIM-Karte für dich gegeben, schliesslich brauchst du eine Amerikanische Nummer und sonst wird deine Handyrechnung echt zu teuer wenn die Nachrichten oder Anrufe jedes Mal nach Deutschland kehren gehen." „Oh, das ist ja echt toll, aber die hätte sie mir doch nicht kaufen müssen, ich hätte mir die auch selbst kaufen können!", freue ich mich, doch Mama meint lachend: „Anscheinend haben alle das Gefühl dir etwas kaufen zu müssen." „Hm, müssen sie aber nicht.", zucke ich die Schultern. Als ob ich ein armes Mädchen wäre, das sich nichts leisten kann und aus ihrem alten, wunderbaren Leben gerissen wurde. Naja ich wurde vielleicht aus meinem Leben gerissen, aber so wunderbar war dieses Leben noch lange nicht, das mir alle etwas schenken müssen damit ich mich wohler fühle. Ich schiebe die Gedanken beiseite und frage Mama: „Und was tun wir jetzt?" „Naja ich hätte nichts gegen einen Kaffee und du?", antwortet sie lächelnd und ich nicke: „Klingt gut!"

Wieder Zuhause angekommen lasse ich mich auf die schwarze Couch fallen. „So erschöpft?", fragt Mama. „Hm ein wenig schon.", sage ich. „Okay, also morgen gehen wir Möbel kaufen?", fragt Mama weiter. Mir scheint, dass sie hier in Brooklyn richtig aufblüht. „Jep, wohin eigentlich?", nicke ich, keine Ahnung was es in Amerika so für Möbelgeschäfte gibt. „Stell dir vor hier gibt's sogar Ikea.", erzählt mir Mom grinsend. „Echt? Ist ja cool!", lache ich, das hätte ich jetzt echt nicht gedacht. „Ja, also ich mache mal das Nachtessen bereit.", sagt Mom und will sich in die Küche verdrücken doch da fällt mir was ein: „Mom, wo hast du sie SIM-Karte von der du heute gesprochen hast?" „Achso, sie liegt in der oberen Schublade von der Fernseherkommode.", sagt sie und geht endgültig aus dem Wohnzimmer. Ich stemme mich von der Couch hoch und gehe zu der genannten Kommode, dort ziehe ich die obere Schublade auf und nehme die SIM-Karte raus. Irgendwie ist es mir nicht recht, sie zu benutzen und irgendwie macht es mich auch sauer, dass alle denken sie müssen mir etwas schenken. Ich meine, warum? Naja sie einfach nicht zu benötigen wäre aber auch scheisse, also nehme ich die Karte mit zurück auf den Couch, und schalte mein Handy aus, dann öffne den dafür vorgesehenen Schlitz, nehme die alte Karte raus und schiebe die neue rein. Danach schalte ich das Handy wieder ein und gebe den Pin Code ein und gebe den Code unseres WLANs ein. Zum Glück habe ich alle wichtigen Handynummern auf einen Zettel geschrieben, schon bevor wir nach Amerika geflogen sind. All die Nummern tippe ich wieder in meine Kontakte, dann verbinde ich mein Handy wieder mit meiner Apple ID und installiere Whatsapp neu. Dann schreibe ich Amy und Riley eine Nachricht, dass ich eine neue Nummer habe und das ich hier gut angekommen bin. Kaum bin ich damit fertig ruft Mama auch schon zum Nachtessen.

Write Me A SongWhere stories live. Discover now